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07. September 2014

Deutschland - Schottland: Deutschland zittert sich zum Sieg

 Von 
Deutschland besiegt Schottland 2:1  Foto: dpa

Die deutsche Nationalmannschaft hat einige Mühe, um sich beim 2:1 gegen Schottland schadlos zu halten. Thomas Müller trifft doppelt. Kurz vor Schluss kommt der Schaden dann aber doch, denn Marco Reus muss verletzt ausgewechselt werden.

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Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat ihre erste Pflicht nach dem Zauber von Rio zwar erledigt. Der 2:1 (1:0)-Sieg über die sich vehement und geschickt wehrenden Schotten durch zwei Tore von Thomas Müller fiel aber beileibe nicht leicht. Aber niemanden konnte es ernsthaft verwundern, dass das DFB-Team noch nicht wieder da ist, wo es vor sieben Wochen in Brasilien schon mal war. Das Zittern kam mit Ansage. Und am Ende verletzte sich auch noch Marco Reus so schwer, dass er sofort ausgewechselt werden musste. Das sah gar nicht gut aus. Der Dortmunder hatte schon die WM wegen einer schweren Knöchelverletzung verpasst.

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Vor dem Spiel gegen den 28. der Weltrangliste hatte Joachim Löw bereits eingeräumt, wie sehr er Kapitän Philipp Lahm vermisst. „Vom Beginn seiner Karriere bis zu seinem Abschied hat er immer auf Weltklasseniveau gespielt“, lobte der Bundestrainer den zurückgetretenen Außenverteidiger. Wie groß die Not dort nun ist, bewies die Tatsache, dass der Hoffenheimer Sebastian Rudy in seinem dritten Länderspiel von Beginn an auf der rechten Seite als Lahm-Klon verteidigte. Bei dem 24-Jährigen handelt es sich eigentlich um einen defensiven Mittelfeldspieler, der zwar technisch sauberen Fußball spielt, aber nicht zu den Dynamischsten seiner Zunft gehört.

Links hinten durfte der Mittwoch gegen Argentinien überforderte Dortmunder  Erik Durm spielen und machte seien Sache wirklich gut. Defensiv kaum gefordert, drückte der 22-Jährige mächtig in Richtung gegnerischen Strafraum. Das versuchte auf der anderen Seite auch Rudy, der nervös begann, später mehr Sicherheit gewann und das 1:0 durch einen Kopfball des erst später zur Bestform findenden Bestform befindlichen Thomas Müller nach 18 Minuten mit einer geschickt gechippten Flanke vorbereitete.  Defensiv ließ sich Rudy jedoch einige Male übertölpeln, was angesichts der ungewohnten Position kaum verwundern konnte. 

Was die Stimmung anging, erfüllte die mit 60.200 Zuschauern nicht ausverkaufte Dortmunder Arena die Erwartungen mal wieder vollauf. Schon bei der späten WM-Qualifikation im November 2001 gegen die Ukraine (4:1) und bei der WM 2006 gegen Polen (1:0) hatten sich die Fans als tauglich für absolutes Top-Niveau erwiesen. Das taten sie auch an diesem Sonntag, mussten sich aber dennoch den schottischen Supporters geschlagen geben: Schon Stunden vor dem Anpfiff veranstalteten die wilden Kerle eine irre Party im Biergarten Strobels direkt neben dem Stadion und drückten dabei derart aufs Trinktempo, dass man sich wundern musste, sie danach noch vollzählig und aufrecht auf der Tribüne entdecken zu können.

Die Furcht war vorher groß gewesen, dass der Borussia Dortmund vor einem Jahr abtrünnig gewordene Mario Götze einen schweren Stand haben könnte. Die Stadionregie hatte vor dem Spiel  eigens dessen von Löw auf die Ersatzbank verschobenen BVB-Fanliebling Kevin Großkreutz aufsagen lassen: „Hier im Dortmunder Tempel wird kein deutscher Nationalspieler ausgepfiffen.“ Bei der Aufstellung schrien die Leute den Namen Götze dann besonders laut, auch während des Spiels gab es zunächst so gut wie keine Pfiffe, ehe die stärker werdenden Missfallenskundgebungen niedergeklatscht wurden. Ein feiner Zug des Publikums, der von Großmut zeugte.

Götze ersetzt viel gescholtenen Gomez

Löw hatte aus der Startaufstellung gegen Argentinien auch auf den von den Fans viel gescholtenen Mario Gomez verzichtet und lieber Götze als verkappten Mittelstürmer aufgeboten, der den kantigen schottischen Abwehrspieler einige Sorgen bereitete. Seelischen Beistand für Gomez hatte der Bundestrainer ja schon in den vergangenen Tagen geliefert, sportlicher Beistand folgte aber nicht. Dafür war Gomez Leistung zuvor schlicht nicht gut genug gewesen.

Die Deutschen griffen zwar variabel an, aber die mutigen Insulaner wehrten sich mit allen Körperteilen. Dabei tat sich vor ihr unverdrossen anlaufender Mittelstürmer Steven Naismith vom FC Everton hervor, der die deutschen Innenverteidiger Benedikt Höwedes und Jerome Boateng mehr beschäftigte, als denen lieb war. Höwedes hätte sich nicht beschweren dürfen, hätte Schiedsrichter Svein Moen aus Norwegen ihn vom Platz gestellt, als er den allein durchbrechenden Naismith bald nach dem deutschen Führungstreffer festhielt. Der unbeugsame Naismith war es auch, der unmittelbar nach der Pause mit einem schlauen Schuss nur knapp den Ausgleich verfehlte. 

Insgesamt arbeitete das DFB-Team ansonsten aber meist seriöser gegen den Ball als zuletzt gegen Argentinien, Torwart Manuel Neuer ließ sich bei Bedarf  auf den ein oder anderen von ihm gewohnten Ausflug ein, was Szenenapplaus zur Folge hatte, Toni Kroos arbeitete gemeinsam mit Christoph Kramer im zentralen Mittelfeld emsig, bei dem einige Male zu hektisch agierenden André Schürrle und Marco Reus wechselten sich gute und weniger eindrucksvolle Szenen ab. Beide ließen ein paar Chancen liegen, weshalb die Schotten nicht einmal völlig unverdient nach 66 Minuten zum Ausgleich durch einen Konter von Ikechi Anya vom FC Watford kamen. Da hatten die Deutschen kollektiv ein Nickerchen gehalten. Sie antworteten mit wütenden Angriffen und brauchten nur vier Minuten, ehe Müller die Führung wiederherstellte. 

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