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22. Februar 2013

FC St. Pauli - FSV Frankfurt: Auf den Boden geholt

 Von 
Frankfurts Zaver Yelen im harten Zweikampf mit Daniel Ginczek. Foto: Getty Images

Der FSV Frankfurt bekommt beim FC St. Pauli seine Grenzen aufgezeigt. Den Anschluss an die Aufstiegsplätze verliert die Mannschaft durch die Niederlage wohl endgültig - dem Frankfurter Alexander Huber dürfte es egal sein.

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Hamburg –  

Alexander Huber wird sich am Freitag mehrmals gefreut haben. Der persönliche Höhepunkt am 22. Februar 2013 für den rechten Außenverteidiger des Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt war mit Sicherheit am Morgen um 10 Uhr, als seine Frau Irina Töchterchen Lina zur Welt brachte. Wegen der sich anbahnenden Niederkunft seiner Frau war Huber nicht mit seinen Teamkollegen gen Hamburg gereist, um am Abend beim FC St. Pauli die Auswärtspartie des 23. Spieltages zu bestreiten, und angesichts der 0:3 (0:1)-Niederlage des FSV am Millerntor dürfte es dem 27-Jährigen sehr recht gewesen sein, bei diesem Spiel nicht dabei gewesen zu sein.

Denn der FSV hat einen bitteren Abend erlebt. „St. Pauli war uns in allen Belangen überlegen“, sagte denn auch Uwe Stöver. Der Geschäftsführer Sport der Frankfurter hatte die Gastgeber „bissiger und laufbereiter“ gesehen. Benno Möhlmann wurde noch deutlicher als Stöver. Der Trainer der Bornheimer war merklich angefressen ob der Vorstellung seiner Mannschaft, mühsam versuchte er mit einem gequälten Lächeln seinen Ärger zu übertünchen. „Das war für uns eine Lehrstunde in Sachen Laufbereitschaft, Kampf und Einstellung“, monierte Möhlmann. „Der Sieg von St. Pauli geht auch in dieser Höhe vollkommen in Ordnung.“

Dabei hatte man den Hamburgern die jüngste Negativserie und die bedrohliche Tabellensituation zu Beginn der Partie durchaus angemerkt. „Bis zum 1:0 war St. Pauli nervös“, erkannte FSV-Keeper Patric Klandt. Die Bornheimer konnten die anfängliche Zittrigkeit der Platzherren allerdings nicht ausnutzen, weil das Team um Kapitän Björn Schlicke im Aufbauspiel zu ungenau und am gegnerischen Strafraum ohne Durchschlagskraft war.

Am Ende herrschte Frust

St. Pauli fing sich somit bald, und nach dem Pfostenschuss von Angreifer Daniel Ginczek (12.) übernahmen die Hamburger das Kommando. Just in der Phase, als St. Pauli stärker wurde, hatte der FSV seine größte Torchance, und kurioserweise war die Großchance von John Verhoek der Ausgangspunkt der Hamburger Führung. Der Bornheimer Angreifer tauchte nach 28 Minuten frei vor St. Paulis Torhüter Philipp Tschauner auf, brachte den Ball aber nicht an diesem vorbei. St. Paulis Innenverteidiger Jan-Philipp Kalla klärte die Situation mit einem rigorosen Schlag, und jener lange Ball wurde zur Vorlage für den überragenden Ginczek, der sich die kollektive Schlafmützigkeit von Schlicke, dessen Innenverteidiger-Kollegen Tim Heubach und auch von Torwart Patric Klandt zunutze machte und zum 1:0 traf.

Nachdem Ginczek kurz vor der Pause freistehend vergeben hatte(42.), bedeutete der zweite Treffer des Hamburgers mit der Rückennummer elf quasi die Entscheidung. Diesmal ließ Ginczek bei seinem Sololauf zum 2:0 Schlicke und Manuel Konrad schlecht aussehen, ehe er den Ball an Klandt vorbei ins Netz schlenzte (52.). Spätestens jetzt war dem FSV der Zahn gezogen und das 3:0 von Ginczek (76.) war nur noch der zahlenmäßige Ausdruck der Kräfteverhältnisse auf dem holprigen Rasen.

Und so herrschte bei den Frankfurtern Frust. Und die Erkenntnis, dass der bittere Abend von St. Pauli eventuell einen guten Aspekt haben könnte. Dass der FSV, obwohl er in Schlagweite zum dritten Platz ist, sportlich andere Ziele verfolgen muss. „Wenn hier irgendjemand von höheren Zielen geträumt hat“, sagte Kapitän Schlicke, „dann ist er auf dem Boden der Tatsachen gelandet“. Oder wie Patric Klandt es ausdrückte: „Ich hoffe, dass die ganze Scheiße mit dem Aufstiegsgerede jetzt aufhört.“

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