Auf ihrer Homepage hat Claudia Pechstein den Streit der Wissenschaftler über ihre Dopingsperre für längst beendet erklärt. "Zwei Expertenlager in meinem Fall?", betitelt sie den Eintrag: "Ich kann die wirklich nicht erkennen!" Es ist Pechsteins Sicht auf die Dinge, seit ihr vier Mediziner auf der Pressekonferenz der Fachgesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) eine leichte Kugelzell-Anomalie attestierten. Zwar ist das Diagnoseverfahren, das zum neuen Befund führte, kaum geprüft. Doch Doping mit der Standarddroge Epo wurde ausgeschlossen, der Fall soll gelöst sein, Pechstein hofft auf juristischen Freispruch. Deshalb erkennt sie dem einen Lager, das Betrug für wahrscheinlich hält, kurzerhand den Expertenstatus ab. Sie sieht nur noch "Widersacher gegen die wachsende Expertenmeinung" - sprich: gegen ihr Lager, für das sie 17 Wissenschaftler auflistet.
Tatsächlich aber ist die Realität weniger eindeutig als das Weltbild der Kufenläuferin. Auf ihrer Fürsprecher-Liste steht beispielsweise Professor Walter Schmidt von der Universität Bayreuth. Schon im Oktober zeigte er mit einem Gutachten, dass Pechsteins Blutbild nicht zu Epo-Doping passt. Dem jedoch misst Sportmediziner Schmidt, anders als die Kollegen aus der Hämatologie, keine so ausschließliche Beweiskraft zu: "Ich hätte mich vorsichtiger ausgedrückt", kommentiert er deren Statements.
Schmidt hat noch ein anderes - theoretisches - Lösungsangebot für die Frage, ob sich ein Blutbild wie das von Pechstein mit verbotenen Substanzen herstellen ließe. Für dieses Denkmodell lenkt er das Augenmerk auf zwei Stoffe, die bisher kaum Beachtung fanden, wiewohl sie zur Grundausstattung von Sportbetrügern gehören: Das Wachstumshormon hGH und jenes Peptid, das es in der Leber produziert - der insulinähnliche Wachstumsfaktor IGF 1. "Generell stimuliert IGF 1 auch die Blutbildung", teilt Schmidt mit, "was anhand von Zellkulturen, Tierexperimenten und Versuchen am Menschen gezeigt wurde." Bei Patienten sei "fast durchgängig eine deutliche Steigerung" feststellbar.
Schmidts Forschung gilt jähen Extremen, wie sie typisch sind für Pechsteins junge rote Blutkörperchen, die Retikulozyten. Für die Welt-Antidopingagentur (Wada) entwickelt er einen indirekten Dopingnachweis, der mit Extremen beim Hämoglobin arbeitet. Also bei jenem leistungsbestimmenden Sauerstoffträger, den es mit irgendeiner verbotenen Methode hochzutreiben gilt, wie sie Pechstein per indirektem Nachweis zwei Jahre Sperre einbrachte.
Zum Thema Wachstumshormon verweist der Wissenschaftler auf zwei Studien: "Die erste beschreibt für Patienten mit Wachstumshormonmangel bei Gabe von hGH (und somit Erhöhung von IGF 1) nicht nur eine Zunahme der Erythrozytenmenge, sondern auch von Plasma- und somit Blutvolumen." Beides werde als leistungsfördernd diskutiert. "Dadurch, dass das Plasmavolumen ansteigt, ist der Effekt auf die Hämoglobinkonzentration kleiner!"
Mit dieser Aussage zielt Schmidt auf einen Punkt, der auch in Pechsteins Fall Rätsel aufgibt: Wie ist es möglich, dass über zehn Jahre immer wieder erhöhte Retikulozyten auffallen, während Hämoglobin und Hämatokrit stets im Normalbereich liegen? Pechsteins Experten galt dies als ein zentrales Argument: Steigt der Anteil der roten Blutzellen nicht an, ist das untypisch für Doping mit Epo. Aber eben nicht für die Manipulation mit Wachstumshormon - bei der wird der Plasma-Expander, den es zur Verdünnung des Blutes (und für niedrige Werte) braucht, gleich mitgeliefert.
Denkmodell Wachtumshormon
Fingerzeige für das Denkmodell Wachtumshormon liefert auch die zweite Studie. Sie belegt laut Schmidt einen rasanten Anstieg der Retikulozytenzahl: um rund 50 Prozent, vier bis sieben Tage nach IGF-1-Infusion. Probanden waren Patienten mit Nieren-Insuffizienz. Für Athleten, sagt Schmidt, seien diesbezüglich "kaum definitive Aussagen" zu treffen.
