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DFB-Streit um Löw: Die Firma hat sich verzockt

Löw und Bierhoff haben ihre Macht überschätzt, am Tag nach dem Eklat wirkt der Bruch mit dem DFB endgültig. Der Vertragspoker hinterlässt viel böses Blut. Von Andreas Lesch und Jan Christian Müller

Archivbild: Bierhoff, Zwanziger, Löw
Archivbild: Bierhoff, Zwanziger, Löw
Foto: dpa

Warschau. Es gibt keinen Zweifel mehr: Das Tischtuch zwischen dem DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und dessen Generalsekretär Wolfgang Niersbach auf der einen und Bundestrainer Joachim Löw sowie Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff auf der anderen Seite ist zerschnitten.

Anders sind die messerscharfen Worte des Bundestrainers nach den geplatzen Vertragsverhandlungen nicht zu deuten: "Ganz bewusst haben wir uns in den vergangenen Wochen nicht konkret zur Vertragssituation geäußert. Umso verwunderter sind wir über die plötzlich in der Öffentlichkeit diskutierten Vertragsdetails. Dadurch sind viele Unwahrheiten in Umlauf gekommen. Dazu werden wir uns zu gegebener Zeit präzise äußern. Einen Handschlagvertrag hat es zum Beispiel nie gegeben. Von unserer Seite wurde ein verhandelbarer Vorschlag vorgelegt, uns dagegen wurde ein nicht verhandelbares Angebot zugestellt, über das ich innerhalb von 48 Stunden entscheiden sollte."

Löw wirft dem DFB-Boss also mehr oder minder unverhohlen vor , die Öffentlichkeit in einer Art Erpressungsversuch falsch informiert und sein Vertrauen missbraucht zu haben. Der Bundestrainer argwöhnt, Zwanziger habe mit der Bild-Zeitung kooperiert. Die war über jeden Schritt der Vertragsverhandlungen informiert. Unter diesen Umständen ist nicht mehr davon auszugehen, dass der Bundestrainer und der Manager nach der WM überhaupt noch für den DFB arbeiten wollen. Zu viel Porzellan scheint zerschlagen worden zu sein. Zwanziger wollte die Vorwürfe nicht kommentieren: "Ich habe die Stellungnahme des Bundestrainers zur Kenntnis genommen."

Dabei handelt die Geschichte, die sich um die geplatzten Vertragsverlängerungen rankt, durchaus nicht von einem angeschlagenen Joachim Löw. Sie erzählt von einem Mann, der mächtig genug ist, einen solchen Konflikt herbeizuführen. Von einem, der mehr ist als nur ein Amtsträger von Gnaden des DFB. Löw ist keiner, den Tag für Tag tiefe Dankbarkeit erfüllt, weil der große Verband ihn mit der ehrenvollen Aufgabe beschenkt hat. Er ist auf diesen Job nicht angewiesen, hat einen guten Ruf und entsprechend gute Aussichten, irgendwo unterzukommen. Er steht nicht allein wie einst Rudi Völler. Löw tritt auf wie der Kopf einer unabhängigen Firma, die extrem offensiv ihre Interessen vertritt.

Starkes Selbstverständnis

Das Selbstverständnis von Betriebswirt Bierhoff und Fußballlehrer Löw lässt sich seit ein paar Tagen online bestens nachvollziehen. Unter www.team.dfb.de präsentiert sich die Nationalmannschaft als eigenständiger Hochglanz-Auftritt ohne lästige Funktionäre. Unter dem Suchwort "Zwanziger" findet sich kein Treffer. Löw sagt in seinem Porträt: "Wer etwas verändern will, muss neue Wege gehen." Sein Weg wird vermutlich in Südafrika enden. Und man darf gespannt sein, wie Zwanziger und der einflussreiche DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach Löw und Bierhoff bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen zur EM 2012 am Sonntag in Warschau begegnen. Der Sportinformationsdienst erwartet eine "Eiszeit".

