Wie gut, dass die deutschen Wasserspringer doch recht erfolgreich sind. Denn zumindest Johannes B. Kerner könnte ihnen kaum als Verstärkung dienen. Der Moderator, der sich beim Ball des Sports ins Gespräch für ein Ticket nach London hätte bringen können, versagte völlig, als er in Galamontur von drei Metern Höhe − angeblich spontan − nur einen verunglückten Seitwärtsüberschlag in ein in die Bühne eingelassenes Wasserbecken zustande brachte.
Dennoch waren ihm natürlich Jubel und Applaus der 1800 Gäste an den festlich gedeckten Tischen im großen Saal der Wiesbadener Rhein-Main-Hallen sicher. Denn die Mischung aus Politikern, Wirtschaftsbossen, Schauspielern, Athleten und Sportfunktionären, die alljährlich bei der großen Benefizveranstaltung der Stiftung Deutsche Sporthilfe zusammenkommt, gibt sich gerne familiär. Immerhin eint sie alle ja ein großes Ziel: der Erfolg.
Wie man sich den besonders bei den bevorstehenden Olympischen Spielen erkämpft, darum drehten sich die meisten Interviews in dieser „Nacht für Gold“.
Beim Ball des Sports in Wiesbaden finden sich alle ein: Spitzenathleten, Promis aus dem Showgeschäft, Politiker und Wirtschaftsbosse. Hier posieren vor der Kamera Gewichtheber Matthias Steiner und seine Frau Inge ....
Foto: Sascha RhekerKunstturner Fabian Hambüchen etwa wird sich ab Mitte der Woche in Japan in entsprechende Form bringen. Zuvor wollte es der Bronzemedaillengewinner von Peking mit seiner neuen Freundin Caroline in der hessischen Landeshauptstadt krachen lassen, nachdem er im Vorjahr dank seines Achillessehnenrisses auf Krücken über den roten Teppich gehumpelt war.
Derweil sinnierte der ehemalige Bundestrainer Heiner Brand noch einmal über das schmerzliche Olympia-Aus der deutschen Handballer. Natürlich sei er enttäuscht, „aber ich kann mich ja nicht 14 Tage einschließen und traurig sein“.
Seinen Nachfolger Martin Heuberger nahm der jetzige Verbandsmanager in Schutz: „Er hat bestimmt eine sehr gute Arbeit gemacht.“ Dafür bekam Nationaltorhüter Silvio Heinevetter was ab, der Ulrich Strombach kritisiert hatte: „Ein Spieler hat kein Recht, so über einen Präsidenten zu reden“, betonte Brand, der zu den treuesten Gästen bei Sportlerbällen zählt.
Anders als Jan Ullrich. Der Ex-Radprofi schaute zum ersten Mal vorbei, will sich aber auch sonst wieder vermehrt in der Öffentlichkeit präsentieren. Bei mehreren Jedermann-Rennen werde er 2012 für gute Zwecke in die Pedale treten. Zuvor jedoch erhoffe er sich am Freitag „ein vernünftiges Urteil“ vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS, um einen Schlussstrich unter sein Dopingverfahren ziehen zu können.
Weniger belastet verbrachten die meisten anderen Gäste die Stunden bis zum Morgengrauen. Bei zahlreichen Aktivstationen rangen sie vor den Augen von Bundestrainer Alexander Leipold darum, einem von dessen Kampfsportlern den Boden unter den Füßen wegzuziehen, oder rasten mit einem BMX-Rad über künstliche Berge und Täler.
Im Zentrum des Balls, aus dem sich die Sportstiftung einen Erlös von mehr als 800.000 Euro für die Athletenförderung verspricht, stand aber das Wasser.
In einem 44 Kubikmeter großen Kubus lieferten Synchronschwimmerinnen, Wasserspringer und Kanuten einen Vorgeschmack auf die olympische Sommerzeit. Die Wasserball-Nationalmannschaft legte zwischen Bundesliga- und Pokalverpflichtungen einen nächtlichen Stopp ein, um sich kurzerhand einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde zu sichern.
Beim Ball des Sports in Wiesbaden finden sich alle ein: Spitzenathleten, Promis aus dem Showgeschäft, Politiker und Wirtschaftsbosse. Hier posieren vor der Kamera Gewichtheber Matthias Steiner und seine Frau Inge ....
Foto: Sascha RhekerEine halbe Minute lang hielten die Europameisterschaftsfünften allein mit der Kraft ihrer Beine den Judoka Andreas Tölzer hoch. Obwohl das Schwergewicht in voller Montur 153 Kilo auf die Waage brachte und die Männer unter ihm ganz schön keuchten, unterschied eines den Vizeweltmeister doch wesentlich von Moderator Kerner: Er machte sich nicht nass.
Die WM-Qualifikation soll für Joachim Löw und die DFB-Auswahl nur eine Zwischenstation sein. Mehr in unserem WM-Spezial.
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