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13. August 2013

Doping im Fußball: "Zinedine Zidane ist genannt"

Gespräch mit dem Dopingexperten Klaus Pöttgen zum Problem des Fußballs

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Klaus Pöttgen ist Mediziner und Mannschaftsarzt beim Drittligisten SV Darmstadt 98 und gilt als Dopinexperte

Herr Pöttgen, ergibt Doping allgemein im Fußball Sinn?

Im Fußball zählt Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Konzentration. Dies lässt sich wie in allen anderen Sportarten durch Blutdoping (Epo), anabole Steroide und Stimulanzien verbessern. Noch mehr als früher hat sich Fußball in der Athletik verändert. Früher waren es fünf Kilometer Laufstrecke eines Spielers, heute sind es bis zu zwölf Kilometer. Pro Spiel kommt es zu etwa 150 bis 250 intensiven Aktionen. 1997 wurde bereits gezeigt, das im Spiel 600 Meter im Sprint, 2,4 Kilometer in hohem Tempo zurückgelegt werden. Mittlerweile umfasst der „High-Power“-Bereich mehr als ein Viertel der Gesamtdistanz.


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Also würde der Einsatz des ausdauersteigernden Blutdopingmittels Epo Sinn haben?

Erst vor wenigen Wochen hat es einen Untersuchungsbericht des französischen Senats gegeben, in dem Jean-Pierre Paclet, 2004 bis 2008 Arzt der französischen Nationalmannschaft, angab, dass die Spieler beim WM-Sieg 1998 mit ungewöhnlich hohen Hämatokritwerten aufgefallen seien. Wiederholt wurden die Namen Didier Deschamps und Zinedine Zidane genannt. Sie tauchen auch in den 40 000 Seiten Akten jenes Prozesses auf, indem das systematische Teamdoping bei Juventus Turin 1996 dokumentiert wurde.

Ging der Fußball in der Vergangenheit zu lax mit Dopingproblemen und -kontrollen um?

Im Film „Sommermärchen“ über die WM 2006 wurden Dopingkontrollen öffentlich ins Lächerliche gezogen. Bei einer Kontrolle konnte Oliver Neuville ohne korrekte Aufsicht Urin abgeben, weil er angab, er könne nicht pinkeln, wenn einer zuschaut.

Reichen die Kontrollen im Fußball im Vergleich zu anderen Sportarten aus?

Trainingskontrollen sollten eine ähnliche Dichte erreichen, gerade weil im Fußball so viel Geld verdient wird. Erst im Februar gab die Fifa bekannt, man habe mit der Wada ein neues System der Dopingkontrolle beschlossen, welches ein Steroid- sowie ein Blutprofil umfassen soll. Was in anderen Sportarten seit Jahren praktiziert wird, kommt damit im Fußball viel zu spät.

Das Gespräch führte Frank Hellmann.

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