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04. März 2016

Conor McGregor UFC: Das ultimative Großmaul

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Conor McGregor ist der unumstrittene Star der Ultimate Fighting Challenge.  Foto: reuters

Die Ultimate Fighting Challenge mausert sich zum globalen Kampfsportereignis Nummer Eins und bemüht sich um ein besseres Image. Star der Szene ist ein vorlauter Ire namens Conor McGregor.

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US-Senator John McCain nannte die Ultimate Fighting Challenge einst einen „menschlichen Hahnenkampf“. Man möchte zustimmen, wenn man die öffentlichen Auftritte von Conor McGregor verfolgt.

Dort plustert sich der 1,75m große Prahlhans auf, beschimpft seine Gegner und spricht am liebsten über sich selbst. Er sagt dann, dass es zwei Dinge im Leben gebe, die er liebt: gut aussehen und Hintern versohlen. McGregor trägt maßgeschneiderte Anzüge und Sonnenbrille. Über dem Bauchnabel hat er sich seinen Nach-, darunter seinen Kampfnamen tätowiert: Notorious, der Berüchtigte.

Am 06. März trifft der 28-jährige Ire im MGM Grandhotel in Las Vegas auf den Amerikaner Nate Diaz. Es wird die 196. Auflage der UFC. Die Veranstalter rechnen weltweit mit Zuschauerzahlen im dreistelligen Millionenbereich. Und McGregor ist der lauteste und unumstrittene Star der Szene.

Die UFC ist ein US-Unternehmen, das Kampfsportveranstaltungen organisiert und vermarktet. Die Disziplin nennt sich Mixed Martial Arts. MMA verbindet Schlag-, Tritt- und Grifftechniken aus verschiedenen Schulen wie Judo, Kickboxen und Jiu-Jitsu. In Ländern wie Brasilien, Schweden oder Polen sind die MMA-Profis bereits gefeierte Stars. McGregors Kämpfe sind in seiner Heimat Irland Gassenfeger.

Fernsehverbot in Deutschland

In Deutschland fristet MMA ein Nischendasein. Man befinde sich, „wo die Amerikaner vor 15 Jahren waren“, sagt Frank Burczynski, Mitorganisator der Veranstaltung „We love MMA“, der FR. Er schätzt die Anzahl der Aktiven in Deutschland auf 500.

2009 bemühte sich die UFC das mit einer Veranstaltung in Köln zu ändern. Der Widerstand war enorm. Für Innenminister Thomas de Maiziere war die UFC nur „eine abscheuliche Form der Menschendarstellung“. Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien verbot dem Fernsehsender DSF die Übertragung künftiger Events. Zwar erklärte das ein Gericht 2014 als rechtswidrig, doch die Behörde ging in Revision und das Fernsehverbot für MMA-Kämpfe bleibt bestehen.

Das vorherrschende Bild des Sports in Deutschland ist weiterhin das einer besseren Kneipenschlägerei.  „Wer bei uns mitmacht, hat überhaupt nicht die Zeit, sich auf der Straße zu prügeln“, kontert Bruczynski.

Am hierzulande schlechten Image hat die UFC jedoch einen großen Anteil. Ihre ersten Veranstaltungen bewarben die Macher als Schlacht „ohne Regeln“ und „die blutigste, barbarischste Show in der Geschichte“. Die Kämpfe waren brutal und endeten häufig mit schweren Verletzungen.  Judokas trafen auf Straßenschläger, Kickboxer auf Sumoringer. Die Teilnehmer trugen keinen Mundschutz und waren entweder in ihren Herkunftssportarten nie besonders gut gewesen oder hatten ihren Zenit lange überschritten. Nur wenige schienen überhaupt auf die Kämpfe vorbereitet gewesen zu sein.

Holly Holm (li.), hier gegen Raquel Pennington, trifft im zweiten Hauptkampf des Abends auf Miesha Tate.  Foto: reuters

Sofort rührte sich öffentlicher Widerstand, angeführt von John McCain. Die UFC wurde in 30 Bundesstaaten und dem sonst sehr liberalen Bezahlfernsehen verboten. Ins gesellschaftliche Abseits gedrängt stand das Unternehmen kurz vor der Insolvenz und schließlich zum Verkauf.

Die neuen Besitzer um Boxpromoter Dana White bemühten sich um ein neues Image. Sie führten Gewichtsklassen und Runden ein und entwickelten in Zusammenarbeit mit staatlichen Sportbehörden ein umfassendes Regelwerk, das unter anderem Schläge auf den Hinterkopf, Tritte auf am Boden liegende Gegner und Kopfstöße verbot. Gleichzeitig starteten die neuen Investoren eine Reality Show unter dem Titel „The Ultimate Fighter“, die sich vor allem in den USA großer Beliebtheit erfreut.

Mittlerweile ist die UFC zurück und hat einen Vertrag mit Fox. Beim drittgrößten Fernsehsender der USA sind die Kämpfe ein Quotenhit und haben Sportarten wie Boxen lange hinter sich gelassen. Gary Cook, UFC-Europachef und ehemals Vorstand beim Fußballclub Manchester City, sieht den „am schnellsten wachsenden Sport der Welt“ deshalb nicht in Konkurrenz zu anderen Kampfsportarten sondern strebt nach Höherem. „Die UFC ist das, was im Basketball die NBA ist. Deshalb müssen wir uns fragen, wie wir dahin kommen, wo die NBA ist“, sagte Cook gegenüber dem Handelsblatt. Dass man bei der UFC daran überhaupt denken darf, liegt vor allem an den medialen Zugpferden wie Ronda Rousey oder eben dem Großmaul McGregor. 

Glaubt man ihm, dann hat die UFC, was die Gagen betrifft, längst zum Boxen aufgeschlossen. Ihn erwarte ein Vertrag, der ihm „eine neunstellige Summe“ zusichere. Damit würde McGregor in Sphären vorstoßen, die bisher Ausnahmeboxern wie Floyd Mayweather vorbehalten waren. Der Ire soll für seinen letzten Kampf eine Summe von fast 250 Millionen Dollar erhalten haben.

In einer Sache ist MMA dem Boxen weit voraus. Bevor am Samstag McGregor und Diaz aufeinandertreffen, fordert Miesha Tate Holly Holm, die amtierende Meisterin im Bantamgewicht,  heraus. Holm holte sich den Titel von Rousey, die bis dato gefeierte Ikone der UFC und bestbezahlteste Kampfsportlerin der Welt. Auch diesmal dürfen sich die beiden Sportlerinnen über eine Gage in Millionenhöhe freuen – Summen, von denen ihre Kolleginnen aus anderen Kampfsportdisziplinen nicht einmal zu träumen wagen.

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