Soll nachbarlich klingen: die EM-Jungs Slavko (r.) und Slavek.
Foto: AP/Czarek Sokolowski
Soll nachbarlich klingen: die EM-Jungs Slavko (r.) und Slavek.
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Spanien, Frankreich, Kroatien: Der DFB-Elf könnte bei der heutigen EM-Auslosung eine extrem schwere Gruppe drohen. Wir klären die wichtigsten Fragen vorab.
Am Freitag beginnt im alten Kiewer Kulturpalast der Countdown zur Fußball-Europameisterschaft, die in Polen und der Ukraine ausgespielt wird. Eröffnet wird in Warschau am 8. Juni, am 1. Juli wird das Turnier mit dem Finale in der Hauptstadt der Ukraine beendet. Was die Auslosung bringt – ob eine gefürchtete „Todesgruppe“ mit den jeweiligen „Angstgegnern“, oder eine „Losglück“-Konstellation –, kann vorher nicht gewusst werden. Wohl aber, wie die Auslosung vonstatten geht, was sie nach sich zieht – und was von ihr unberührt bleibt.
Natürlich – nicht alles soll bekannt sein vor Beginn einer Zeremonie, die netto wohl in 15 Minuten über die Bühne gebracht wäre. Ein „internationaler Überraschungsgast“ werde auftreten, heißt es im Vorfeld der Auslosung. Sein Name? Top geheim. Eine Stunde und 55 Minuten Gruppenbestückungsprozedere hat die gebührenfinanzierte ARD eingekauft, 100 Minuten müssen also mit Show, Tanz und Parlando überbrückt werden.
Letzteres liefern die TV-Moderatoren Olga Freimut (Ukraine) und Piotr Sobczynski (Polen), tanzen wird ein ukrainisches Volksringelreihen-Ensemble, gelost wird unter den scharfgestellten Augen von Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino, in die Töpfe greifen „Legenden des EM-Fußballs“, in Deutschlands Behälter übrigens erst zum Schluss. Wer sich das nicht antun will, dem sollte ein Blick in die Tagesschau um 20.00 Uhr reichen. 16 Mannschaften sind schließlich schnell auf vier Gruppen verteilt.
Abschlusszeugnis: DFB-Team in der EM-Quali
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Abschlusszeugnis: DFB-Team in der EM-Quali
Primus - Bastian Schweinsteiger: Hing nach seiner super WM in Südafrika erst ein bisschen durch, steigerte sich beträchtlich, spielt inzwischen fast auf Xavi-Niveau. Hat auch ohne Kapitänsbinde Führungsaufgaben übernommen, kann ein Spiel lesen wie kaum ein anderer. Fehlte gegen Belgien mit einem schmerzhaften Bluterguss oberhalb des Knies. Da merkte man gleich, welche Lücke sein Fehlen reißt.
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Primus - Mesut Özil: Krönte seine regelmäßigen Klasseleistungen in der Qualifikation im letzten Spiel gegen Belgien mit einem Vollspannschuss unter die Latte. Ist vom Madrider Mitspieler Sami Khedira gerade in den Status des Weltklassespielers erhoben worden. Zu Recht. Hat sich bei Real noch einmal gehörig weiterentwickelt. Ist der ideale Mann, um das gefürchtete deutsche Konterspiel einzuleiten.
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Primus - Miroslav Klose: Neun Tore bei sechs Einsätzen. Eine unfassbare Quote von 1,5 Treffern pro Spiel, vor allem angesichts der Tatsache, dass er bei Bayern München nur Ersatzmann war. Fühlt sich bei der Nationalmannschaft sauwohl und zahlt in bar mit Toren. Flog schon Montag zurück nach Rom, um seine Innenbanddehnung auszuheilen. In der Torjägerliste Zweiter hinter Klaas-Jan Huntelaar (zwölf Treffer).
