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04. März 2013

Borussia Dortmund: Die schwarz-gelbe Raubkopie

 Von Daniel Theweleit
Da ist er wieder, Dortmunds beliebtester Zeigefinger. Robert Lewandowski trifft gegen Hannover zweimal. Foto: getty

Weil sich Jürgen Klopp einkriegt und Lewandowski wieder trifft, plagiiert Dortmund Dortmund – rechtzeitig vor dem großen Spiel gegen Donezk.

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Weil sich Jürgen Klopp einkriegt und Lewandowski wieder trifft, plagiiert Dortmund Dortmund – rechtzeitig vor dem großen Spiel gegen Donezk.

Dortmund –  

Der klassische Termin für den Frühjahrsputz ist zwar noch nicht erreicht, aber bei Borussia Dortmund hatte sich zuletzt so viel Unrat angehäuft, dass ein weiterer Aufschub nicht klug gewesen wäre. Altlasten mit in die Partie gegen Schachtjor Donezk am kommenden Dienstag zu schleppen, hätte zur Belastung werden können. Also setzten die Dortmunder ihre Aufräumarbeiten zum Spiel gegen Hannover 96 an. Das haben sie gut hinbekommen. Der Deutsche Noch-Meister war in den vergangenen Wochen mit dem fortwährenden Theater um Robert Lewandowski und der immer aggressiveren Rivalität zum FC Bayern, die in dem Plagiatsvorwurf, gipfelte, den Trainer Jürgen Klopp gegenüber dem Rekordmeister und dessen Trainer erhob, ja zu einer Art Borussia Hollywood geworden.

Entschuldigung bei Heynckes

Nun entschuldigte Klopp sich vor dem souveränen 3:1 gegen Hannover bei Jupp Heynckes. „Das Letzte, was ich will oder wollte und jemals getan habe, war, irgendeinem Kollegen den Erfolg zu neiden, Sorry Jupp“, verkündete er via WDR2. Der Trainer hatte offenbar gemerkt, dass seine Einlassung dem eigenen Projekt nicht zuträglich war. So schonten die Dortmunder vor dem Champions-League-Spektakel ihre Nerven und ein paar Ressourcen (Piszczek und Götze), und Robert Lewandowski machte endlich wieder, was er am besten kann: Tore. Am Ende waren die Köpfe frei für das große Spiel gegen Donezk, das ist wahrscheinlich noch wichtiger als die drei Punkte fürs Bundesligatableau.

Allzu sehr verausgaben mussten sich die Dortmunder nicht. Nach rasantem Beginn gab es immer wieder Phasen, in denen die Spieler sich erholen konnten, die 115 Kilometer Laufleistung des Teams liegen deutlich unter den üblichen Werten. „Wir haben es in den ersten 20 Minuten nicht geschafft, den Respekt abzulegen, da haben uns die Dortmunder ziemlich hergespielt“, sagte Hannovers Trainer Mirko Slomka, Am Ende dieser Anfangsphase stand es nach zwei Lewandowski-Treffern (8., 21.) bereits 2:0.

Hummels wird gebraucht

Es war ein Statement. Zum einen hatte der Pole auf der ungewohnten Position auf der Zehn hinter Julian Schieber gespielt, zum anderen hatten einige Beobachter befürchtet, dass der Schlagzeilensturm der vergangenen Wochen und die erst am Freitag aufgehobene Rot-Sperre doch Spuren hinterlassen. Die großartige Leistung Lewandowskis, der beweglichster und inspiriertester Mann auf dem Platz war, sei „der Beweis, dass Menschen tatsächlich unabhängig von Schlagzeilen agieren können“, sagte Klopp. Der Trainer hat sich wohl vorgenommen, wieder mehr Fußball-Lehrer als Boulevard-Themen-Lieferant zu sein.

Es gibt ja interessante Fachfragen beim BVB. Trotz des ungefährdeten Sieges war wieder zu sehen, dass Innenverteidiger Felipe Santata kein gleichwertiger Ersatz für Mats Hummels ist. Der Brasilianer strahlt keine Sicherheit aus, seine Spieleröffnung ist holprig, und Mohamed Abdellaoues zwischenzeitlichen Anschlusstreffer hatte er mit einem merkwürdigen Kopfball an die eigene Latte eingeleitet (41.). „Mats fehlt der ganzen Mannschaft“, sagte Marcel Schmelzer. Die Chancen, dass der grippekranke Abwehrchef am Dienstag in der Champions League wieder spielen kann, stehen aber gut.

Neuer Innenverteidiger im Sommer

Es zeichnet sich ab, dass der BVB im Sommer einen neuen Innenverteidiger verpflichten wird, in dieser „Hochphase der Saison“ (Klopp) ist nämlich deutlich zu sehen, dass der Kader im Mittelfeld zwar sehr breit besetzt ist, nicht aber in Sturm und Abwehr. Ganz vorne spielte Schieber. Einerseits sollte Götze, dessen Position Lewandowski übernahm, geschont werden, andererseits will Klopp wohl ausprobieren, ob Schieber mit etwas Spielpraxis vielleicht doch zu einer brauchbaren Lewandowski-Alternative werden kann. „Julian hat gearbeitet wie ein Berserker, er hat die Abwehrspieler durch die Gegend gezogen und dadurch die Räume geöffnet“, sagte der Dortmunder Trainer wohlwollend. Außerdem hatte der Ersatzstürmer ja zum 3:1 getroffen und damit sein erstes Bundesligator für den BVB erzielt (72.), Schieber selbst sieht seine Entwicklung jedoch kritisch: „Am 24. Spieltag das erste Tor zu machen, ist natürlich eine magere Ausbeute“, sagte der ehemalige Stuttgarter, der zwar fleißig ist, aber meist in Schwierigkeiten gerät, wenn er es in engen Räumen mit dem Ball zu tun hat. Gegen Donezk wird daher wieder die bewährte Offensive auflaufen, mit Götze, Reus – und Lewandowski ganz vorne im Zentrum.

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