Die Bundesligatrainer haben auf ihrer Tagung in Düsseldorf beschlossen, gegen die sogenannte Dreifachbestrafung bei der Verhinderung einer sogenannten klaren Torchance im Sechzehnmeterraum vorzugehen. Selbst die Schiedsrichter unterstützen die Trainer bei ihrer Forderung an die Fußballobrigkeit. „Es gibt mehrere Punkte, wo man als normal denkender, Fußball liebender Mensch sagt: Schafft das Ding jetzt ab“, hat Schiedsrichterchef Herbert Fandel gesagt. In der Tat ist es eine harte Strafe, Elfmeter und dazu eine Rote Karte (die ja eine Sperre nach sich zieht) zu geben.
Die Frage ist jedoch: Ist im Sinne des Spiel alles gut, wenn man das Strafmaß derartig lockert, dass der Platzverweis ausbleibt? Nein, ist es nicht. Denn der Wegfall der Roten Karte würde nur die Diskussionslinien verschieben − mehr nicht.
Besonders, wenn die Notbremseregelung außerhalb des Sechzehners wie bisher bestehen bliebe und den Platzverweis weiterhin vorsähe. Dann würden grenzwertige Entscheidungen − war das Foul vor oder im Strafraum? − nach bester Tradition medial ausgeschlachtet, Schiedsrichter, Spieler und Fans gewännen nichts, weil eben nicht mehr Gerechtigkeit herrschte.
Vielmehr könnten sich etwa die Torhüter − meistens letzter Mann, wenn im Strafraum der Angreifer frei vor ihnen auftaucht − mit Bedacht des Fouls als Torverhinderungsstrategie bedienen, weil sie ja auf dem Feld blieben und die Chance hätten, hinterher ganz einfach den Elfmeter zu parieren. Und auch die Verteidiger könnten ungehemmt foulen, wenn ein freistehender Stürmer nur noch einzuschießen braucht.
Eingedenk vieler Fehleinschätzungen der Referees in solchen Situationen ist das Ansinnen der Trainer legitim. Es löst jedoch nicht das Problem. Solange Menschen auf dem Fußballplatz den Regeln Geltung verschaffen, unterliegen ihre Entscheidungen der Gefahr, falsch zu sein. Ganz gleich, wie die Regel beschaffen ist.
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