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05. Januar 2013

Frankfurter Hallenturnier: Underdog dreht Großen eine Nase

 Von Thomas Kilchenstein und Jörg Hanau
Matthias Schwarz und Fabian Baecker freuen sich über den Sieg der Kickers. Foto: Huebner/Scheiber

Kickers Offenbach gewinnt Frankfurter Hallenturnier - doch Innenverteidiger Markus Husterer muss wohl einen hohen Preis dafür zahlen. Die Eintracht schafft es auf Rang drei.

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Kickers Offenbach gewinnt Frankfurter Hallenturnier - doch Innenverteidiger Markus Husterer muss wohl einen hohen Preis dafür zahlen. Die Eintracht schafft es auf Rang drei.

Im Spaß hatte OFC-Sportkoordinator Ramon Berndroth am Tag vor dem Frankfurter Hallenturnier gesagt, seine Kickers würden die Favoritenrolle annehmen. Wer im DFB-Pokal bis ins Viertelfinale kommt, muss was auf dem Kasten haben.

Und siehe da: Anderntags gewann der OFC tatsächlich das Turnier in Frankfurt, letztmals war den Kickers das 2009 gelungen. Im Finale bezwangen sie den zwei Klassen höher spielenden Bundesligisten Greuther Fürth in dieser Höhe überraschend klar mit 4:1 und kassierten dafür 5000 Euro an Prämie.

Allerdings ist auch ein wenig Wasser in den Offenbacher Wein gegossen worden: Innenverteidiger Markus Husterer wird sich wohl einer kleineren Knie-Operation unterziehen. Die genaue Diagnose erwarten die Kickers übers Wochenende, der Routinier klagt seit Tagen über Schmerzen am Meniskus.

Platz drei sicherte sich die Eintracht nach einem 5:3 über den Nachbarn FSV. Erwin Hoffer wurde mit vier Treffern Torschützenkönig des Hallenturniers.

Das Spektakel in der Halle hatte bereits nach gut 90 Minuten gewonnen: Da stand nämlich fest, dass alle drei hessischen Klubs die Gruppenphase überstanden hatten. Das war im vergangenen Jahr anders, da blamierte sich der Bundesligist Eintracht Frankfurt bis auf die Knochen, als er bereits nach zwei Spielen die Segel streichen musste.

Eintracht verzichtet auf ihre besten Spieler

Für die Stimmung in der nicht ausverkauften Sporthalle in Frankfurt Unterliederbach war das seinerzeit ziemlich schlecht. Zudem fühlten sich die Zuschauer, die zum Teil hohe Preise gezahlt hatten, düpiert. Das war dieses Mal ganz anders. Selbst wenn die Eintracht auch dieses Mal nicht mit der besten Mannschaft angetreten war. Es war – wenn man die ganz kritische Elle anlegt - sogar die dritte Garnitur.

Es ist natürlich immer ein zweischneidiges Schwert: Bringt man den ersten Anzug und einer der Leistungsträger verletzt sich beim Kick auf künstlichem Gras, ist hinterher die Aufregung. Zumal die Eintracht in diesem Jahr noch einige Ziele hat, Plätze, die einen Auftritt in Europa verheißen, sind ja anvisiert in der Rückrunde. Dafür kann man durchaus Verständnis aufbringen. Aber hätten nicht die Meier, Schwegler, Rode, Trapp und Co wenigstens in zivil in der Halle sein können? Trainer Armin Veh ließ sich gar komplett von seinem Co Reiner Geyer vertreten.

Doch diese dritte Garnitur schlug sich wacker. St. Pauli wurde gleich 5:3 geschlagen, dann ging es gegen die Kickers, gegen die ein 2:2 zum Erreichen des Halbfinales reichte. Vor allem Constant Djakpa fiel mit platzierten Distanzschüssen positiv auf, auch Sonny Kittel und Marc Stendera gefielen. Und im Tor hielt der Methusalem Oka Nikolov fast alles.

Erst im Halbfinale war dann Schluss für die Eintracht, die genau zwölf Stunden nach Turnierende ins Trainingslager nach Abu Dhabi flogen: 3:3 stand es da am Ende gegen den Klassenkonkurrenten Spvgg Greuther Fürth, wobei der 17 Jahre alte Stendera den Ausgleich erst Sekunden vor Schluss markierte. Dummerweise war es dann der A-Jugend-Spieler, der dem fälligen Neunmeter ins Fangnetz drosch. Und weil auch Kittel scheiterte, zogen die Franken ins Finale ein und die Frankfurter mussten um Platz drei spielen – gegen Frankfurt, den FSV.

FSV unterliegt Offenbach

Die Bornheimer hatten die Worte ihres Sportchefs Uwe Stöver erst genommen: Er hatte am Tag zuvor gesagt, dieses Hallenturnier sei für den FSV „ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung“. Entsprechend souverän war der FSV durch die Vorrunde marschiert, zwei klare Siege gegen den FC St. Pauli (2:0) und Eintracht Braunschweig (3:1) führten sie direkt ins Halbfinale, wo sie erst gegen Kickers Offenbach mit 1:2 den Kürzeren zogen.

Damit hatte der Fußballsportverein sein Déjà-vu: auch im letzten Jahr war Schluss im Halbfinale. FSV-Co-Trainer Sven Kmetsch, der Benno Möhlmann vertrat, sagte: „Wir wollten das Jahr mit einem Erfolgserlebnis beginnen.“ Das ist ihnen gelungen.

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