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Pauker: Joachim Löw: Hatte seine Klasse so gut im Griff wie lange kein Kollege vor ihm. Mag es harmonisch, schafft dennoch eine Atmosphäre der Konkurrenz um gute Noten. Trinkt in den 5-Minuten-Oausen gerne einen Kaffee und schleicht sich manchmal ungesehen in die Raucherecke.
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Hausmeister: Oliver Bierhoff: Kumpeltyp, der bei den Spielern nicht nur für seine - dank des DFB-Büroleiters und Organisationsgenies Georg Behlau hervorragende - Organisation respektiert wird. Plant schon emsig die EM-Vorbereitung. Hat tausend Ideen im Kopf, spielt beim Abschlusstraining gern das Kopfballungeheuer beim Üben mit den Keepern.
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Musterschüler - Manuel Neuer: Verschuldete beim 6:1 gegen Aserbaidschan und beim 3:1 gegen Belgien zwei Gegentore in nahezu identischer Manier nach auf den kurzen Pfosten geschlagenen Ecken. Die Konzentrationsschwächen blieben folgenlos. Ansonsten ein Souverän, der alle Anforderungen, die an einen Weltklassetorwart gestellt werden, spielend lösen kann. Spielte in jedem Spiel durch.
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Musterschüler - Holger Badstuber: Absolvierte eine insgesamt wirklich souveräne Qualifikation. Bis auf das letzte in allen Spielen dabei. Das hatte er sich verdient. Durfte sich deshalb auch mal ausruhen. Spielt scharfe, flache Pässe von hinten heraus, das mag sein Lehrer, verzichtet fast vollständig aufs Grätschen. Das mag der Lehrer genauso gern.
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Musterschüler - Mario Gomez: Sechs Tore in sechs Spielen, die beiden letzten überragend mit links. In der Form seines Lebens, marschiert wie nie zuvor, legt geschickt ab, wenn nötig, schafft Räume. Kann aber mit Klose eher nicht gemeinsam stürmen. Die beiden ergänzen sich nicht gut, aber sie ersetzen sich gegenseitig perfekt.
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Klassensprecher - Philipp Lahm: Handelte sich mächtig Ärger vom Pauker ein, weil er heimlich im Unterricht ein eigenes Buch schrieb und dabei in ein paar Wespennester stach. Das hat im Akzeptanz gekostet. Auf dem Sportplatz anfangs rechts, jetzt wieder links mit eher durchwachsenen Leistungen. Kann viel, viel mehr, als er zuletzt gezeigt hat. In jedem Spiel dabei, nur die letzten sechs Minuten gegen Belgien nicht mehr.
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Zweite Reihe - Andre Schürrle: Der vielleicht beste Konterspieler Europas, auch deshalb, weil er auch über 60, 70 Meter enorm hohes Tempo gehen kann und vor dem Tor die Ruhe behält. Nach Einwechslungen immer sofort da, rückt Lukas Podolski mächtig auf die Pelle. Schoss drei Tore in fünf Einsätzen binnen 171 Minuten.
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Zweite Reihe - Lukas Podolski: Schoss wie Andre Schürrle ebenfalls drei Tore, brauchte dafür aber 680 Minuten. Hat aber insgesamt eine allemal zufriedenstellende Qualifikation gespielt. Spürt, dass er viel tun muss, um seine Stellung im Team zu verteidigen und hat entsprechend reagiert. Besonders stark gegen Österreich. Fehlte gegen Belgien angeschlagen.
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Zweite Reihe - Sami Khedira: Hat acht von zehnmal im defensiven Mittelfeld mitgemacht, meitens durchaus rechtschaffen. ärgerte sich, dass er gleich öffentlich etwas in Frage gestellt wurde, als er zweimal angeschlagen fehlte. Weiß aber auch, dass Toni Kroos ein ernst zu nehmender Konkurrent auf seiner Position ist.
