Aktuell: Paralympics 2016 in Rio | Sport A-Z | Fußball-News | Eintracht Frankfurt | Blog-G
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Sport
Sport-Nachrichten, Ergebnisse und Live-Ticker

01. November 2010

Frankfurt Marathon: Nur Tippelschritte

 Von Frank Hellmann
Laufende Begegnung: Beim Frankfurt-Marathon rennen nicht immer alle in eine Richtung.  Foto: Boeckheler

Der Frankfurt Marathon war aus deutscher Sicht ein Desaster. Die Marathon-Männer werden aber auch unter dem erst kürzlich berufenen Bundestrainer Ronald Weigel nicht schnell vorankommen.

Drucken per Mail

Der Frankfurt Marathon war aus deutscher Sicht ein Desaster. Die Marathon-Männer werden aber auch unter dem erst kürzlich berufenen Bundestrainer Ronald Weigel nicht schnell vorankommen.

Ein bisschen übernächtigt sahen die zwei Männer an diesem Montagmorgen schon aus, ihre Laune war gleichwohl prächtig. So oft scherzten Jo Schindler, 51, und Christoph Kopp, 62, das verantwortliche Duo beim Frankfurter Marathon, am Tag danach miteinander; so als würden sie „den Quantensprung“ (Kopp) ihrer Veranstaltung immer noch nicht fassen können, den zuvorderst die Siegerzeit von Wilson Kipsang, die neuerdings achtbeste der Welt (2:04:57 Stunden), ausgelöst hatte.

Und weil auch die Finisherzahl, die Zahl der wirklich ins Ziel gekommenen Marathonläufer, minimal gestiegen ist (auf 9558), geht die 29. Auflage in jeder Hinsicht als Rennen der Rekorde in die Annalen ein. Schon sinnieren Stadt und Streckenchef darüber, ob die Innenstadt-Passagen auch für 15000 oder gar 20000 Teilnehmer ausreichen.

Weigel will einen Sonderetat


Berichte aus allen Sportarten und Fußball-Liveticker -
auch unterwegs auf dem Laufenden mit „FR News“.
Unsere beliebte App für iPhone und Android-Smartphones.

Eingedenk derlei ambitionierter Ziele wäre es ganz trefflich, würde nicht nur immer eine afrikanische Armada, sondern auch mal ein einziger deutscher Läufer ein bisschen vorne mit und am Ende in die Regionen rennen, die in den 80er-Jahren etwa der dreifache Frankfurt-Sieger Herbert Steffny regelmäßig schaffte: 2:11, 2:12 oder 2:13 Stunden. Die Malaise bei den Männern ist durch den freiwilligen Verzicht von Martin Beckmann, den entnervten Ausstieg von Tobias Sauter und das schlimme Seitenstechen von Falk Cierpinski (2:20:43) noch verschärft worden. „Das sind keine Ergebnisse. Das sind Schläge in die Magengrube“, sagte Ronald Weigel betroffen, der kürzlich erst berufene Marathon-Bundestrainer, der das deutsche Desaster am Main vor Ort miterlebte.

Der 51-jährige Thüringer weiß, welcher ausdauernden Aufgabe er sich angenommen hat, „eine große Herausforderung“. Wollen bei den Olympischen Spielen 2012 in London die Sauters, Cierpinskis oder Beckmanns starten, muss zur Normerfüllung eine Zeit unter 2:12 her, „das wird schwer“, weiß Weigel. Und er kennt die Vorbehalte, die ihm als einst weltbesten Geher und Geher-Bundestrainer (seit 2002) entgegenschlagen. „Die Grundprinzipien des Ausdauertrainings sind die gleichen. 50 Kilometer Gehen sind vergleichbar mit 42,195 Kilometer Laufen.“

Weigel will bessere Rahmenbedingungen schaffen und bestenfalls über die Veranstalter einen Sonderetat Marathonförderung schaffen, „die Kenianer müssen nicht studieren oder parallel eine Berufsausbildung machen“. Solchen Argumenten setzte hingegen Altmeister, Laufexperte und Buchautor Steffny, 57, entgegen: „Dem deutschen Nachwuchs fehlt die Besessenheit. Deshalb rennen uns die hungrigen Underdogs aus der Dritten Welt davon.“

Pollmächer kehrt zurück

Weigel wiederum verkündete in der Debatte das Comeback von André Pollmächer, 27, Bestzeit 2009 im Marathon: 2:13:09. Pollmächer wurde 18. bei der WM 2009 in Berlin, dann zog er sich zurück, „eine Kurzschlussreaktion“, sagt Weigel heute. Fakt ist, dass das Amtsgericht Chemnitz im August 2009 Pollmächers Trainer Bernd Dießner wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz bestraft hat. Der ohnehin nicht bestens beleumundete ehemalige DDR-Leichtathlet Dießner soll Minderjährigen nicht zugelassene Präparate verabreicht haben. Es ging um Tabletten und Ampullen aus Spanien und Portugal − die Betroffenen sagten damals vor laufender ZDF-Kamera aus.

Der Fall sei geklärt, sagt Weigel, „André Pollmächer zieht nach Potsdam, und Bernd Dießner wird ihn nicht mehr trainieren“. Der Bundestrainer spricht davon, dass das Pollmächer-Comeback „fast unsere letzte Hoffnung“ darstellt. „Er ist voll im Training und wird die Szene beleben.“ Aber bitte nur mit positiven Leistungen.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Sport-Nachrichten, Ergebnisse und Live-Ticker.

Kommentar Eintracht Frankfurt

Zerreißprobe

Von  |
Fans von Eintracht Frankfurt

Von den ersten fünf Heimpflichtspielen des Frankfurter Erstligisten finden drei Begegnungen mit einem vom DFB sanktionierten und also so gewollten reduzierten Zuschaueraufkommen statt. Kein Zufall. Ein Kommentar. Mehr...

Fußball-Nachrichten

Eintracht: Berichte | Spielplan | Team | FR-Videos

Anzeige

Aus den Sportarten
Für Sportler in Not

Die Hilfsaktion der FR-Sportredaktion unterstützt arme, kranke und behinderte Sportler, die unverschuldet in Not geraten sind.