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30. Januar 2011

BVB marschiert weiter: Erdrückende Dominanz

 Von Felix Meininghaus
Jubelnde Dortmunder: Mario Götze (rechts), Lucas Barrios (Mitte) und Kevin Großkreutz freuen sich über ihren Sieg.  Foto: dpa

Borussia Dortmund scheint in dieser Saison tatsächlich alles fest im Griff zu haben. Beim souveränen Sieg in Wolfsburg demonstrierte der BVB wieder einmal eindrucksvoll, weshalb die Konkurrenz wohl vergeblich auf ein Schwächeln des Tabellenführers warten wird.

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Als die Nachspielzeit begann, lehnte sich Jürgen Klopp auf der Trainerbank zurück. Tiefenentspannt. Dortmunds Trainer, der bei Bedarf an der Seitenlinie herumhüpft wie Rumpelstilzchen, hatte einen geruhsamen Nachmittag verbracht. 30 000 Zuschauer im ausverkauften Wolfsburger Stadion hatten miterlebt, wie der BVB seine Dienstfahrt nach Niedersachsen zu einer Demonstration der Stärke genutzt hatte. Nichts, aber auch gar nichts – so der Eindruck eines bitterkalten Januar-Nachmittags – wird die Dortmunder davon abhalten, ihren komfortablen Vorsprung an der Tabellenspitze bis zum Ende der Spielzeit zu halten. „Ich gehe davon aus, dass sie Meister werden“, sagte Nationalspieler Arne Friedrich nach dem einseitigen Spiel, das mit einem 3:0 (2:0) für die Borussia geendet hatte: „Und wenn sie so weiter spielen“, führte der Manndecker weiter aus, „haben sie es auch verdient.“

Warum der BVB auch zu Beginn der Rückrunde eine solch dominante Rolle spielt, erläuterte Friedrich nach 90 für ihn und seine Mitstreiter frustrierenden Minuten: „Wenn es um den Angriff geht, machen alle mit, und wenn es um die Abwehr geht, machen alle mit. Das ist eine unheimlich starke Mannschaft, die einen unheimlich hohen Aufwand betreibt.“ Auch Klopp stimmte nach Toren von Lucas Barrios, Nuri Sahin und Mats Hummels in all die Lobeshymnen für seine Mannschaft ein. „Das war richtig, richtig gut“, betonte der Trainer in der Pressekonferenz. „Die Jungs waren immer bereit für den nächsten Zweikampf, immer bereit für den nächsten Laufweg.“

Unglaublich hohes Engagement


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Das unglaublich hohe Engagement, das die Dortmunder Spiel für Spiel in ihre Vorstellungen einbringt, zeitigt eine Intensität, an der die Gegner zerbrechen. Sie produzieren Fehler, weil sie früher oder später dazu gezwungen werden. Der BVB zeigte beim Meister von 2009 eine weitere Kostprobe seiner erdrückenden Dominanz. Wo immer sich auf dem Rasen ein Spieler in Weiß mit dem Ball am Fuß blicken ließ, war er sofort von drei bis vier Männern in Schwarz-Gelb umzingelt. Einer der vielen Ballgewinne führte bereits in der zweiten Minute zur Dortmunder Führung. Am Ende einer traumhaften Kombination über Sahin und Götze stand Torjäger Lucas Barrios und stellte das frühe Signal auf einen nie gefährdeten Auswärtssieg. Und im Gegensatz zur Vorwoche, als der Tabellenführer beim 1:1 gegen Stuttgart eine Vielzahl bester Chancen vergeben hatte, stimmte nun auch wieder die Ausbeute.

„Wir wollten es einfach zu schön machen“, hatte Sahin nach dem unnötigen Unentschieden gegen die Schwaben gerügt. Nun wies er selbst exemplarisch nach, wie lernfähig die BVB-Profis sind: Die Art, in der Sahin den Ball im Nachsetzen zum 2:0 über die Linie drückte, offenbarte den puren Willen eines Spielers, der sich partout nicht von seinem Weg abbringen lässt. Neben solchen prägnanten Charaktereigenschaften ist es auch die Klasse seines Personals, das den BVB an der Spitze der Liga einsam seine Kreise ziehen lässt. Zum Beispiel das defensive Mittelfeld, in dem Nuri Sahin und Sven Bender ein Duo bilden, das hierzulande seinesgleichen sucht.

Während Bender vor der Abwehr mit Antizipation und Zweikampfstärke die Löcher stopft, eröffnet Sahin das Spiel mit chirurgischer Präzision. Davor gab der 18-jährige Mario Götze in Wolfsburg eine weitere Kostprobe seiner üppigen Möglichkeiten. Wenn der Jung-Nationalspieler so weiter spielt, erübrigen sich alle Diskussionen, wie Shinji Kagawa, für den die Saison nach seinem beim Asien Cup erlittenen Fußbruch beendet ist, ersetzt werden soll. „Wir haben nachgewiesen, dass wir genug Qualität haben, um Shinji zu ersetzen“, betonte Hummels.

Götze wirbelt in der Schaltzentrale

Wohl dem, der so privilegiert ist, dass er den Ausfall seines Spielmachers kompensieren kann, indem er ein Juwel wie Götze in der Schaltzentrale wirbeln lässt. Tatsächlich zeigen sich die Dortmunder vom Verlust von Kagawa gänzlich unbeeindruckt. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke spricht von einem „Druck, den alle verspüren, nur wir nicht“. Tatsächlich verpuffen sämtliche Parolen der Konkurrenz, so lange der BVB mit der Überzeugung agiert, die er in Wolfsburg vorführte. Nichts wird den mutmaßlichen nächsten Meister von seiner Maxime abhalten, sich nur mit sich selbst und dem kommenden Gegner zu beschäftigen. „Leverkusen interessiert uns nicht, Bayern interessiert uns nicht“, sagt Watzke: „Uns interessiert nur Borussia Dortmund. Und jetzt bis Freitag Schalke 04.“

Der ewige Rivale aus dem Revier kommt zu Beginn des 21. Spieltags zum Nachbarn, und das soll für die Dortmunder eines der besonderen Highlights dieser an Höhepunkten so reichen Saison werden. Den Ausblick auf das Derby gab Nuri Sahin 30 Minuten nach dem Schlusspfiff in Wolfsburg: „Montag haben wir frei, ab Dienstag gilt unsere volle Konzentration dem Derby. Darauf freuen wir uns sehr.“ Dortmunds junge Wilde – so der Eindruck – sind weit davon entfernt, satt zu sein.

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