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Zweite Reihe - Per Mertesacker: Wackelte mitunter, wohl auch, weil eine heftige Fersenverletzung ihn im gesamten Frühjahr geraume Zeit lang hemmte. Machte öffentlich nichts viel Aufhebens darum, die Kritiken schmerzten dann aber ähnlich wie die Ferse. Zuletzt wieder stabiler, dürfte durch die Erfahrungen beim FC Arsenal in der englischen Hochgeschwindigkeitsliga noch dazulernen.
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Zweite Reihe - Toni Kroos: Sehr gute Entwicklung, sorgt für mehr Überraschungsmomente als Sami Khedira, hervorragendes Raumgefühl, perfekter Verbindungsspieler, könnte aber durchaus noch torgefährlicher und im Defensivzweikampf noch robuster werden.
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Frühreif - Mario Götze: Mit 19 schon gut genug, Mesut Özil fast nahtlos zu ersetzen. Hat alles, was einen potenziellen Weltklassemann ausmacht. Macht aus dem Mittelfeld heraus fast immer das Richtige und ist auch selbst torgefährlich. Löw sieht in eher in zentraler Position, das deckt sich mit Götzes Vorstellungen. Im Verein meist am rechten Flügel. Macht er auch sehr gut.
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Hinterbänkler - Jerome Boateng: Athletisch und technisch über jeden Zweifel erhaben, wenn sich nur nicht immer mal wieder der Schlendrian einschleichen würde. Noch erste Wahl auf der rechten Verteidigerposition, obwohl er in der gesamten Qualifikation wegen Verletzungen nur zweimal dabei war. Fehlte auch gegen Belgien angeschlagen.
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Hinterbänkler - Mats Hummels: In der Nationalmannschaft bisher noch nicht so überzeugend wie bei Borussia Dortmund. Hat aber alle Anlagen für eine lange internationale Top-Karriere.
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Hinterbänkler - Marco Reus: Irrwisch. Pauker Löw hält viel von ihm. Prognose: Seine Zeit wird kommen.
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Hinterbänkler - Benedikt Höwedes: Kann innen oder rechts verteidigen. Die Chance besteht eher rechts.
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Hinterbänkler - Cacau: Fünf Kurzeinsätze über insgesamt 38 Minuten. Kürzer geht es kaum.
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Letzte Reihe - Sascha Riether, Marcel Schmelzer, Christian Träsch, Lewis Holtby, Ilkay Gündogan (alle einen Einsatz in der EM-Qualifikation)
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Letzte Reihe - Rene Adler, Sven Bender, Simon Rolfes, Tim Wiese, Ron-Robert Zieler, Kevin Großkreutz, Lars Bender (alle ohne Pflichtspieleinsatz in der Quali).
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In die Ecke gestellt - Dennis Aogo: Durch den Wechsel von Philipp Lahm von rechts zurück nach links kaum mit großen Chancen auf regelmäßige Einsätze.
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Sitzenbleiber - Heiko Westermann: Wir schwer für den Hamburger, sich wieder einen Platz im Kader zu erobern. In vier EM-Qualifikationsspielen dabei.
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Sitzenbleiber - Marko Marin: Bei der WM noch gegen Serbien eingesetzt, in drei EM-Qualifikationsspielen eingewechselt, jeweils, ohne eine Spur zu hinterlassen. Muss sich ranhalten.
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Sitzenbleiber - Marcell Jansen: Mit dem HSV zusammen abgestürzt. Muss mächtig zulegen, um noch einmal zurückzukommen.
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Fehlte entschuldigt - Arne Friedrich: Durch seine anhaltenden Bandscheibenprobleme dürfte seine in Südafrika gekrönte internationale Karriere mit dem 2:1-Sieg und einem Eigentor im Juni in Österreich beendet sein. Hut ab vor der Lebensleistung als Nationalspieler!
