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07. Februar 2016

Ball des Sports: "Bad Boys" im Rampenlicht

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Im Rampenlicht: Andreas Wolff, Johannes Kerner, Joachim Gauck und Dagur Sigurdsson (v.l.).  Foto: dpa

Die deutschen Handball-Europameister sind nach ihrem Erfolg weiter omnipräsent. Das junge Team rockt auf ihrer Erfolgstour durch Deutschland auch den Ball des Sports in Wiesbaden.

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Wäre man Erziehungsberechtigter der jungen Frau, hätte man sich ganz sicher Sorgen gemacht. Die Gefahr sich in diesem extrem luftigen Blazer eine Bronchitis zu holen, war augenscheinlich. Franziska van Almsick, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Stiftung Deutsche Sporthilfe, jedenfalls setzte beim Ball des Sports auf Nachhaltigkeit: Überflüssige Ressourcen verschwendete der Designer ihres Hosenanzugs nicht. Die „Franzi“, wie sie immer noch gerne gerufen wird, war der Hingucker, und der Ex-Schwimmstar war am Samstagabend in der Ballarena in Wiesbaden wieder genau dort, von wo sie eineinhalb Jahrzehnte lang die Riege des deutschen Schwimmsports anführte: ganz, ganz weit vorne.

Deutlich braver, jedenfalls was die vorgeschriebene Kleider-Etikette betrifft, präsentierten sich vor 1600 Gästen die neuen Helden der Nation. Um Held zu werden, das hat die Handball-Europameisterschaft gerade gezeigt, ist knallharte Arbeit nötig, Held sein, das war auch bei der glamourösesten und größten Benefiz-Veranstaltung Europas zu beobachten, ist kein Zuckerschlecken. Die Handballer, angeführt von Cheftrainer Dagur Sigurdsson, waren dazu auserkoren, eine Art Ehrenspalier für den Bundespräsidenten zu bilden.

Maria Höfl-Riesch (li.) und Freundin Franziska van Almsick.  Foto: dpa

Der ehemalige Hobby-Handballer Joachim Gauck strapazierte die Geduld der Europameister aber reichlich, die Ungeduld unter den Gladiatoren wuchs, bevor es dann auf dem Roten Teppich zur herzlichen Gratulation zwischen der Staatsspitze und den derzeit unumstrittenen Sport-Spitzen kam. Der Bundespräsident bekannte, dass er dem Verlauf der EM ähnlich ungläubig folgte, wie jenem unfassbaren 7:1 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen WM-Gastgeber Brasilien. „Es ist schön zu sehen, was Menschen leisten können, wenn sie über sich hinauswachsen“, sagte Gauck, der sich aber auch als Bundespräsident der Verlierer bezeichnete.

Der erste Mann des Staates hat wahrscheinlich bei dem Satz nicht an den Deutschen Fußballbund gedacht, der, das war in Wiesbaden offensichtlich, gesellschaftlich etwas ins Abseits geraten ist. Mit Ausnahme von Rolf Hocke, dem DFB-Vize, scheute die erste Fußballgarde aus durchaus nachvollziehbaren Gründen das Licht der Öffentlichkeit. Die Herren sind ja auch reichlich damit beschäftigt, sich gegenseitig juristisch ans Bein zu pinkeln.

Feuchte Angelegenheit: Wasserballett vor dem Abtauchen.  Foto: dpa

So gehörte die große Bühne fast ausschließlich den Europameistern, die auf ihrer Tour durch die neu entdeckte Handball-Republik auch am Samstag nahezu rast- und atemlos unterwegs waren. Zwischen sehr, sehr englisch gebratenen Tranchen vom Rinderfilet und brasilianisch angehauchtem Dessert vom Zuckerhut brachten Andreas Wolff und Co. Schlager-Primadonna Helene Fischer per Live-Schalte ein Ständchen, bevor sie über den Rhein ins Mainzer Sportstudio stürmten. „Nein“, antwortete Sigurdsson geduldig auf die Frage, ob Held sein, auch sehr anstrengend sein könne. „Für mich jedenfalls nicht, ich habe ja nichts anderes zu tun, außer bald Olympia zu planen“, flachste der Isländer. Für seine „Bad Boys“ (bösen Jungs), die momentan keinen öffentlichen Auftritt auslassen, hatte der Trainer aber auch einen kleinen pädagogischen Wink parat: „Langsam wird es Zeit etwas herunterzukommen“, erinnerte Sigurdsson daran, dass bis zum Start in Rio noch mehr als 30 Partien auf die Nationalspieler warten.

Trotz mehr als 100 Medaillengewinnern und -gewinnerinnen geht dem Ball des Sports der ganz große Glamour des Showgeschäfts ab. Einzig Schauspieler Peter Lohmeyer verbreitete cineastischen Glanz. Dafür wandelten eine Reihe führender Köpfe der deutschen Wirtschaft, darunter Adidas-Chef Herbert Hainer, Opel-Boss Karl-Thomas Neumann und BDI-Präsident Ulrich Grillo, durch die Arena. Schließlich geht es beim Ball des Sports ums Geldsammeln. Ein hohe sechsstellige Summe soll deutschen Athleten helfen, sich voll auf den Leistungssport zu konzentrieren.

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