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02. November 2011

Diskussion um Gewalt im Fußball: Bye Bye Bengalo

Bleibt dauerhaft verboten: Pyrotechnik im Stadion (Archiv)  Foto: dapd

Wenn man nicht mehr weiter weiß, gründet man einen Arbeitskreis: DFB und DFL wollen mit einer Taskforce die Gewalt im Fußball eindämmen - und verbieten, was längst verboten ist.

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Frankfurt –  

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) haben mit einem völligen Verbot der Pyrotechnik auf die jüngsten Fan-Ausschreitungen reagiert. Eine Legalisierung des kontrollierten Abbrennens von Bengalischen Feuern in den Stadien komme für den DFB und den Ligaverband nicht in Frage.

Bestätigt wird das Verbot durch ein vom DFB-Präsidium in Auftrag gegebenes unabhängiges Rechtsgutachten. Um Ausschreitungen in und um den Stadien verstärkt entgegenzutreten, streben die Verbände in Zusammenarbeit die Gründung einer „Task Force Sicherheit“ an. Die Einrichtung eines solchen Gremiums soll beim Runden Tisch im Bundesinnenministerium am 14. November 2011 mit Vertretern aus Politik, Justiz, Polizei Verbänden sowie der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) vorgeschlagen werden. Dies sind die Ergebnisse eines Spitzengesprächs zwischen dem DFB und der DFL am Mittwoch in Frankfurt am Main.

DFB-Präsident Theo Zwanziger sagte nach der Sitzung: „Pyrotechnik hat in den Stadien nichts zu suchen, der Einsatz ist komplett ausgeschlossen, er ist illegal. Wer es macht, begeht einen Gesetzesverstoß.“

DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach erklärte: „Nicht nur die staatlichen Stellen und Behörden, sondern auch FIFA und UEFA untersagen den Einsatz von Pyrotechnik. Oberste Priorität hat die Verantwortung für die Sicherheit aller Zuschauer. Es ist unstrittig, dass Feuerwerkskörper eine Gefahr für Leib und Leben darstellen.“

Ein Sportverband dürfe keine Pyrotechnik zulassen, dieses stehe im Widerspruch zur gültigen Gesetzeslage, sagte Zwanziger weiter. Ein Rechtsgutachten einer Bonner Anwaltskanzlei mit den Schwerpunkten Veranstaltungs- und Versammlungsstättenrecht habe diese Auffassung des DFB gestützt.

Moratorium zur Liberalisierung war „unglücklich“

Dass der DFB eine gewisse Mitschuld daran getragen hat, dass in den vergangenen Monaten eine Liberalisierung von „Bengalos“ in das Gespräch kann, räumten die Sitzungsteilnehmer ein. Entstanden war der Eindruck, dass die Verbände das kontrollierte Abbrennen von Feuerwerkskörpern durch Fangruppen akzeptieren würden, im Frühjahr.

Der scheidende Sicherheitsbeauftragte des DFB, Helmut Spahn, hatte angedeutet, dass die Fangruppen das Abbrennen von „Bengalos“ gestattet werden könnte. Um die Erlaubnis zu erhalten, dürften allerdings bis zum Saisonende keine unkontrollierten Zwischenfälle mehr auftreten. Es wurde sogar ein Moratorium über die Verständigung mit den Fans in dieser Problematik entworfen.

„Es hat grundsätzlich nie die Bereitschaft gegeben, die Beschränkung zu lockern. Sollte das nicht auf die Arbeitsebene durchgedrungen sein, müssen wir Kommunikationsfehler eingestehen“, sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball. Dass das Moratorium zustande gekommen sei, an das die Fangruppen ihre Hoffnungen für eine Liberalisierung knüpften „ist unglücklich“, sagte Rauball.

Neben der Pyrotechnik-Problematik wurden die jüngsten Ausschreitungen am Rande von Fußallspielen thematisiert. Die neue Task Force soll in enger Zusammenarbeit mit der DFB-Kommission „Prävention und Sicherheit“ konkrete Schritte für zusätzliche Sicherheit festlegen.

„Wir wollen die in vielen Bereichen bereits sehr gute und enge Zusammenarbeit mit den für Sicherheit zuständigen Stellen und Institutionen weiter intensivieren. Zielorientiert und ohne Effekthascherei, um die Situation wieder in den Griff zu bekommen“, sagte Zwanziger. „Jetzt kommt es darauf an, den gemeinsamen Zielen konkrete und angemessene Taten folgen zu lassen. Wir dürfen uns nichts vormachen: Dies ist ein langer Weg“, sagte Rauball. (dapd)

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