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Primus - Thomas Müller: Es gibt im Grunde nichts, was er nicht überragend gut kann, außer vielleicht Kopfball. Schleicht sich überall und nirgends herum, flankt gefährlich, schießt Tore, bereitet vor, ist ein überragender Konterspieler. Beste Leistung beim 6:2 gegen Österreich, als er dem Schalker Christian Fuchs Knoten in die Beine spielte. Schoss drei Tore und war in allen zehn Spielen dabei.
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Fußball-EM 2012
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Welche Gegner drohen – und welche winken?
Angstgegner der DFB-Elf sind nicht die Spanier, Nemesis aus einem verlorenen EM-Finale (2008) und einem WM-Halbfinale (2010). Sondern die Kroaten. Bei drei Turnieren (EM 1996, WM 1998 und EM 2008) trafen DFB-Elf und „Karierte“ aufeinander, die erste Partie gewannen die Deutschen mit Glück 2:1, Nummer zwei und drei gingen verloren (0:3, 1:2). Die größte Gefahr lauert also in Form eines Kroaten-Komplexes in Topf drei. In Behälter eins hingegen ist der Lieblingsgegner gesetzt: Co-Gastgeber Polen.
Mit den Worten „Die hauen wir durch die Wand“, hatte der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann vor dem WM-Vorrundenspiel 2006 gegen Polen seine Elf motiviert und damit einen neuen deutsch-polnischen Lieblingsgegner-Mythos begründet. Das 1:0 setzte das WM-Sommermärchen in Gang und ein 2:0 im Auftaktspiel 2008 das EM-Fastsommer-Märchen. Überhaupt ist die Bilanz der DFB-Elf gegen die Nachbarn makellos: 17 Spiele, zwölf Siege, fünf Unentschieden. Keine Niederlage.
Überall und nirgends. Wird Deutschland in die Gruppe A oder C gelost, spielt es die Vorrunde in Polen und bei ordentlichem Abschneiden auch noch das Viertelfinale und Halbfinale.
Bedingung hierfür wäre, dass die DFB-Elf in Gruppe A gelangt, Zweiter wird und das Viertelfinale gewinnt. Dann spielt sie das Halbfinale in Warschau.
Wo nächtigen die Deutschen während des Turniers?
Setzt auf frischen Wind: Bundestrainer Joachim Löw.
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Setzt auf frischen Wind: Bundestrainer Joachim Löw.
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Der bienenfleißige Manager Oliver Bierhoff hat die feine Olivenhof-Herberge nahe Danzig zwar ausfindig gemacht, und DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach erzählte was von „Liebe auf den ersten Blick“, aber abgesegnet hat sie Joachim Löw. Der Bundestrainer roch die nahe Seeluft und befand: Wenn man das Turnier über schon so lange zusammen sei, und das sei man bestimmt, dann „ist es wichtig, dass frischer Wind den Kopf frei pustet“.
Anders sieht es mit der Wahl der Vorbereitungsunterkünfte aus. Die erste liegt vom 11. bis 18. Mai mal wieder auf Sardinien. Es ist das „Romazzino“, dient der Erholung und soll das Familienglück fördern. Danach geht es ins Terre Blanche nach Tourettes in Frankreich. Das Hotel steht auf dem Gelände des Hoffenheimer Mäzens Dietmar Hopp – und hinterlässt dadurch ein Geschmäckle, das der DFB freilich nicht verspürt. Oliver Bierhoff hat sich „sehr gefreut zu spüren, mit welcher Herzlichkeit Herr Hopp uns bei der Vorbereitung unterstützt“.
Wann nominiert Joachim Löw seinen Kader?
Der Termin steht noch nicht, aber 18 von 24 Spieler der DFB-Elf sind wohl angeblich schon gesetzt. Bleiben sechs, die von der Saison erst noch herausgeformt werden müssen.
Joachim Löw - Zwischenbilanz
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Joachim Löw - Zwischenbilanz
Neben der attraktiven Spielweise, die die Nationalmannschaft unter Löws Führung pflegt, belegen Statistiken, den Erfolg des Bundestrainers.
