Sport
Sport-Nachrichten, Ergebnisse und Live-Ticker

19. Februar 2013

Bayern Champions League: Mit Martínez gegen Arsenal

 Von Maik Rosner
Triumphgeheul auch heute in London? Bastian Schweinsteiger.  Foto: Getty Images

Die Woche der Wahrheit für den FC Bayern München. Im Achtelfinale der Champions League gegen Arsenal und eine Woche später im Pokal-Viertelfinale gegen Dortmund kommt es auf die Zentrale mit Schweinsteiger und Martínez an.

Drucken per Mail

Die Woche der Wahrheit für den FC Bayern München. Im Achtelfinale der Champions League gegen Arsenal und eine Woche später im Pokal-Viertelfinale gegen Dortmund kommt es auf die Zentrale mit Schweinsteiger und Martínez an.

London –  

Auch Jérôme Boateng ist gestern in die Chartermaschine nach London geklettert, als sich der FC Bayern auf die Reise begab zum Hinspiel im Achtelfinale der Champions League beim FC Arsenal. Doch anders als die übrigen Kicker der Münchner befindet sich der Innenverteidiger in London auf einer Dienstreise ohne Dienst. Boateng wird wegen seiner Rotsperre heute Abend nicht zum Einsatz kommen können, genauso wenig wie im Rückspiel am 13. März in der heimischen Arena.

Umso erfreulicher ist es für Jupp Heynckes, dass nicht nur Daniel van Buyten Boateng zuletzt stabil vertrat und erneut in der Innenverteidigung neben Dante vorgesehen ist. „Es kribbelt“, sagte der 35 Jahre alte Belgier, „jetzt werde ich belohnt für alles, was ich gegeben habe.“ Er hat lange auf seine Chance warten müssen, seit Boatengs Sperre setzt der Trainer auf van Buyten. Vor allem dürfte Heynckes freuen, dass er wieder auf die angestammte Formation in der Zentrale zurückgreifen kann, auf das Doppelherz der Bayern, wenn man so will. Neben Bastian Schweinsteiger dürfte Javi Martínez nach einer Zehenprellung wieder ins defensive Mittelfeld zurückkehren. Luiz Gustavo muss weichen, so wird das jedenfalls erwartet. Es wäre die einzige Änderung im Vergleich zum jüngsten 2:0-Ligasieg beim VfL Wolfsburg. Arjen Robben und Mario Gomez bleibt wohl erneut nur die Rolle als Ergänzung.

Stabil dank Schweinsteiger und Martínez

Martínez wurde in Wolfsburg noch geschont. Welche Bedeutung der Spanier inzwischen eingenommen hat, zeigt sich aber immer deutlicher. Mit überragenden Zweikampfwerten hat sich Martínez als besonnener Balldieb etabliert. Der 24-Jährige darf sich gemeinsam mit Schweinsteiger einen hohen Anteil daran gutschreiben, dass die Bayern defensiv so stabil agieren, mit 13:0 Toren aus fünf Ligaspielen im Jahr 2013. Auf eine funktionierende Zentrale könnte es nun bei Arsenal und eine Woche später im Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Dortmund besonders ankommen, zumal die Bayern in beide Partien jeweils ohne die Sicherheit eines großen Vorsprungs in der Tabelle gehen, anders als aktuell in der Bundesliga.

Bereits in London erwartet sie eine echte Herausforderung. Sagen sie jedenfalls. Heynckes, an dem angeblich der FC Schalke 04 interessiert ist (siehe Infobox), bezeichnete Arsenal trotz aktueller Misserfolge als „exzellente Mannschaft“ mit „wunderbaren Fußballern“, die „eine sehr große Gefahr“ für seine Elf darstellten. Auch Präsident Uli Hoeneß meinte: „Arsenal ist zu Hause eine Macht, da müssen wir viel arbeiten.“ Und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge warnte: „Jetzt geht die Champions League erst richtig los, wir dürfen uns keine Schwäche erlauben.“

Der Trainer verteidigt seine Defensivzentrale

Wohl auch deshalb hat Heynckes den Anwalt seiner beiden defensiven Mittelfeldspieler gemimt. Und zwar auf Kosten von Franz Beckenbauer, nachdem der Transfer von Martínez im Sommer für 40 Millionen Euro von Athletic Bilbao kritisch beäugt worden war. „Als der verpflichtet wurde, kannte den doch niemand. Franz Beckenbauer hat gedacht, das wäre ’ne Kaffeesorte“, lästerte Heynckes. Schweinsteiger nahm er vor anderen Experten in Schutz, die ihm zu viele Querpässe ankreideten. Heynckes aber findet, der 28-Jährige sei „ein wahnsinnig intelligenter Spieler, er kann eine Mannschaft führen, ist laufstark und schlägt Pässe mit dem Spann über 40 Meter – wer kann das schon?“

Dass Arsenal in der Meisterschaft und im Pokal bereits alle Titelchancen verspielt hat, just am Samstag durch ein 0:1 mit einer B-Elf gegen den Zweitligisten Blackburn Rovers, werten die Münchner aber nicht als Anlass, die Mannschaft von Trainer Arsène Wenger mit den beiden deutschen Nationalspielern Lukas Podolski und Per Mertesacker als Leichtgewicht in Europa einzustufen.

Das hat auch Schweinsteiger zu erkennen gegeben, als es in einem launigen Videochat mit Podolski und Mertesacker um einen Ergebnistipp ging. Ein 0:0 fände Schweinsteiger okay, was ihm allerdings einen Rüffel eines teaminternen Experten einbrachte. Das wäre doch ein Vorteil für Arsenal im Rückspiel, rechnete der offensive Kollege Thomas Müller vor. Immerhin darin bestand Einigkeit: Zurückkehren nach London wollen beide. Zum Finale am 25. Mai im Wembley-Stadion.

Jetzt kommentieren

Ressort

Sport-Nachrichten, Ergebnisse und Live-Ticker.