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02. Juni 2013

Bayern München: Erinnerungen für die Ewigkeit

 Von 
Sonntagnachmittag auf dem Rathausbalkon: Die Bayern feiern schon wieder.  Foto: afp

Meisterschaft, Champions League, DFB-Pokal: Die Münchener Bayern beschließen eine außergewöhnliche Saison mit gebührenden Feierlichkeiten.

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BERLIN –  

Peter aus Hamburg sah zerzaust, aber auch glücklich aus, als er sich am Sonntagmorgen um kurz nach sechs eine Packung Marlboro im Supermarkt des Hauptbahnhofs besorgte, ehe er in den ICE nach Hause stieg. Irgendwie hatte er eine VIP-Einladung zur Pokalfete der Bayern ergattert und es tief in der Nacht sogar geschafft, via i-Phone ein gemeinsames Foto mit Jupp Heynckes aufzunehmen. Der Hamburger hatte keine einzige Sekunde geschlafen und berichtete noch ganz aufgekratzt von einem rauschenden Fest und Erinnerungen für die Ewigkeit.

Natürlich hatten die Bayern in Vorfreude auf das Triple nicht vergessen, auch die Meisterschale und den Champions-League-Pokal mit in die Hauptstadtrepräsentanz ihres Top-Sponsors mitzunehmen, und jeder, der es schaffte, konnte sich mit allen drei Trophäen ablichten lassen. Auf der Bühne feierte sogar Präsident Uli Hoeneß in selten gewordenen Momenten der Unbeschwertheit inmitten der Profis mit.

Zittern nur zum Schluss


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Gegen einen VfB Stuttgart, dem auch eine der besten Saisonleistungen nicht zum Pokalsieg reichte, war den Bayern vor phantastischer Kulisse ein erst spät gefährdeter 3:2-Sieg gelungen. Immer dann, wenn sie ernst gemacht hatten, war der Gegner mit dem Tempo nicht mehr mitgekommen. Mario Gomez, von Heynckes aus einer Art innerer Eingebung an Mario Mandzukic vorbei in die Startelf befördert, schob wunderbare Vorlagen zweimal aus Kurzdistanz ein, nachdem Thomas Müller die Bayern vor der Pause per Strafstoß in Führung gebracht hatte. Zuvor hatte Gomez allerdings im Kombinationsspiel mehrfach nicht glücklich ausgesehen, und auch danach wirkte der 27-Jährige nicht eben von Glückshormonen begünstigt.

Als die Mitspieler den Pokal präsentierten, setzte Gomez sich sogar einmal eine Weile im Rücken der Kollegen unbeobachtet auf den Hosenboden. In den Mannschaftsbus stieg der sensible Mittelstürmer kommentarlos ein. Dafür brachte Müller das Erlebte auf den Punkt: „Wenn Mario Platz hat, macht es halt bum.“ Sportchef Matthias Sammer mag zwar noch keinen Hinweis darauf haben, dass der Nationalspieler wechselwillig ist, Gomez dürfte gleichwohl trotz Vertrags bis 2016 eine Verpflichtung von Robert Lewandowski kaum regungslos verfolgen, zumal der neue Trainer Pep Guardiola bei taktischem Bedarf auch 37-Millionen-Mann Mario Götze für die Sturmmitte vorgesehen haben soll.

Heynckes erklärt sich am Dienstag

Ansonsten erlebten die Bayern auch deshalb einen perfekten Abend, weil sie am Ende noch etwas in Schwitzen gerieten. „Das ist gar nicht so schlecht“, befand Thomas Müller. Denn ein 5:0 oder gar 6:0 hätte die Helden womöglich komplett die Bodenhaftung verlieren lassen. Dieser Gefahr wird sich Guardiola ohnehin stellen müssen. Schon in der Anfangsphase war ein gewisser Hang zur Achtlosigkeit, zudem eine nicht ganz astreine Körperspannung erkennbar gewesen, die dem Gefühlshoch von Wembley geschuldet gewesen sein dürfte, dann aber rechtzeitig einer seriösen Berufsauffassung wich. Später, als in der Schlussphase auch die Feierlichkeiten der Fans dazu beigetragen haben mögen, dass laut Müller „noch ein paar Pulsschläge mehr“ hinzukamen als geplant, wären die Super-Bayern fast noch bestraft worden. Jo mei.

Jupp Heynckes, dessen Rücktritt am Dienstag bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz in München allseits erwartet wird, ließ es sich nach dem Ende des Spiels nicht nehmen, jedem Stuttgarter Spieler einzeln die Hand zu reichen, ehe er bereit war, an den ausschweifenden Jubelarien der eigenen Spieler teilzuhaben und nach Art des Hauses mehrfach mit Weißbier überschüttet zu werden. Es gibt halt Rituale, die im Profifußball offenbar unvermeidlich sind.

Unvermeidlich war es in der jüngeren Vergangenheit auch, dass deutsche Spieler bei der Vergabe der Top-Platzierungen bei den Wahlen zu Europas Fußballer des Jahres und zum Weltfußballer des Jahres irrelevante Rollen als Statisten abgaben. Für Heynckes kann es nun aber keine Zweifel mehr geben. Er gehe davon aus, dass beide Wahlen – in diesem August und kommenden Januar – zwischen vier Spielern entschieden werden, die zufällig alle miteinander das Bayern-Trikot tragen:

„Unsere zwei Kapitäne (Lahm und Schweinsteiger, die Red.), Franck Ribéry und Thomas Müller“. Es fällt tatsächlich schwer, dem alles andere als unparteiischen bayerischen Chef-Lobbyisten zu widersprechen. Und auch beim Trainer des Jahres und Nachfolger von José Mourinho (2010), Pep Guardiola (2011) und Vincente del Bosque (2012) kann es eigentlich nur eine Antwort geben. Aber diese Frage darf man Jupp Heynckes natürlich nicht stellen.

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