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04. März 2013

Düsseldorf vs. Mainz : Gelauert und gekontert

 Von Daniel Theweleit
Nähe gesucht: Robert Tesche (l.) gegen Andreas Ivanschitz.  Foto: dpa

Weil Düsseldorf eine unangenehme Taktik vorführt, bucht Mainz die Partie beim Aufsteiger trotz Remis unter misslungen ab.

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Wirklich glücklich wirkte Ivan Klasnic nicht, als er am Dienstagabend zum Bus von Mainz 05 ging, dabei hatte der Stürmer ein Jubiläum gefeiert. Sein 50. Bundesligator hatte er beim 1:1 der Mainzer bei Fortuna Düsseldorf erzielt, außerdem durfte er erstmals in dieser Saison in der Startelf spielen. „Ich bin zur Mannschaftsbesprechung gegangen, da stand mein Name, schön“, sagte er später ohne jede erkennbare Freude. Diese emotionale Reserviertheit beruhte zum einen darauf, dass die Mainzer natürlich gerne im Rheinland gewonnen hätten. Ein weiterer Grund für die bescheidene Freude war aber auch, dass Klasnics „Oberschenkel hinten ein bisschen hart“ geworden ist, wie er sagte. In der Halbzeit blieb der 33-Jährige in der Kabine, Nicolai Müller kam in die Partie.

Eine gewisse Schlitzohrigkeit

Aber Klasnic war nicht der einzige Mainzer, der wenig euphorisch wirkte am Ende dieses Fußballabends. „Auf der Couch hätte ich weggeschaltet heute“, räumte Thomas Tuchel ein, und offenbar wunderte er sich nicht über die ziemlich dürftige Leistung seiner Mannschaft. „Wir haben nicht so die Sicherheit gewonnen, wie wir das normalerweise können“, sagte er. Nach dem dramatischen Pokalspiel vom vergangenen Dienstag befinde sein Team sich immer noch in einem Zustand „mentaler Müdigkeit“.

Dabei hatte er neben Klasnics Berufung in die Startelf weitere Umstellungen vorgenommen, für Nicolai Müller und Ede spielten Malli und Ivanschitz. Für Klasnic habe er sich entschieden, weil Szalai eine Pause brauche und weil der erfahrene Stürmer im Abschlusstraining viele Tore geschossen habe, erläuterte Tuchel. Außerdem verfüge der ehemalige Bremer über eine „gewisse Schlitzohrigkeit“ und habe „keine Angst vor solchen Spielen“. Von der Leistung Klasnics war Tuchel dann aber eher enttäuscht, jenseits des Tores sei da noch „viel Luft nach oben“.

Ausgleich als Geschenk

Sogar Klasnic selbst fand, dass die Mannschaft ohne ihn „in der zweiten Halbzeit besser gespielt“ hatte, der Endstand hatte da aber schon Gültigkeit. Bereits nach sieben Minuten hatte Bo Svensson eine Flanke von Andreas Lambertz ins eigene Tor geköpft, das passte zur Mainzer Grundstimmung. Und der Ausgleich von Klasnic war keineswegs brillant herausgespielt. Das Tor war ein Geschenk von Düsseldorfs Torhüter Fabian Giefer, der eine Flanke von Marco Caligiuri durch die Hände rutschen ließ, Klasnic stand an der richtigen Stelle und schob den Ball aus drei Metern über die Linie. „Ich habe schon schwierigere Tore erzielt“, sagte er, aber dass es sich um seinen 50. Treffer in der Liga handelte wusste er natürlich, und es war sein erstes Tor in Deutschland seit dem 10. Mai 2008.

Dass der Klasnic überhaupt wieder in der Bundesliga spielt, hatten viele Leute außerhalb von Mainz gar nicht wirklich mitbekommen. Der ehemalige Bremer hatte Deutschland 2008 nach einer Nierentransplantation verlassen, spielte mäßig erfolgreich in Bolton und Nantes, bevor er vorigen Sommer nach Mainz kam. Aber auch da hatte er Pech mit einer Fischvergiftung und einer Zehenverletzung, bis auf zwei Kurzeinsätze am 5. und am 13. Spieltag war aber noch nicht viel zu sehen von Klasnic, der pflichtgemäß sagte, dass drei Punkte ihm „lieber wären als dieses Tor“.

„Das war heute nix“

Allerdings wären drei Punkte sicher nicht verdient gewesen. Die Düsseldorfer hatten zwar nur 40 Prozent Ballbesitz, aber „die haben gelauert und gekontert“, wie Julian Baumgartlinger analysierte. Und mit dieser Spielweise haben sie den Mainzern ganz schön zugesetzt. Immer wieder gab es überfallartige Angriffe, meist über den starken Axel Bellinghausen, der früh den Pfosten traf (28.) und einen brillanten Pass auf Nando Rafael schlug, der das Mainzer Tor aus bester Lage knapp verfehlte (62.). Und das waren nur die besten der vielen Düsseldorfer Konterchancen. Die Mainzer tauchten dagegen nur noch einmal gefährlich vor dem Düsseldorfer Tor auf, doch diesmal gelang Giefer eine tolle Parade gegen Caligiuris Schuss (57.).

Es passte zu diesem Tag, dass Radoslav Zabavnik nach 38 Minuten mit Verdacht auf Gehirnerschütterung vom Feld musste. „Das war heute nix“, lautete Tuchels finales Fazit, wobei der Punkt in dieser engen Tabelle durchaus noch hilfreich sein könnte.

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