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Löw ist der Bundestrainer, der den besten Punkteschnitt aufweist (2,24). Dazu kommt die makellose Qualifikation für die EM mit zehn Siegen aus zehn Spielen.
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In seinen bisher 74 Spielen hat Löw 50 Debütanten eingesetzt. Mesut Özil (Bild) debütierte im Februar 2009.
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Sein Debüt als Cheftrainer hatte Löw am 16. August 2006. Trotz geglückten Starts (3:0 gegen Schweden) war Löw nicht unumstritten. Hauptgrund: Fehlende Erfolge als Trainer bzw. fehlendes Ansehen im Vergleich zu seinen direkten Vorgängern.
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Anders als Beckenbauer, Vogts oder Ribbeck war Löw kein herausragender Fußballer. Auch als Trainer hatte er - abgesehen vom DFB-Pokalsieg mit dem VfB Stuttgart (1997) oder der Meisterschaft mit dem FC Tirol (2002) - keine überragende Bilanz. Das Bild zeigt ihn 1999 als Trainer des KSC.
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Mittlerweile sind die Kritiker längst verstummt. Sportliche Erfolge und das Auftreten der Nationalmannschaft ließen das Ansehen von Löw schnell steigen. 2010 bekam er mit der Nationalmannschaft nach der WM das Bundesverdienstkreuz von Bundespräsidenten Christian Wulff.
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Auch auf dem Roten Teppich macht Löw, hier mit der Moderatorin Sylvie van der Vaart, eine gute Figur.
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Löw kann aber auch durchgreifen und schreckte dabei nicht vor unpopulären Maßnahmen zurück.
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Mehrere Spieler sortierte Löw aus. Für Torsten Frings und Christoph Metzelder war nach der EM 2008 Schluss. Kevin Kuranyi durfte nach einer Disziplinlosigkeit nicht mehr wieder kommen.
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Im Falle von Lukas Podolski drückte der Bundestrainer ein Auge zu. Für die Ohrfeige für Kapitän Ballack bekam Podolski nur eine geringe Strafe.
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Apropos Ballack: Um den Abschied des Kapitäns aus der Nationalmannschaft gab es ein langes und unwürdiges Hin und Her.
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Im Mai 2011 machte Löw deutlich, dass es keine Rückkehr mehr für den langjährigen Kapitän gibt.
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Problematisch war zeitweise auch sein Verhältnis zum DFB. Im Februar 2010 ließ Löw Vertragsverhandlungen platzen. Mittlerweile soll sich alles wieder normalisiert haben.
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Kapitän und Musterschüler: Zu Löws Dauerbrennern zählt Philipp Lahm. Der Verteidiger vom FC Bayern hat 60 Spiele unter Löw absolviert.
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Seit 2006 steht Joachim Löw als Bundestrainer in der Verantwortung. 75 Spiele wurden unter ihm absolviert. Zeit für eine Zwischenbilanz.
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Was kann der DFB-Elf nach der Auslosung noch widerfahren?
Das Übliche: verletzte Stammspieler. Und: Umfragen. Gefährlich sind vor allem die von der Art „Denken Sie, dass Deutschland Europameister wird?“ Mittlerweile zuhauf auf dem Markt, vermitteln sie ein bedenkliches Bild. Über 50 Prozent der Deutschen glauben an einen EM-Sieg, Tendenz steigend. Dass solche Ergebnisse die Urteilskraft einschränken und Spieler-Beine lähmen, hat die WM der Frauen gezeigt. Die DFB-Ladies waren laut Umfragen Weltmeister – und im Viertelfinale draußen. Löw mahnt deshalb: „Wir müssen uns spielerisch verbessern.“ Ob’s noch jemand hört?
Sind Tickets noch auf dem Markt?
