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03. Dezember 2012

Fangipfel in Frankfurt: Mehr Sonderzüge für Fußballfans

 Von Georg Leppert
Fußballfans kommen am Hauptbahnhof an und müssen dann von der Polizei eskortiert werden.  Foto: Sascha Rheker

Vor Fußballspielen will die Deutsche Bahn vermehrt Züge für die An- und Abreise der Fans einsetzen. Zu diesem Entschluss kamen die Teilnehmer eines Fangipfels in Frankfurt. Dadurch soll es an den Bahnhöfen seltener zu Gewalt kommen.

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Frankfurt/Main –  

Von Vertrauen war oft die Rede, von einem Dialog und von Verantwortung: Gut eine Woche bevor der Ligaverband sein umstrittenes Konzept „Sicheres Stadionerlebnis“ verabschieden will, kommen sich die Beteiligten offenbar langsam näher. Zumindest setzten sich Vertreter von Faninitiativen, Fanprojekten, dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), der Deutschen Fußball Liga (DFL), Politik und Polizei am Montag in Frankfurt an einen Tisch. Anlass war der Fangipfel, zu dem die Deutsche Bahn eingeladen hatte. Dabei kündigte das Unternehmen an, künftig mehr Sonderzüge zu Fußballspielen einzusetzen. Damit könne „vielen möglichen Konflikten in unseren Zügen und Bahnhöfen vorgebeugt werden“, sagte Gerd Becht, der im Vorstand der Bahn für Sicherheit verantwortlich ist.

Hintergrund ist ein Anstieg der Gewaltdelikte durch Fans auf Bahngebiet. 2828 Straftaten zählte die Bundespolizei in der Saison 2011/2012 – zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Das ist deutlich zu viel“, sagte der Leiter der Abteilung Gefahrenabwehr bei der Bundespolizei, Thomas Striethörster. Er hofft, dass sich viele Probleme erledigen, wenn die Fans nicht mehr umsteigen müssen, sondern direkt zum Spielort gebracht werden. Viele Anhänger seien mit dem Schönes-Wochenend-Ticket der Bahn „17 bis 20 Stunden“ unterwegs. Dabei träfen sie an Bahnhöfen immer wieder auf Fans anderer Vereine, denen sie oft feindselig gegenüber stünden, so Striethörster.

Bahn will, dass Vereine sich beteiligen

Die Deutsche Bahn erwartet von den Vereinen, dass sie sich an den Kosten für die Züge beteiligen, wie Gerd Becht betonte. Und auch der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, nimmt die Vereine in die Pflicht. Bei der Anreise zu den Spielorten sehe er „Ansatzpunkte für Präventionsprojekte“, die von DFB und DFL zu zahlen seien, sagte der CDU-Politiker.

Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte, sprach nach der Vorstellung der Ergebnisse von einem gelungenen Fangipfel. Es sei richtig, den Fans zu vertrauen und ihnen etwa Sonderzüge zur Verfügung zu stellen. „Diesen Vertrauensvorschuss werden sie durch verantwortungsbewusstes Handeln zurückzahlen.“ Bei der Veranstaltung der Bahn hätten alle Beteiligten das Gespräch miteinander gesucht. „Das muss der Beginn eines Dialogs sein“, sagte Gabriel.

Genau daran hatte es bei der Entwicklung des Papiers „Sicheres Stadionerlebnis“, das am 12. Dezember beschlossen werden soll, nach Ansicht vieler Fans gefehlt. Die erste Fassung des Papiers war ohne Mitwirken der Anhänger zustandegekommen. Auch deswegen schweigen die Fans seit zwei Spieltagen in den ersten zwölf Minuten und zwölf Sekunden jeder Partie in der Ersten und Zweiten Liga.

Dass allerdings auch der Einsatz von Sonderzügen kein Allheilmittel gegen Probleme am Bahnhof ist, wurde durch Berichte von Frankfurter Fans offenkundig, die ihr Team am Freitag nach Düsseldorf begleitet hatten. Vor der Rückfahrt mit eigens eingesetzten Zügen wurden sie über eine Stunde lang vor dem Bahnhof festgehalten. Dabei mussten sie sich von der Polizei einzeln filmen lassen und dabei ihre Personalausweise vorzeigen.

Das Vorgehen der Polizei in Düsseldorf „darf nicht die Regel sein“, sagte Bahn-Vorstand Becht. Bei Risikospielen müssten zwar besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden: „Aber wir streben nicht an, jeden Fan durch eine Metallschleuse zu schicken.“

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