Dass sich Löw und Bierhoff nicht durchsetzen konnten, ist auch dem gestiegenen Einfluss des Ligaverbands zuzuschreiben. Ligapräsident Reinhard Rauball hatte nach FR-Informationen einen klaren Auftrag: Einfluss nehmen, falls die Forderungen des bei vielen Bundesligisten unbeliebten Bierhoff zu weit gehen sollten. So kam es. Er habe klar seine Meinung gesagt, so DFB-Präsidiumsmitglied Rauball.

Die Firma weiß, was sie will. Löw hat loyale Mitarbeiter um sich geschart: neben Bierhoff Assistenzcoach Hans-Dieter Flick, Torwarttrainer Andreas Köpke und Scout Urs Siegenthaler. Dem DFB wurde die Eigenständigkeit des Zirkels so unheimlich, dass er schließlich schockiert die Verhandlungen abbrach. Zur Erinnerung: Der DFB ist der größte Sportfachverband der Welt.

Löw kann sich die Machtprobe leisten. Er ist zu einer Marke geworden, die nicht nur männliche Viererkettenversteher interessiert. Er wird in bunten Blättern gefeiert als Mann der Moderne, Mode-Ikone, Charmeur. Im Winter trägt er chic gebundene Schals, im Sommer cool hochgekrempelte Hemden. Die Frisur sitzt sowieso. Er wirbt für einen Reiseveranstalter und Hautcreme, ist ein Typ für die ganze Familie. Die Meldung, dass sein Vertrag vorerst nicht verlängert wird, schaffte es in die Tagesschau und rührte wohl manche Frau zu einem Seufzer: armer, netter Jogi!

Team nach seinem Bild geformt

Der nette Herr Löw hat das Image der Nationalmannschaft nachhaltig geprägt. Er ist ihr Gesicht, er passt zur neuen Spielergeneration. Er hat ein Team nach seinem Bild geformt. Er steht nach fast sechs Jahren im Amt schon für eine Ära: zunächst als Assistent und Taktik-Experte von Jürgen Klinsmann, dann als Chef. Er gab seiner Mannschaft einen neuen, entschieden zeitgemäßeren Anstrich. Und wie Bierhoff kritisierte er immer wieder die deutschen Klubs; in der Bundesliga gilt deshalb besonders der Manager als Reizfigur.

Löw hat sich bemüht, sein Team von der altdeutschen Rumpelfüßigkeit zu befreien. Er hat lernen müssen, dass das so einfach nicht ist. Vom Schwung der ersten Jahre ist zuletzt nur noch selten etwas zu sehen gewesen. Löw, mit Klinsmann einst als Visionär gefeiert, sah in vielen Länderspielen wie ein ganz normaler Bundestrainer aus.

Bei der EM 2008 wurde sein Team zwar Zweiter, aber es spielte zuweilen einen Fußball, der an finstere Zeiten erinnerte. Nach Aufbruch riecht zurzeit wenig in der DFB-Elf. Die Frage, ob ein neuer Trainer nach der WM frische Impulse brächte, ist durchaus erlaubt. Nur hätte sich der DFB, wenn er den Wechsel wollte, das Theater sparen können. Am Sonntag in Warschau werden alle vor allem eines wollen: den Schein wahren. Löw aber, der vermeintliche Mann der Zukunft, könnte schon Vergangenheit sein.

