Vor rund 35.000 Zuschauern im Upton Park, dem Fußballstadion von West Ham United, siegte der zurückgetretene Ex-Weltmeister Haye in der fünften Runde durch K. o. Für Chisora war es die vierte Niederlage in seinen letzten fünf Kämpfen.
Der 17 Kilogramm schwerere Chisora hielt gegen den „Hayemaker“ in den ersten Runden gut mit. Haye konnte sich den Schlägen seines erst 28 Jahre alten Kontrahenten zeitweise nur durch Klammern entziehen. Am Ende der dritten Runde landete Chisora einen guten Punch, sodass sich Haye nur mit Mühe auf den Beinen halten konnte. In der fünften Runde dann ein ganz anderes Bild: Chisora wirkte müde und konnte seine Deckung kaum halten. Haye nutzte das aus, schickte den 28-Jährigen zweimal auf die Matte und siegte durch Knockout.
„Ich habe mein Bestes gegeben“, sagte Haye. „Es hat wirklich sehr, sehr gut geklappt.“ Dagegen räumte Chisora ein, er habe einen Moment „abgeschaltet“, das habe sein Gegner ausgenutzt.
Sieger im "Hass-Duell" wird David Haye. Er gewinnt den Kampf gegen Dereck Chisora.
Foto: REUTERSDer sportlich an und für sich nicht besonders hochkarätige Kampf bezog seinen Reiz aus einer Schlägerei außerhalb des Ringes im Februar in München. Nach der Niederlage Chisoras gegen Witali Klitschko am 18. Februar 2012 waren Haye und Chisora auf der Pressekonferenz nach dem Kampf publikumswirksam mit Flaschen und einem Kamerastativ aufeinander losgegangen. Haye hatte den Kampf in München für einen britischen TV-Sender kommentiert. Im Mai kündigte Box-Promoter Frank Warren daraufhin einen Kampf zwischen den beiden Streithähnen im Ring an.
Da der britische Profiboxverband BBBofC Chisora nach den Vorfällen von München die Lizenz entzogen hatte und Haye nach seinem offiziellen Rücktritt keine Lizenz mehr besaß, wurde der Kampf unter Aufsicht des Box-Verbandes von Luxemburg ausgetragen. (dapd)
David Haye (r) erwischt Dereck Chisora (l) bei der Prügelei auf der Pressekonferenz mit einer Flasche. Foto: YouTube/britishboxers.co.uk
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