Dabei bleibt es wohl, Versuche am gesunden Menschen wären unethisch. Auch deshalb führt diese Theorie auf kaum erforschtes Terrain - und an die Grenzen des Spezialistendenkens. Kategorisch behauptete etwa Pechsteins Lübecker Epo-Experte Wolfgang Jelkmann, es gebe "überhaupt keine Hinweise", dass IGF 1 derart gesteigerte Retikulozyten-Werte auslöse. Kaum zurückhaltender ist der australische Blutdopingforscher Michael Ashenden, auch er auf Pechsteins Fürsprecher-Liste: "Mein Fachgebiet sind weder hGH noch IGF 1. Aber würden diese Substanzen tatsächlich die Blutbildung in einem solchen Umfang stimulieren, würden viele Athleten sie statt Epo verwenden."
Interessanterweise wird genau diese Befürchtung in einem deutschen Antidopinglabor bereits ausgesprochen. Hingegen zeigt sich der Endokrinologe Christian Strasburger, Mitentwickler des Nachweises, der jüngst zur ersten Überführung eines hGH-Dopers führte, ähnlich skeptisch wie Ashenden: "Der Effekt von Wachstumshormon auf die Blutbildung ist eher marginal."
Ob das stimmt, darüber gibt die klinische Medizin, wo das Hormon meist zur Behandlung Kleinwüchsiger verabreicht wird, kaum Aufschluss. "Jeder Arzt würde für die Blutbildung Epo-Produkte geben", sagt Pharmakologe Fritz Sörgel. "Bei hGH und IGF 1 ist das ein Nebeneffekt, über den wir wenig wissen, weil er den am Patienten orientierten Mediziner nicht interessieren muss."
Professionelle Doper schätzen andere, besser bekannte Wirkungen: "Plötzlich hatte ich 100 PS mehr", beschrieb der französische Radprofi Erwann Menthéour als einer der ersten Athleten die Wirkung des Hormon-Turbos. Der Stoff, den Marion Jones oder Bernhard Kohl spritzten, fördert die Nährstoffzufuhr in die Zellen und Muskeln und garantiert extreme Fettverbrennung. Zugleich sorgt er für verkürzte Regenerationszeit. hGH, 1985 erstmals gentechnisch hergestellt, lässt den Körper verräterisch aus der Fasson geraten, weil Hände und Füße, Stirn und Kiefer mitwachsen. IGF 1, seit Mitte der Neunziger auf dem Markt, tut das nicht.
Der Brite Peter Sönksen hat die erste von Schmidt zitierte Studie mitverfasst. Anders als die Hämatologen sagt er, mit Blutwerten wie denen von Pechstein sei analytisch wenig anzufangen: "Sie sind zu unspezifisch für einen hGH-Nachweis." Aber: Sie widersprächen einer Manipulation mit Wachstumshormon auch nicht. An der Spitze eines internationalen Forscherkonsortiums brachte Sönksen einen indirekten Test für hGH-Doping zur Serienreife. Mit dem ließe sich auch der Missbrauch des bisher nicht nachweisbaren IGF 1 erkennen. Noch zwei Wochen nach Injektion wären Athleten zu überführen. Der Test ist nicht Standard in den Dopinglaboren, Sönksen empfiehlt ihn aber: "Wenn hGH-Missbrauch festgestellt werden soll, ist er eine valide Methode."
Diejenigen, die sich weiter mit Pechsteins Fall befassen und auch für ungewöhnliche Werte zweier anderer deutscher Eisschnellläuferinnen interessieren, dürften solche Theorien in die Gesamtbewertung einschließen. Zu vermuten ist, dass im Höchstleister-Metier Doping mit Wachstumshormon oder Stoffen ähnlicher Wirkung weit häufiger anzutreffen ist als eine Kugelzell-Anomalie mit umstrittener Wirkweise.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Real Madrid | 121:32 | 100 | ||
| 2 | FC Barcelona | 114:29 | 91 | ||
| 3 | FC Valencia | 59:44 | 61 | ||
| 4 | FC Malaga | 54:53 | 58 | ||
| 5 | Atletico Madrid | 53:46 | 56 | ||
| 6 | UD Levante | 54:50 | 55 | ||
| 7 | CA Osasuna | 44:61 | 54 | ||
| 8 | RCD Mallorca | 42:46 | 52 | ||
| 9 | FC Sevilla | 48:47 | 50 | ||
| 10 | Athletic Bilbao | 49:52 | 49 | ||