Autor:  Andreas Lesch und Jan Christian Müller
Datum:  5 | 2 | 2010
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1 Borussia Dortmund 80:25 81
2 Bayern München 77:22 73
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4 B. Mönchengladbach 49:24 60
5 Bayer Leverkusen 52:44 54
6 VfB Stuttgart 63:46 53
7 Hannover 96 41:45 48
8 VfL Wolfsburg 47:60 44
9 Werder Bremen 49:58 42
10 1. FC Nürnberg 38:49 42
11 1899 Hoffenheim 41:47 41
12 SC Freiburg 45:61 40
13 1. FSV Mainz 05 47:51 39
14 FC Augsburg 36:49 38
15 Hamburger SV 35:57 36
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2. Bundesliga
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1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
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Spanien Primera División
Mannschaft Tore Punkte
1 Real Madrid 121:32 100
2 FC Barcelona 114:29 91
3 FC Valencia 59:44 61
4 FC Malaga 54:53 58
5 Atletico Madrid 53:46 56
6 UD Levante 54:50 55
7 CA Osasuna 44:61 54
8 RCD Mallorca 42:46 52
9 FC Sevilla 48:47 50
10 Athletic Bilbao 49:52 49
11 Real Sociedad 46:52 47
12 Real Betis Sevilla 47:56 47
13 FC Getafe 40:51 47
14 Espanyol Barcelona 46:56 46
15 Rayo Vallecano 53:73 43
16 Real Saragossa 36:61 43
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England Premier League
Mannschaft Tore Punkte
1 Manchester City 93:29 89
2 Manchester United 89:33 89
3 FC Arsenal 74:49 70
4 Tottenham Hotspur 66:41 69
5 Newcastle United 56:51 65
6 FC Chelsea 65:46 64
7 FC Everton 50:40 56
8 FC Liverpool 47:40 52
9 FC Fulham 48:51 52
10 West Bromwich Albion 45:52 47
11 Swansea City 44:51 47
12 Norwich City 52:66 47
13 AFC Sunderland 45:46 45
14 Stoke City 36:53 45
15 Wigan Athletic 42:62 43
16 Aston Villa 37:53 38
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3. Liga
Mannschaft Tore Punkte
1 SV Sandhausen 57:42 66
2 VfR Aalen 50:42 64
3 Jahn Regensburg 55:41 61
4 1. FC Heidenheim 48:36 60
5 Rot-Weiß Erfurt 54:41 59
6 Burghausen 55:47 57
7 VfL Osnabrück 46:35 55
8 Kickers Offenbach 49:41 55
9 Chemnitzer FC 47:43 55
10 1. FC Saarbrücken 61:51 54
11 VfB Stuttgart II 44:47 50
12 Preußen Münster 40:44 50
13 Arminia Bielefeld 51:57 50
14 Darmstadt 98 51:47 49
15 Unterhaching 63:59 44
16 Wiesbaden 40:48 44
17 SV Babelsberg 44:59 44
18 Carl Zeiss Jena 39:59 39
19 Oberhausen 33:47 38
20 Werder Bremen II 29:70 22
Eishockey Oberliga West
Mannschaft Tore Punkte
1 EHC Dortmund 151:45 58
2 EC Bad Nauheim 162:43 56
3 Kassel Huskies 145:57 51
4 EV Duisburg 133:46 44
5 Löwen Frankfurt 112:67 40
6 Hammer Eisbären 98:82 40
7 Ratinger Ice Aliens 109:76 34
8 Königsborner JEC 90:109 33
9 ESC Moskitos Essen 62:118 18
10 Herforder EV 71:175 16
11 EHC Krefeld 42:158 3
12 EHC Netphen 08 35:234 3
1. Basketball Bundesliga
Mannschaft Körbe   Punkte
1 Brose Baskets 3033 : 2387   60
2 ratiopharm Ulm 2778 : 2539   54
3 ALBA Berlin 2825 : 2478   52
4 Artland Dragons 2870 : 2655   48
5 FC Bayern München 2672 : 2513   44
6 s.Oliver Baskets 2431 : 2295   40
7 NY P. Braunschweig 2645 : 2651   36
8 Baskets Bonn 2730 : 2618   36
9 FRAPORT SKYLINERS 2347 : 2337   34
10 Oldenburg 2736 : 2755   32
11 Eisbären Bremerhaven 2626 : 2731   32
12 Tigers Tübingen 2628 : 2719   30
13 BBC Bayreuth 2357 : 2643   24
14 TBB Trier 2297 : 2509   22
15 Phoenix Hagen 2689 : 3016   22
16 EnBW Ludwigsburg 2601 : 2655   20
17 Gießen 46ers 2341 : 2645   18
18 BG Göttingen 2327 : 2787   8
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