kalaydo.de Anzeigen

Sport
Sport-Nachrichten, Ergebnisse und Live-Ticker

14. August 2013

Deutschland - Paraguay 3:3: Tag des offenen Scheunentors

 Von 
Fassungslos: Philipp Lahm nach dem Unentschieden gegen Paraguay. 

Eine DFB-Elf ohne Konzept und ohne Bereitschaft zur Schmutzarbeit. Zwar dominiert die Mannschaft beim 3:3 gegen Paraguay das Spiel, doch Patzer in der Abwehr bereiten Bundestrainer Joachim Löw Kopfzerbrechen.

Drucken per Mail

Das Fußballpublikum in der Pfalz erlebt nun schon im zweiten Spieljahr in Folge den Verzicht auf den ganz großen Fußball. Umso dankbarer ist es, wenn statt Sandhausen, Paderborn oder Ingolstadt zur Abwechslung mal die Besten im Land vorbeischauen. Aber dann mussten die von Spitzensport ausgehungerten Fußballfreunde sich beim 3:3 (2:3) gegen Paraguay angesichts der Scheunentor-Mentalität der deutschen Nationalmannschaft doch etwas wundern.

Jeder Angriff bringt Gefahr

Paraguay, Letzter der südamerikanischen WM-Qualifikation und ohne Chance auf ein Fifa-finanziertes Ticket nach Brasilien, brachte zumindest eine Halbzeit lang fast jeden Angriff irgendwie gefährlich in Richtung deutsches Tor und führte nach 13 Minuten 2:0. Da mussten sogar die bald wieder bestens gelaunten Besucher im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion kollektiv die Finger zwecks gemeinsamen Pfeifens in den Mund stecken, ehe sie bald wieder erfreut erleben durften, dass die deutsche Nationalmannschaft im Spiel nach vorn zu den Weltmarktführern gehört. Ilkay Gündogan und Thomas Müller nach feiner Vorarbeit von Mats Hummels egalisierten eilig den Rückstand, ehe die Gäste noch vor der Pause freundlich zu ihrem dritten Tor geladen wurden. Lars Bender konnte nach 75 Minuten volley egalisieren.

Joachim Löw zum Spiel gegen Paraguay

Das, was das Team des Offensivdogmatikers Joachim Löw sich in den ersten 45 Minuten gegen den Ball leistete, muss mit Blick auf Brasilien bedenklich stimmen. So, kein Zweifel, wird Deutschland niemals Weltmeister. Wie Messer in von Sommerhitze aufgeweichter Butter schnitten sich die Südamerikaner immer wieder durch die deutsche Defensive. Beim 0:1 hebelte Per Mertesacker das Abseits des Torschützen José Nunez aus, Hummels stand einen Meter weiter vorn postiert und ließ Nunez im Rücken laufen. Beim 0:2 legte Sami Khedira versehentlich auf Wilson Pittoni vor, beim 2:3 durch Miguel Samudo reichte eine einfache Passfolge über die von Marcel Schmelzer unzureichend verdichtete linke Seite, um die deutsche Abwehr der Lächerlichkeit preiszugeben.

Insgesamt verstand es das schon seit geraumer Zeit notorisch abwehrschwache deutsche Team nicht, auch nur annähernd den Eindruck zu erwecken, es hätte besonders viel Lust und Gier zur Balleroberung. Es fehlte viel zu lange Zeit Biss und Bereitschaft zur Schmutzarbeit. Gerade das, was die deutschen Klubteams Bayern München und Borussia Dortmund in der vergangenen Saison so sehr ausgemacht hatte, schafft Löw mit seinen Leuten partout nicht. Natürlich ist es so jedes Mal eine aufregende Angelegenheit, Länderspiele zu beobachten, dem Eventcharakter des modernen Fußballs kommen solche Vorstellungen sicher entgegen, dem Erfolg gegen Topteams eher nicht. Da braucht es viel mehr Verdichtung im Mittelfeld, wo Khedira viel offensiver agieren durfte, als José Mourinho das bei Real Madrid jemals erlaubt hätte.

Offensiv sieht’s gut aus

Von einer „defensiven Grundidee“, wie vorgestern von Hummels vorgeschlagen, war nichts, aber auch rein gar nichts zu sehen. Hätte Ilkay Gündogan, bald darauf wegen Rückenproblemen ausgewechselt, nach 24 Minuten nicht auf der Linie gerettet – Deutschland hätte schon zur Pause vier Tore kassiert. Dem Bundestrainer sei geraten, die Trainingsinhalte in der WM-Vorbereitung gravierend auf die Abwehrarbeit zu konzentrieren. Dass sie das schöne Spiel nach vorn beherrscht, bewies sie auch gestern Abend zumindest streckenweise. Da gilt es, nur noch an Feinheiten zu feilen.

Natürlich war Miroslav Klose besonders emphatisch von den Fans empfangen worden. Was sehr nachvollziehbar ist: Der 35-Jährige hat nicht nur seine bedeutende Profikarriere auf dem Betzenberg begonnen, er hat auch als Jugendlicher als Kuttenträger im Fanblock des 1. FC Kaiserslautern gestanden. So was verbindet, und so kam es nicht von ungefähr, dass der Lauterer Vorstandschef Stefan Kuntz dem alten Bekannten anbot, eines nicht allzu fernen Tages seine Laufbahn dort zu beenden, wo sie angefangen hat.

„Geld“, sagte Kuntz, „braucht der Miro ja nicht mehr.“ Das träfe sich perfekt mit der Kassenlage des FCK. Doch für Klose blieb es ein freudloser Abend: Er wurde bald nach der Pause und zwei vergebenen Chancen durch Mario Gomez ersetzt.


Quelle: tv.dfb.de

Jetzt kommentieren

Ressort

Sport-Nachrichten, Ergebnisse und Live-Ticker.

Sport

Fußball-WM - Livecenter

Fußball-WM

Spielticker | Spielplan | Teams | Statistik | Stadien

Alle aktuellen Informationen zur WM - jederzeit in unserem Livecenter: Sämtliche Spiele im Ticker - mit Aufstellung, Statistik zu Ballbesitz, Torschüssen, Zweikämpfen, Ecken und Fouls. Alle Hintergründe in unserem Dossier.

Videonachrichten Sport
  • 2. Bundesliga »
Anzeige
Dossier

Deutschland, die DFB-Elf und die Fußball-WM 2014 in Brasilien.

Weblog
Die FR auf Ihrem Smartphone

Unterwegs top informiert - holen Sie sich FR-Online.de aufs Handy. Neben News bekommen Sie Sport-Liveticker, die Verkehrslage, das Kinoprogramm samt Trailer, TV-Tipps und das lokale Wetter. Ganz ohne App: mobil.fr-online.de.

Für Sportler in Not

Die Hilfsaktion der FR-Sportredaktion unterstützt arme, kranke und behinderte Sportler, die unverschuldet in Not geraten sind.

Anzeige
Ergebnisse, Tabelle & Spielplan
Bundesliga aktuell

Alle Spiele, alle Tabellen. Außerdem erklären interaktive Grafiken die Spielregeln und -linien.