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18. Juli 2013

Frauenfußball-EM: Deutschland verspielt den Favoritenstatus

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Zum Heulen zumute: Leonie Maier (rechts) und Nadine Keßler.  Foto: dpa

Das deutsche Frauenteam verliert das letzte Gruppenspiel bei der Europameisterschaft in Schweden. Bundestrainerin Neid beklagt eine „unterirdische Leistung“ ihrer Mannschaft.

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Kalmar –  

Das Kinn hatte Silvia Neid eine ganze Weile auf die Hände gestützt. Ganz ruhig saß die Bundestrainerin im kleinen Presseraum der Kalmar-Arena auf dem Plastikstuhl, als sie zur Generalanklage ansetzte. „Wir werden uns jetzt zusammensetzen. Ich habe einige Fragen an die Spielerinnen“, sagte die 49-Jährige, die nach dem ernüchternden 0:1 (0:1) im letzten EM-Gruppenspiel gegen Norwegen in der ersten Erregung sogar von einer „unterirdischen Leistung“ der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gesprochen hatte.

Nur gut, dass der Viertelfinaleinzug für den Gruppenzweiten schon vorher feststand. Und doch hat diese Pleite die kontinentalen Kräfteverhältnisse schlagartig verändert – der Titelverteidiger hat den Favoritenstatus verspielt. Auf die entsprechende Frage lächelte Neid: „Wenn ich das Spiel von außen beobachtet hätte, würde ich auch sagen, man kann uns schlagen.“

Ihr waren die historischen Ausmaße zunächst gar nicht bewusst: Für den siebenfachen Europameister war es die erste Niederlage nach 20 Jahren und 28 EM-Partien. Kommentar Silvia Neid: „Irgendwann geht alles zuende – das war heute der Fall.“ Einziger Trost: Italien, Zweiter der Gruppe A, ist zwar am Sonntag in Växjö ein unbequemer, aber nicht unschlagbarer Gegner. „Die Italienerinnen sind schwer zu spielen, sie sind irgendwie Minimalistinnen“, beschied die Trainerin vorsichtig. Solche Kontrahenten behagen ihrer jungen Auswahl nicht, die gestern „viel zu schläfrig“ agierte, wie Abwehrspielerin Saskia Bartusiak beklagte. „So ein Einbruch darf nicht passieren, dann sind wir in der K.-o.-Runde raus.“


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Lange Mängelliste

Vor allem das Mittelfeld um die kraftlose Nadine Keßler, die hilflose Simone Laudehr und die ideenlose Dzsenifer Marozsan versagte. Neid glaubt, dass „von allem etwas fehlte“, um schonungslos die Versäumnisse in Sachen Einstellung anzuprangern. „Junge Spielerinnen haben mehr Schwankungen, aber wenn sie sich nicht wohlfühlen, müssen sie sich reinbeißen.“ Und die überraschend eingewechselte Melanie Behringer räumte ein: „Wenn wir ehrlich sind, sind wir die ganzen 90 Minuten nicht ins Spiel gekommen.“

Die Mängelliste war so lang, dass der Titelverteidiger im Vergleich zu den leidenschaftlichen Schwedinnen und den spielstarken Französinnen zum krassen Außenseiter wird – der Gastgeber könnte im Halbfinale in Göteborg der Gegner werden. Deutschland fiel nach dem entscheidenden Gegentor von Ingvild Isaksen (45.) – ihren Schuss fälschte Elise Thorsnes unhaltbar für Nadine Angerer ab – kaum noch etwas Gescheites ein. Viele Aktionen trugen Züge der Verzweiflung. Und als sich Annike Krahn und Lena Lotzen am Ende auf dem Platz ein Wortgefecht liefern, traten auch Disharmonien zutage.

Für den DFB-Tross steht nun ein weiterer Umzug an. Das Hotel im Blockhausstil in Färjesstaden auf der Insel Öland muss nun verlassen werden, um wieder ins Landesinnere nach Växjö zurückzukehren. Norwegen dagegen darf zum Viertelfinale in Kalmar bleiben, wo viele deutsche Urlauber in der Arena weilten. Die Bundestrainerin wirkte traurig, als sie auf dem Vorplatz in der Abendsonne in den abfahrbereiten Bus stieg. „Schade, dass wir hier weg müssen. Ich wäre gerne geblieben.“

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