| 11 | Real Sociedad | 46:52 | 47 | ||
| 12 | Real Betis Sevilla | 47:56 | 47 | ||
| 13 | FC Getafe | 40:51 | 47 | ||
| 14 | Espanyol Barcelona | 46:56 | 46 | ||
| 15 | Rayo Vallecano | 53:73 | 43 | ||
| 16 | Real Saragossa | 36:61 | 43 | ||
| 17 | FC Granada | 35:56 | 42 | ||
| 18 | FC Villarreal | 39:53 | 41 | ||
| 19 | Sporting Gijon | 42:69 | 37 | ||
| 20 | Racing Santander | 28:63 | 27 | ||
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Manchester City | 93:29 | 89 | ||
| 2 | Manchester United | 89:33 | 89 | ||
| 3 | FC Arsenal | 74:49 | 70 | ||
| 4 | Tottenham Hotspur | 66:41 | 69 | ||
| 5 | Newcastle United | 56:51 | 65 | ||
| 6 | FC Chelsea | 65:46 | 64 | ||
| 7 | FC Everton | 50:40 | 56 | ||
| 8 | FC Liverpool | 47:40 | 52 | ||
| 9 | FC Fulham | 48:51 | 52 | ||
| 10 | West Bromwich Albion | 45:52 | 47 | ||
| 11 | Swansea City | 44:51 | 47 | ||
| 12 | Norwich City | 52:66 | 47 | ||
| 13 | AFC Sunderland | 45:46 | 45 | ||
| 14 | Stoke City | 36:53 | 45 | ||
| 15 | Wigan Athletic | 42:62 | 43 | ||
| 16 | Aston Villa | 37:53 | 38 | ||
| 17 | Queens Park Rangers | 43:66 | 37 | ||
| 18 | Bolton Wanderers | 46:77 | 36 | ||
| 19 | Blackburn Rovers | 48:78 | 31 | ||
| 20 | Wolverhampton Wand. | 40:82 | 25 | ||
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Sandhausen | 57:42 | 66 | ||
| 2 | VfR Aalen | 50:42 | 64 | ||
| 3 | Jahn Regensburg | 55:41 | 61 | ||
| 4 | 1. FC Heidenheim | 48:36 | 60 | ||
| 5 | Rot-Weiß Erfurt | 54:41 | 59 | ||
| 6 | Burghausen | 55:47 | 57 | ||
| 7 | VfL Osnabrück | 46:35 | 55 | ||
| 8 | Kickers Offenbach | 49:41 | 55 | ||
| 9 | Chemnitzer FC | 47:43 | 55 | ||
| 10 | 1. FC Saarbrücken | 61:51 | 54 | ||
| 11 | VfB Stuttgart II | 44:47 | 50 | ||
| 12 | Preußen Münster | 40:44 | 50 | ||
| 13 | Arminia Bielefeld | 51:57 | 50 | ||
| 14 | Darmstadt 98 | 51:47 | 49 | ||
| 15 | Unterhaching | 63:59 | 44 | ||
| 16 | Wiesbaden | 40:48 | 44 | ||
| 17 | SV Babelsberg | 44:59 | 44 | ||
| 18 | Carl Zeiss Jena | 39:59 | 39 | ||
| 19 | Oberhausen | 33:47 | 38 | ||
| 20 | Werder Bremen II | 29:70 | 22 | ||
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | EHC Dortmund | 151:45 | 58 | ||
| 2 | EC Bad Nauheim | 162:43 | 56 | ||
| 3 | Kassel Huskies | 145:57 | 51 | ||
| 4 | EV Duisburg | 133:46 | 44 | ||
| 5 | Löwen Frankfurt | 112:67 | 40 | ||
| 6 | Hammer Eisbären | 98:82 | 40 | ||
| 7 | Ratinger Ice Aliens | 109:76 | 34 | ||
| 8 | Königsborner JEC | 90:109 | 33 | ||
| 9 | ESC Moskitos Essen | 62:118 | 18 | ||
| 10 | Herforder EV | 71:175 | 16 | ||
| 11 | EHC Krefeld | 42:158 | 3 | ||
| 12 | EHC Netphen 08 | 35:234 | 3 | ||
| Mannschaft | Körbe | Punkte | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Brose Baskets | 3033 | : | 2387 | 60 | |
| 2 | ratiopharm Ulm | 2778 | : | 2539 | 54 | |
| 3 | ALBA Berlin | 2825 | : | 2478 | 52 | |
| 4 | Artland Dragons | 2870 | : | 2655 | 48 | |
| 5 | FC Bayern München | 2672 | : | 2513 | 44 | |
| 6 | s.Oliver Baskets | 2431 | : | 2295 | 40 | |
| 7 | NY P. Braunschweig | 2645 | : | 2651 | 36 | |
| 8 | Baskets Bonn | 2730 | : | 2618 | 36 | |
| 9 | FRAPORT SKYLINERS | 2347 | : | 2337 | 34 | |
| 10 | Oldenburg | 2736 | : | 2755 | 32 | |
| 11 | Eisbären Bremerhaven | 2626 | : | 2731 | 32 | |
| 12 | Tigers Tübingen | 2628 | : | 2719 | 30 | |
| 13 | BBC Bayreuth | 2357 | : | 2643 | 24 | |
| 14 | TBB Trier | 2297 | : | 2509 | 22 | |
| 15 | Phoenix Hagen | 2689 | : | 3016 | 22 | |
| 16 | EnBW Ludwigsburg | 2601 | : | 2655 | 20 | |
| 17 | Gießen 46ers | 2341 | : | 2645 | 18 | |
| 18 | BG Göttingen | 2327 | : | 2787 | 8 | |
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