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07. Januar 2011

Deutscher Kufencrack bei den Toronto Maple Leafs: Ein harte Schule

 Von Felix Meininghaus
Ein Münchner auf kanadischem Eis: Korbinian Holzer will sich in der NHL durchsetzen.  Foto: afp

Eishockey-Nationalspieler Korbinian Holzer lernt in Toronto, wie man sich in der NHL durchbeißen muss. Von der Erfüllung seines Kindheitstraums ist der ehemalige DEG-Spieler nur einen Anruf entfernt.

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Toronto –  

Wer ein Lächeln auf das Gesicht von Korbinian Holzer zaubern möchte, der muss ihn auf den 6. November 2010 ansprechen. Dann beginnt der Eishockey-Nationalspieler vom Spiel gegen die Buffalo Sabres zu erzählen − und dabei leuchten die Augen. Die Heimpartie haben die Toronto Maple Leafs zwar am Ende im Penaltyschießen verloren, und doch ist sie ein Meilenstein in der Karriere des 22-Jährigen. Es war Holzers erster Auftritt in der National Hockey League (NHL). Ein großer Schritt auf dem Weg, sich im bedeutendsten Wettbewerb zu etablieren, den der schnellste Mannschaftssport der Welt zu bieten hat.

Davon hat der Junge aus dem Münchner Vorort Gelting schon als Bub geträumt. Natürlich, schließlich träumt jeder, der einem Puck hinterherjagt, davon, eines Tages in der NHL zu landen. Holzers Weg ins gelobte Eishockey-Land führte vom DEL-Klub Düsseldorf über den Atlantik. So richtig geschafft hat er es indes noch nicht. Bislang reichte es zu lediglich zwei Auftritten bei den Maple Leafs.

Gnadenloser Konkurrenzkampf

Den Ligaalltag bestreitet der Deutsche derzeit bei den Toronto Marlies, die in der American Hockey League (AHL) spielen. Im so genannten Farmteam soll sich der Neuling für höhere Weihen empfehlen. Nah dran, aber noch nicht richtig drin, so lässt sich Holzers Status beschreiben. Schlimm ist das nicht, schließlich konnte der Neuling kaum damit rechnen, auf Anhieb ganz nach oben durchzustarten; zu gnadenlos ist der Konkurrenzkampf.

Bei den Maple Leafs kämpften in den Vorbereitungscamps 63 Kandidaten um die 23 Plätze im Team. Zwölf Stürmer, drei Torhüter und acht Verteidiger blieben übrig. Ein hartes Ausscheidungsrennen, schließlich waren sieben Defensivkräfte gesetzt. Der Druck sei extrem, schildert Holzer, „du musst jeden Tag zeigen, dass du bereit bist, alles zu geben.“ Den ersten Cut überstand der Deutsche, beim zweiten war Schluss. Nun spielt er also im Reserveteam und wartet darauf, befördert zu werden.

Genau wie sein Freund und Kollege Marcel Müller. Der Stürmer aus Berlin, der von den Kölner Haien zu den Maple Leafs gewechselt ist, befindet sich ebenfalls in der Warteschleife. „Jeden Tag kann der Anruf kommen“, sagt Holzer, „bis dahin versuchen wir, uns mit guten Leistungen anzubieten.“ Leistungssportler müssen positiv denken, und deshalb gehen die beiden Deutschen davon aus, den Sprung zu schaffen.

Analogien zu Schalke

Zumal sie ein gemeinsames Erlebnis verbindet, das ihnen durchaus zuträglich sein dürfte: Bei der famosen Heim-WM 2010 waren Holzer und Müller dabei, als der krasse Außenseiter Deutschland die USA in der Schalker Arena vor der damaligen Weltrekordkulisse von 77.803 Zuschauern schlug und sich danach bis ins Halbfinale kämpfte. „Ich denke schon, dass unsere starke WM geholfen hat, deutschen Spielern ein höheres Ansehen zu verschaffen“, sagt Holzer. „Die Welt hat gesehen, dass es auch bei uns sehr gut ausgebildete Spieler gibt.“

Dass Korbinian Holzer an einem geradezu mythischen Standort seines Sports gelandet ist, nimmt er täglich mit Staunen zur Kenntnis: „Toronto ist so was von eishockey-verrückt. Dieser Klub hat eine ewig lange Tradition, hier ist jeder Fan.“ Ein eigener Fernsehsender verfolgt jeden Schritt des Teams, die Zeitungen sind voll von den Maple Leafs, „und die Spieler kennt hier jedes Kind“.

Ein wenig ist der Kultstatus vergleichbar mit dem von Schalke 04. Nicht nur, weil die Farben königsblau und weiß sind, sondern auch, weil die letzte Meistertrophäe schon reichlich angestaubt ist. Während die Knappen seit 53 Jahren darauf warten, mal wieder die Schale in die Höhe zu halten, dauert die Durststrecke in Toronto auch schon eine Ewigkeit. 1967 holten die Maple Leafs den letzten ihrer 13 Stanley Cups.

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