Mit 99 und der Gnade Gottes am Start
Am Sonntag werden tausende Frankfurter auf der Laufstrecke schwitzen und keuchen – noch mehr aber bleiben zu Hause sitzen, nach dem Motto: Zu kalt, zu voll, zu weit... Es gibt viele Ausreden, die vom Sport abhalten. Eine zählt ab sofort nicht mehr: Zu alt. Der weltweit älteste Marathonläufer wird beim Frankfurt Marathon als Mitglied der interreligiösen Staffel an den Start gehen. 99 Jahre ist Fauja Singh aus London alt. Der gläubige Sikh hält seit 2003 mit 5:40 Stunden den Weltrekord in der Altersklasse 90. Er teilt sich die Gesamtstrecke mit Vertretern anderer Glaubensgemeinschaften und wird die sechs Kilometer lange zweite Teilstrecke der Staffel absolvieren. Als Geheimnis für seine ungebrochene Kondition nannte der Methusalem die Gnade Gottes.
Römer-Politiker rennen auf dem Laufband mit
Die Frankfurter Politik tritt auf der Stelle – und zwar auf Laufbändern auf dem Opernplatz. Roger Podstany (SPD), Rudolf Kriszeleit (FDP), Martina Feldmayer (Grüne) und Uwe Becker (CDU) werden in der Summe die Marathonstrecke von 42,195 Kilometern laufen – sich dabei aber nicht vom Fleck bewegen. Die vier machen Werbung für das Umweltforum Rhein-Main, das als Marathon-Sponsor die Läufer mit Bionahrung verpflegt. Die Großveranstaltung soll keine Orgie der Power-Schokoriegel sein, stattdessen werden gesunde Bananen verteilt. Das Risiko der herumliegenden Schalen kann den Benutzern der Laufbänder egal sein.
Partnerstädte laufen in der Staffel
So ein Marathon ist natürlich ein buntes Durcheinander, Profis und Anfänger treten sich schon mal auf die Füße oder geben sich das Schweißtuch in die Hand – und ab und zu auch ein Staffelholz. 6000 Staffelläufer sind am Sonntag dabei. Nicht nur die Vertreter der Weltreligionen gehen als Team an den Start, auch die Frankfurter Partnerstädte Tel Aviv, Mailand, Leipzig und Budapest tun sich zu einer Staffel zusammen. Im Vordergrund steht nicht die Feigheit vor der langen Strecke, sondern der Zusammenhalt als Team. Achtung: Weil die Staffelläufer – unter anderem der Sieger des Budapest-Marathons und ein Leipziger Freizeitläufer – Geschwindigkeit vor Ausdauer setzen können, ist es möglich, dass die Staffel eher im Ziel ist als so mancher Sololäufer.
Läufer spenden per Sensor
Jubeln darf jeder, der durch das leuchtend rote Ehrentor der Frankfurter Caritas an der Hauptwache läuft – er hat was für einen guten Zweck getan. Ein Sensor erfasst den Champion-Chip, den jeder bei sich trägt, und bucht eine Spende von drei Euro vom Konto des Läufers ab. Der Erlös geht an die Gesundheitsinitiative „Gemeinsam mehr bewegen“. (prjp)

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