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20. Dezember 2012

Borussia Dortmund: Nur Olaf Thon dämpft die Freude

 Von Hendrik Buchheister
Tief durchatmen: Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. Foto: dapd

Zum Jahresausklang ärgert sich Borussia Dortmund nur über Lospech: Swohl in der Champions League als auch im DFB-Pokal.

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Dortmund –  

Um kurz vor 23 Uhr am Mittwoch konnte eigentlich kein Zweifel daran bestehen, dass das Fußballjahr 2012 perfekt zu Ende gegangen war für Borussia Dortmund. Zum Abschluss hatte der BVB seinem Publikum beim 5:1 im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Hannover eine Gala spendiert, die auch Jürgen Klopp ins Schwärmen brachte: „Meine Mannschaft hat sich in einen Rausch gespielt“, fand der Dortmunder Trainer, „das war großartig, das war fantastischer Fußball.“

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hielt eine Rede im Pressesaal des ehemaligen Westfalenstadions, in der er die Erfolge würdigte, die der BVB in den vergangenen zwölf Monaten in Meisterschaft, Champions League und Pokal einfahren konnte. Er schloss mit der Feststellung: „Das war schon ein außergewöhnliches Jahr. Deshalb fällt die Bilanz natürlich großartig aus.“

Doch dieses außergewöhnliche Jahr war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht vorbei. Kurz nach den Festreden von Klopp und Watzke schritt der ehemalige Schalker Olaf Thon zur Lostrommel und bescherte den Dortmundern im Viertelfinale des nationalen Cups das gefürchtete Duell mit dem FC Bayern, und das auch noch auswärts. Dem BVB droht das Schreckensszenario, nach der Meisterschaft auch den Pokal an die Münchner zu verlieren.

Am liebsten gegen Celtic

Und auch die Auslosung der Achtelfinal-Spiele in der Champions League am nächsten Mittag fiel nicht zur Zufriedenheit der Dortmunder aus: Sie hätten am liebsten gegen den FC Celtic gespielt, alleine schon wegen des stimmungsvollen Stadions in Glasgow, und auch Gegner wie den attraktiven aber angeschlagenen FC Arsenal hätte der BVB ohne Klagen begrüßt. Stattdessen müssen sich Klopps Männer im Achtelfinale mit Schachtjor Donezk messen, dem unberechenbaren Meister der Ukraine.

Mit den Spielen gegen Donezk erwartet die Dortmunder nach Einschätzung ihres Geschäftsführers „eine richtig schwere Aufgabe. Es war nicht unbedingt unser Wunschgegner.“ Die mit einer Reihe hochwertiger Brasilianer besetzten Ukrainer empfahlen sich unter anderem mit einem Sieg gegen Titelverteidiger Chelsea für die Runde der letzten 16.

Mut für die schweren Aufgaben im neuen Jahr zieht der BVB allerdings nicht zuletzt aus dem Spiel gegen Hannover. Der BVB bot den Zuschauern zum Jahresausklang noch einmal alles, was die Mannschaft auszeichnet: direktes Spiel nach vorne, Kombinationen im Flipperautomaten-Tempo und Schönheit im Abschluss. Der Anführer war an diesem Abend Mario Götze. Ihm gelangen drei Treffer, und vor allem sein zweites Tor war sehenswert: Einen Freistoß aus 20 Metern schob er unter der Mauer hindurch ins Tor.

Das 5:1 gegen Hannover war aus Sicht des BVB aber nicht nur ein Sieg der Kunst, sondern vor allem ein Sieg des Willens. Trainer Klopp war sich nicht sicher gewesen, wie viel Kraft noch in der Mannschaft steckte. „Ich habe gesagt: Wenn nur ich ins Finale will, ist das zu wenig“, berichtete er hinterher, „die Mannschaft muss zeigen, dass sie das auch will. Und das hat sie gemacht.“

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