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29. September 2014

Bundesliga-Kommentar: Gladbacher Schleicher

Auf leisen Sohlen an die Spitze: Gladbach macht vieles richtig.  Foto: dpa

Während eine Reihe von Traditionsklubs auf chaotische Art oder rührselige Weise an die internationalen Fleischtöpfe gelangen wollen oder das Mittelmaß als seligmachendes Dasein verkaufen, hat es Borussia Mönchengladbach heimlich, still und leise geschafft, sich an die Spitze heranzuschleichen. Ein Kommentar.

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Nostalgiker werden den Blick aufs Tableau genießen. An eins die Bayern, an zwei die Borussen. Aber nicht der Neuzeit-Herausforderer aus Dortmund, sondern die Altmeister aus Mönchengladbach. Wie einst in den 70er-Jahren. Damals, als sich München und Mönchengladbach in einem Dauerduell verstiegen, das alles für einen Klassiker hatte. Nur funktioniert die Branche längst nach anderen (geldgetriebenen) Mechanismen, weshalb die aktuelle Momentaufnahme mal lohnt, kurz innezuhalten. Jetzt, wo Gladbach auf Rang zwei geklettert ist, muss eine weitsichtige wie erfolgreiche Personalpolitik gelobt werden.

Allein auf den Flügeln haben die Sympathieträger vom Niederrhein mehr Varianten und mehr Tempo anzubieten als fast jeder andere Klub. Die Spieler werden von einem Trainer befehligt, der zwar nicht Spektakel verlangt, dafür umso mehr von Taktik versteht: Der Schweizer Fußballlehrer Lucien Favre hat für sich erkannt, dass er an diesem Standort etwas entwickeln darf, was ihm in Berlin nicht zugetraut wurde. Und Max Eberl hat binnen kürzester Zeit den Sprung vom Profi zu einem Sportdirektor geschafft, dem in der Branche größte Anerkennung zuteil wird. Gestern hat sich der gebürtige Bayer in der sonntäglichen TV-Talkrunde am Münchner Flughafen ein bisschen selbst für seinen aus seiner Sicht gut zusammengestellten Kader gelobt. Zu Recht.

Favre und Eberl machen tollen Job

Man wird den Eindruck nicht los: Während eine Reihe von Traditionsklubs auf chaotische Art (Hamburger SV, VfB Stuttgart) oder rührselige Weise (Hannover 96) an die internationalen Fleischtöpfe gelangen wollen, das Mittelmaß als seligmachendes Dasein verkaufen (Eintracht Frankfurt) oder aber schon froh sind, überhaupt wieder erstklassig zu sein (1. FC Köln), hat es Borussia Mönchengladbach heimlich, still und leise geschafft, sich heranzuschleichen. Immer weiter, notfalls auch mal langsam auf der Kriechspur. Aber es reicht aus, um den einen oder anderen abzuhängen, der stehen blieb oder mit dem Kopf durch die Wand wollte.

Wer sich die Umsatzentwicklung und die Lizenzspielerkosten ansieht, entdeckt am Niederrhein keine wilden Kurven, sondern einen fast linearen Aufwärtstrend. Der Klub strebt so beharrlich nach oben, dass die Tiefstapelei bald ein Ende hat, wenn die „Fohlen“ weiterhin Schalke oder Dortmund davongaloppieren.

Die Voraussetzungen scheinen im ersten Halbjahr sogar ausgesprochen günstig für das nächste Überholmanöver. Gut möglich, dass sich manch ein Romantiker eine Tabelle unter den Weihnachtsbaum hängen wird, in der München und Mönchengladbach zwar durch einige Punkte, aber nicht viele Ränge getrennt sein werden.

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