Aalen Eigentlich war alles vorbereitet für weitere rührende Pokalgeschichten, die örtliche Prominenz inklusive. Aalens Oberbürgermeister Martin Gerlach und ein Pfarrer hatten sich im Stadionheft des VfR verheißungsvoll zu Wort gemeldet, und auch ein gewisser Robert Großkreutz, der sich als Großcousin des Dortmunder Profis Kevin Großkreutz vorstellte. Und dann war da noch die Geschichte des VfR-Torwarts Jasmin Fejzic, der dem BVB mit Greuther Fürth in der Vorsaison im Halbfinale 0:1 unterlag, weil ihm nach seiner Einwechselung kurz vor dem Elfmeterschießen Ilkay Gündogans Distanzschuss vom Pfosten an den Rücken und von dort ins Tor geprallt war.
Der Achtelfinaleinzug des Titelverteidigers am Dienstagabend durch das 4:1 (2:0) beim Zweitligisten aus Aalen kam dagegen vergleichsweise unspektakulär daher. Das lag vor allem daran, dass der Meister durch die Tore von Mats Hummels (22.) und Marcel Schmelzer (32.) früh für klare Verhältnisse sorgte. Hinzu kam, dass Aalen zunächst zwar ordentlich dagegenhielt und zumindest eine gute Gelegenheit durch Michael Klauß verzeichnete (13.), danach aber die Überlegenheit der Dortmunder anerkennen musste. Ein Pokalabend, an dem der Außenseiter über den Kampf ins Spiel findet und den Favoriten ernsthaft fordert, war so nicht möglich. Die weiteren Tore durch Mario Götze (50.) und Julian Schieber (79.) fielen folgerichtig. Klauß gelang in der 87. Minute noch der Ehrentreffer.
Mats Hummels leitet mit seinem Treffer den souveränen Sieg der Dortmunder ein. Foto: Marijan Murat
„Der Weg in das wunderbare Finale in Berlin führt für den BVB über Aalen“, hatte Trainer Jürgen Klopp verkündet, und zumindest für Teilstück zwei war das keine zu waghalsige Prognose. Vielleicht hatte das auch mit der taktischen Ausrichtung der Gastgeber zu tun. „Einen besseren Plan als Real Madrid“ hatte Trainer Ralph Hasenhüttl aushecken wollen, da die Spanier dem BVB in der Champions League ja 1:2 unterlagen. „Nicht den Mannschaftsbus im Fünfmeterraum parken“ gehörte dazu, doch Hasenhüttls Ansatz hatte die Tücke, dass er der Borussia Raum für Offensivaktionen ließ – was dazu führte, dass die Gäste kombinieren konnten. Und das, obwohl Klopp auf Marco Reus verzichtete, Sebastian Kehl kam erst in der 73. Minute. Doch es war in Aalen wohl doch nicht der Abend für weitere rührende Pokalgeschichten.
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