Der Ablauf in der Kurzübersicht (Klicken zum Vergrößern)
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Ja, aber nur auf dem für schwarze Geschäfte. Lediglich an ein Team gebundene Tickets sind ab dem 12. Dezember in den Kategorien Einzelspiel, Team-Vorrunde, Team-Turnier oder Team-Spielort noch beantragbar. Die offizielle Karten-Erwerbsphase ist hingegen seit März 2011 vorüber. Allerdings hält die Uefa bis März 2012 eine Tausch- und Rückgabebörse offen.
An was sollte ein Turnier-Fahrer jetzt schon denken?
Muss die DFB-Elf in der Ukraine spielen, dann ab sofort an alles. In dem überaus freundlichen Land sind Hotels Raritäten und der Transport ist alteuropäisch. Heißt, es gibt für Autobahnen nur die Pläne, Züge fahren langsam und Flüge mit über 80 Passagieren sind auf den meisten Flughäfen nicht möglich, die Landebahnen sind zu klein.
Spielt die DFB-Elf vornehmlich in Polen, ist die Situation etwas entspannter. Allerdings will auch hier bedacht sein: Für 30.000 Anreise-Fans an einem Spieltag wird außer Warschau keine der Stadionstädte gewappnet sein. Und Autobahnen waren zwar geplant, aber in so manche Unternehmerhand falsch gelegt. Da hilft nur: Schlafsack einpacken und Humor mitbringen. Viel Humor, schließlich ist EM-Zeit.
Weltfußballer des Jahres 2011
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Weltfußballer des Jahres 2011
Iker Casillas (Spanien/Real Madrid): Für viele der beste Torwart der Welt. Enorme Präsenz, stoische Ruhe, klasse Reflexe. Vorteil gegenüber Manuel Neuer: macht deutlich weniger schwere Fehler.
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Dani Alves (Brasilien/FC Barcelona): Offensivstarker Verteidiger. Wenn er losstürmt, geht ein Raunen durchs Camp Nou. Vor allem bei seinen weiblichen Bewunderern.
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Gerard Pique (Spanien/FC Barcelona): Der Beckenbauer der Katalanen. Spielt elegant und fast immer fair. Sein Stellungsspiel ist eine Augenweide. Übrigens auch seine Lebensgefährtin Shakira.
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Xabi Alonso (Spanien/Real Madrid): Eine Art heimlicher Herrscher im Star-Ensemble der spanischen Hauptstadt. Für Bundestrainer Joachim Löw übrigens der „beste Umschaltspieler der Welt.“
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Cristiano Ronaldo (Portugal/Real Madrid): Viele sagen er sei eitel. Und verspielt. Und arrogant. Und egoistisch. Mag alles stimmen. Aber einer der weltbesten Fußballer ist er allemal. Und „CR7“ längst eine Marke. Nebenbei immer noch der teuerste Kicker auf dem Planeten.
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Lionel Messi (Argentinien/FC Barcelona): Er dribbelt, er täuscht, er trifft und er trickst, als spiele er an der Playstation mit dem Rest der Welt. Mit Superlativen überhäuft. Zurecht. Der Weltfußballer 2010 war schon im Vorfeld Top-Favorit für die Wahl.
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Samuel Eto'o (Kamerun/Anschi Machatschkala): Führt ein aberwitziges Söldner-Leben im Kaukasus. Angeblich mit 20 Millionen Euro Gehalt der bestbezahlte Spieler der Welt.
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David Villa (Spanien/FC Barcelona): Kaum einer sucht so konsequent den Torerfolg wie er. Trotzdem kein reiner Strafraumspieler. Passt bestens nach Barcelona.
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Andres Iniesta (Spanien/FC Barcelona): Noch ein Weltstar im Mittelfeld des Champions-League-Siegers. Ein Künstler und Arbeiter. Diese Kombination ist selten.
