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10. August 2014

Bundesliga: Die Variante Tempo kommt hinzu

 Von Andreas Morbach
Durchsetzungswille. Der Gladbacher Rafael (r.) lässt sich im Spiel gegen Bilbao von Rico Mikel nicht aufhalten.  Foto: AFP

Borussia Mönchengladbach hat sich gezielt verstärkt, und Trainer Lucien Favre hat taktische Alternativen.

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Der kleine Scherz am Rande war Pflicht. 23 Tage nach dem WM-Finale war Christoph Kramer wieder in Mönchengladbach gelandet, hatte sich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen, vom Oberbürgermeister eine Erdbeertorte aus seiner Lieblingsbäckerei überreicht bekommen – und nun war Max Kruse an der Reihe. Borussias Offensivspieler, im Gegensatz zu Kramer nicht beim Turnier in Südamerika dabei, lauerte dem stolzen Weltmeister auf, machte einen Schlenker zu dem von Journalisten umlagerten Mitspieler und fragte im Vorbeigehen: „Chris, was hast du noch mal gewonnen?“

Ein listiger Wink Richtung Kramer, dem die Schulter des Argentiniers Ezequiel Garay nach 16 Endspiel-Minuten so heftig gegen den Schädel gedonnert war, dass dem Gladbacher vorübergehend die Sinne schwanden. Die 20 Minuten vom Zusammenprall bis zu dem Moment, als er in der Kabine wieder zu sich kam, fehlen in Kramers Gedächtnis. „Aber das“, sagt der 23-Jährige, „ist halb so wild. Ich weiß ja: Wir haben den Pott.“

Nun ist Kramer nach seinem märchenhaften Aufstieg vom Zweitligaspieler in Bochum (2013) zum Weltmeister von Rio (2014) zurück im Alltag – und genießt nach dem späten Einstieg ins Training fürs Erste die Geduld des Trainers. „Er braucht mindestens drei Wochen, bis er wieder da ist“, ahnt Lucien Favre. Was laut dem Übungsleiter aber nicht bedeuten müsse, dass Kramers Stammplatz in Gefahr sei.

Enorme Konkurrenz im Mittelfeld

Nichtsdestotrotz: Die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld ist mit dem Norweger Havard Nordtveit, dem Schweizer Granit Xhaka und dem aufstrebenden Nachwuchsmann Mo Dahoud (18) enorm. Ohnehin hat der Vorjahressechste die in den vergangenen drei Spielzeiten gewonnene sportliche Stabilität genutzt, seinen Profikader in der Breite zu optimieren. Inzwischen ist jede Position sehr ordentlich und doppelt besetzt, so dass Tüftler Favre einige taktische Alternativen parat hat.

Engagiert am Seitenrand: Trainer Lucien Favre.  Foto: AFP

Die mit Raffael, Kruse und Patrick Herrmann ohnehin schon formidabel besetzte Offensive hat durch die Neuzugänge André Hahn und Ibrahima Traoré weiter an Qualität gewonnen, so dass der Abgang von Zauberfuß Juan Arango (34) kaum ins Gewicht fallen dürfte. Diese Hoffnung nährt auch der ebenfalls frisch nach Gladbach gelotste und im Angriff vielseitig verwendbare Thorgan Hazard, jüngerer Bruder des belgischen Nationalspielers Eden Hazard vom FC Chelsea. Und auch US-Nationalspieler Fabian Johnson, aus Hoffenheim gekommen, soll das Borussen-Spiel unberechenbarer machen: Er kann als rechter Verteidiger agieren, wurde in der Vorbereitung von Favre aber auch schon mal ins linke Mittelfeld verpflanzt.

Favres Ziel ist es, das bereits im vergangenen Jahr praktizierte Ballbesitzspiel nun um die Variante Tempo zu erweitern. Bei der Generalprobe am Samstag gegen Athletic Bilbao lief es allerdings noch recht holprig, vor allem in der Abwehr. Beim 1:3 gegen den spanischen Champions-League-Qualifikanten stand es nach 24 Minuten 0:3, alle drei Gegentreffer fielen nach Ecken. Beim 0:2 patzte zudem der neue Keeper Yann Sommer, Nachfolger des nach Barcelona abgewanderten Marc-André ter Stegen. „Drei Tore nach Ecken – das ist besonders ärgerlich, denn die defensiven Standards waren in der vergangenen Saison unsere große Stärke“, murrte Monsieur Favre, erwähnte nach der besseren zweiten Halbzeit aber auch: „Aus dem Spiel heraus haben wir wenig zugelassen.“

Das längst zur Gewohnheit gewordene Saisonziel – ein einstelliger Tabellenplatz – hat für diese Saison weiter Bestand. Auch wenn der bodenständige Sportdirektor Max Eberl einräumt: „Wir versuchen, den Abstand zu den größeren Vereinen zu verkleinern – und haben auch eine gute Perspektive.“ Dazu zählt die Chance, sich in den Playoffs gegen den bosnischen Vertreter FK Sarajewo am 21. und 28. August für die Gruppenphase der Europa League zu qualifizieren. „Die Erfahrung, die wir vor zwei Jahren gemacht haben, war einzigartig: Ein ständig bestens gefüllter Borussia-Park, Riesenatmosphäre und Riesenstimmung. Deshalb sind wir heiß darauf“, bringt Eberl die internationalen Ambitionen der Borussia auf den Punkt.

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