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19. Februar 2013

Bayern-Gegner Arsenal: Das Denkmal Wenger wankt

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Ästhetik des Spiels wichtiger als das Ergebnis? Arsene Wenger steht in der Kritik.Foto: dpa

Bayern-Gegner FC Arsenal spielt eine schwache Saison. Die Rufe nach einem Ende der Ära Arsène Wenger werden lauter. Die Gunners spielen inzwischen selbst national nicht mehr die große Rolle.

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Lukas Podolski geht es derzeit glänzend. Der im vergangenen Sommer vom Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln zu Arsenal London gewechselte Nationalstürmer ließ seine Fangemeinde jüngst via Twitter an seiner Sightseesing-Tour durch die englische Hauptstadt teilhaben − und schwärmte in höchsten Tönen. Doch nicht nur von den Sehenswürdigkeiten Londons. Podolski ist von seiner neuen Heimat „überwältigt“: etwa von der respektvollen Höflichkeit, mit der ihm die Menschen begegnen, und die es ihm ermögliche, unbehelligt mit der U-Bahn zu fahren. Darüber hinaus lässt Podolski keine Gelegenheit ungenutzt darauf hinzuweisen, dass sein Wechsel auch sportlich ein großer Fortschritt gewesen und er mit seinen Leistungen „total zufrieden“ sei.

 Lukas Podolski geht es gut.
Lukas Podolski geht es gut.
Foto: Getty

Forderungen nach Rücktritt

Podolskis Wohlbefinden steht jedoch in deutlichem Gegensatz zur allgemeinen Befindlichkeit beim Traditionsklub aus dem Londoner Stadtteil Highbury. Die jüngste Blamage im FA-Cup, das 0:1 zu Hause gegen Zweitligist Blackburn Rovers, hat für viele Fans das Maß voll gemacht. „Die Buhrufe der Heimfans waren anhaltender als sonst“, hatte der Guardian bei der Schlappe beobachtet, um zudem festzustellen: „Die Forderungen nach einem Rücktritt des Franzosen werden immer lauter.“ Immer mehr Anhänger sind der Ansicht, dass die Zeit des 63 Jahre alten Arsène Wenger vorbei ist, dass Arsenal auf der Trainerbank neue Impulse braucht.

Die Vorwürfe sind stets die gleichen. Wenger, der sich zurecht zugutehält, große Talente wie etwa den Spanier Cesc Fabregas oder den Niederländer Robin van Persie zu Weltklassespielern entwickelt zu haben, habe sich im Laufe der Zeit verrannt in die Idee vom Entwickeln von Begabungen, zudem halten sie ihm vor, er stelle die Ästhetik des Vortrags über das Resultat. Viel Fans sehen in Wengers hartnäckiger Weigerung, erfahrene Stars zu verpflichten, eine Form der Besessenheit, die dem Streben nach Titeln zuwider läuft. Im Sommer 2012 etwa kamen neben Podolski der französische Stürmer Olivier Giroud aus Montpellier und der Spanier Santi Cazorla aus Malaga. Wie der Ex-Kölner gute, aber keine internationalen Spitzenspieler.

Unmut bei den Fans

Zudem sind die sportlichen Fakten Wasser auf die Mühlen der Kritiker. Mit dem Aus im FA-Cup ist Arsenal die dritte Titeloption in der laufenden Saison abhandengekommen. „Du hast den Cup nicht respektiert, Wenger!“, schrie ein Fan dem Arsenal-Coach beim Gang in die Kabine hinterher. In England, wo die Bedeutung des Pokals deutlich höher angesiedelt wird als in anderen Ländern, wird ein leichtfertiges Scheitern kaum verziehen. Wenger hatte gegen Blackburn auf Stammkräfte wie Podolski oder Per Mertesacker verzichtet respektive sie − Cazorla und die englischen Nationalspieler Theo Walcott sowie Jack Wilshere − erst später eingewechselt.

Dabei wäre der FA-Cup für Arsenal die wohl realistischste Möglichkeit gewesen, mal wieder einen Titel zu holen. Aus dem Liga-Cup hatte sich Arsenal Mitte Dezember − nicht minder blamabel − beim Viertligisten Bradford City verabschiedet, und in der Liga spielen die „Gunners“ bei der Vergabe der Meisterschaft schon länger keine Rolle mehr. Schlimmer noch als die 21 Punkte Rückstand des Fünften Arsenal (44) auf Spitzenreiter Manchester United empfinden es die Anhänger, dass Wengers Team in der Tabelle hinter Chelsea (3. Platz) und Tottenham Hotspur (4.) nur noch die dritte Londoner Geige spielt. Arsenal droht die schlechteste Saison der seit 1996 währenden Ära Wenger – und dem Coach das Aus. Der Titel in der Sunday Times („Ist die Liebesaffäre mit Wenger am Tiefpunkt?“) war noch eine der harmloseren Schlagzeilen.

Gegen die Bayern Außenseiter

Dass Arsenal nun ausgerechnet in der Königsklasse zu Titelehren gelangt, wird als unwahrscheinlich erachtet. Im heutigen Duell (20.45 Uhr) mit dem FC Bayern gilt Wengers Team jedenfalls als Außenseiter. Das war beim letzten Aufeinandertreffen im Frühjahr 2005 anders. Zwar kamen die Münchner nach einem 3:1-Heimsieg und einer 0:1-Niederlage im Rückspiel in London ebenfalls weiter. Aber Arsenal – mit internationalen Stars wie Jens Lehmann, Thierry Henry, Patrick Vieira oder Robert Pires − war in Europa und in England noch ein Topklub. Als Meister in die Saison gestartet, gewannen die „Gunners“ am 21. Mai jenes Jahres durch ein 5:4 im Elfmeterschießen gegen Manchester United den FA-Cup. Den letzten Titel bislang. (mit sid)

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