Erstmals bezweifelt ein Aufsichtsratsmitglied der Kraftwerke Mainz Wiesbaden (KMW) die Finanzierung des milliardenschweren Kohlekraftwerks auf der Ingelheimer Aue. Die Frage, ob die Anlage tatsächlich gebaut wird, könne derzeit niemand mit Sicherheit beantworten, sagte Bernhard Lorenz der "Allgemeinen Zeitung Mainz". Die Chancen stünden 50 zu 50.
Der Sprecher der KMW, Michael Theurer, gab dazu gestern keinen Kommentar. Er bestätigte aber FR-Informationen, dass für den heutigen Mittwoch eine Sondersitzung des Aufsichtsrates anberaumt sei. Ob sie in Zusammenhang mit Lorenz Aussagen steht, wollte Theurer nicht sagen. Lorenz war nicht zu erreichen.
Alles zum Bau des Kohlekraftwerks auf der Ingelheimer Aue in einem FR-Spezial
Der Bau steht seinen Angaben in der Mainzer Zeitung zufolge vor allem aus Kreditgründen auf der Kippe. Die Banken zeigten sich in der Finanzkrise sehr zögerlich. Bis Dezember müsse ein Kreditgeber gefunden sein. Sonst könne der Anlagenbauer Siemens aus dem Vertrag aussteigen.
Auch die Mainzer SPD hält nicht mehr uneingeschränkt an dem Projekt fest. Parteichef Michael Ebling sagte dem SWR, sollte die Finanzierung nicht gesichert sein, müssten Alternativen zu dem Bau erwogen werden. Der Bau des umstrittenen Kohlemeilers begann im Mai, wurde aber wegen laufender Prozesse unterbrochen. (sab/ddp)

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick
Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.
Facebook | Twitter überregional | Google+