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Wayne Rooney (England/Manchester United): Ein begnadeter “Streetfighter” des modernen Fußballs. Geht überall hin – vor allem dort, wo es weh tut. Wuchtig im Zweikampf, unerschrocken in der Luft, instinktsicher im Abschluss. Leider auch unbeherrscht. Verpasst wegen einer Dummheit mindesten die EM-Vorrunde 2012. Wird vielleicht auch gar nicht nominiert.
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Sie haben es nicht in die Endauswahl geschafft: Mesut Özil (Deutschland/Real Madrid): hat mit seinem schönen Spiel auch die Madrilenen schon verzaubert. Darf die „Zehn“ tragen. In der Nationalmannschaft auch unverzichtbar. In der Wahl zum Welt-Fußballer des Jahres war er eher mit Außenseiterchancen. Ein Feingeist, der sich aber auch immer mal seine Auszeit nimmt. Gerade wieder aktuell.
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Neymar (Brasilien/FC Santos) : Objekt der Begierde, weil noch nicht nach Europa transferiert. Soll bald bei Real Madrid spielen. Oder doch in Barcelona?
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Nani (Portugal/Manchester United): Kann am Ball fast alles, kann aber auch herrlich unproduktiv sein. Lässt immer häufiger aber den Zug zum Tor erkennen. Auch für Portugal.
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Luis Suarez (Uruguay/FC Liverpool): Der „Handspieler“ der WM macht sich dank seiner Schlitzohrigkeit gerade in der Premier League einen Namen.
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Wesley Sneijder (Niederlande/Inter Mailand): Hat er vielleicht seinen Höhepunkt schon hinter sich? Seine herausragenden Fähigkeiten hat er zuletzt zu oft versteckt. Derzeit mit Inter Mailand im Abstiegskampf. Spielt in einem Team der Vergangenheit.
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Bastian Schweinsteiger (Deutschland/Bayern München): Uneingeschränkter Chef im Bayern-Mittelfeld. Und im Grunde auch bei Joachim Löw. Noch stabiler, noch selbstbewusster. Will auch nie mehr „Basti“ genannt werden.
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Sergio Agüero (Argentinien/Manchester City): Gewiefter Torjäger und Dribbelkünstler in einer der teuersten Mannschaft der Welt. Wechselte erst diesen Sommer für 43 Millionen auf die Insel. Besonderheit: Er ist mit Giannina Maradona, der Tochter des ehemaligen argentinischen Nationalspielers Diego Maradona, liiert.
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Thomas Müller (Deutschland/FC Bayern): In blendender Form. Ein Irrwisch am rechten Flügel. Und auch außerhalb des Platzes noch herrlich unverbraucht.
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Diego Forlan (Uruguay/Inter Mailand): Der beste Spieler der WM in Südafrika fremdelt noch in neuer Umgebung. Trotzdem taugt er in Mailand als Hingucker.
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Cesc Fabregas (Spanien/FC Barcelona): Seine Heimkehr rührte selbst die Kameraden in Barcelona fast zu Tränen. Ein Ausnahmekönner im zentralen Mittelfeld.
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Karim Benzema (Frankreich/Real Madrid): Spielstarker Offensivmann mit filigraner Technik. Im Verein deutlich stärker als in der Nationalmannschaft. Wurde 2010 gar nicht mal zur WM mitgenommen.
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Eric Abidal (Frankreich/FC Barcelona): Dynamischer Linksverteidiger in der weltbesten Mannschaft. Sorgte weltweit für Aufsehen, als er wenige Woche nach der Entfernung eines Tumors in seiner Leber noch das Champions-League-Finale gegen Manchester United mitmachte und als Erster den Pokal entgegen nahm.
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Xavi (Spanien/FC Barcelona): Ein kluger Kopf. Kühler Stratege. Ausgangspunkt für den katalanischen Kombinationswirbel – er bestimmt Tempo und Rhythmus. Einer der besten Spieler der WM 2010. Unter den letzten drei Spielern für die Weltfußballer-Wahl 2011.
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