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28. November 2012

FSV Mainz 05: Parker bei den Männern angekommen

 Von Jan Christian Müller
Handshake: Mainz-Coach Thomas Tuchel (l) und Mainz-Nachwuchshoffnung Shawn Parker. Foto: Bongarts/Getty Images

Mainz-Nachwuchsspieler Shawn Parker musste erst lernen, sich ständig zu zeigen

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Frankfurt am Main –  

Als die Kollegen von Sky anfragten, ob sie mit dem jungen Shawn Parker ein Interview führen könnten, lehnte der 19-Jährige freundlich, aber bestimmt ab. Parker hatte zuvor in seinem allerersten Bundesligaspiel von Beginn an lieber Leistung sprechen lassen: Ein Tor legte der deutsche U-20-Nationalspieler mit US-Wurzeln wunderbar vor, ein weiteres erzielte er sehr abgezockt und war somit beim Mainzer Sieg in Frankfurt zum entscheidenden Spieler geworden. Selbstverständlich ist so was nicht angesichts des hohen Niveaus, das einem, der bislang nur in der Regionalliga Fußball spielte, in der höchsten Spielklasse abverlangt wird.

Endlich wieder ein Mainz-Talent

Selbstverständlich ist es unter dem langjährigen Jugendtrainer Thomas Tuchel zuletzt auch nicht gewesen, dass sich ein Talent aus dem eigenen Nachwuchs bis in die Startelf der Profis vorarbeitet. Seit André Schürrle und Jan Kirchhoff vor dreieinhalb Jahren ruhte still der See, und fast hätte man denken können, Tuchel (39) habe ein besonderes Faible für alternde Spieler. Während im deutschen Fußball juvenile Kerle mit Vehemenz in die Teams drängen und den Altersschnitt auf kaum über 25 Jahre drücken, bietet Tuchel vor allem Best Ager im Alter zwischen 29 und 33 Jahren auf.

Shawn Parker musste erst lernen, seinen Job nicht nur phasenweise mit der geforderten Ernsthaftigkeit zu auszuüben. Torwart Christian Wetklo, bald 34, sagt: „Shawn musste lernen, dass es bei den Männern wieder bei null anfängt, wenn man aus der Jugend kommt.“

Seit Dienstagabend kann der Teenager von sich behaupten, dass er ein echter Mann geworden ist. Tatsächlich gab er dem Klub-TV von Mainz 05 in der Nacht sogar noch ein Interview, berichtete, dass „die ersten zehn Minuten ziemlich überwältigend“ gewesen wären und dass er „im Training wieder alles geben“ wolle, um sich „für das Spiel gegen Hannover empfehlen“.

Tuchel sichtet die besten Nachwuchskicker

So etwas hört Tuchel gerne. Er schüttet ein Füllhorn Lob über Shawn Parker aus und hat auch den drei Jahre jüngeren Bruder Devante bereits positiv wahrgenommen. Devante Parker sei „eines der bundesweiten Toptalente in unserer U17, von denen wir hoffen, dass sie es schaffen“. Alle sechs Wochen absolviert Tuchel mit den besten Nachwuchsspielern zwischen 15 und 19 Jahren ein Sichtungstraining. Das von der Deutschen Fußball-Liga in die höchste Kategorie eingestufte Nachwuchsleistungszentrum strecke sich „bis zur Decke“, lobt er.

Umso wichtiger, dass die Arbeit von Nachwuchschef Volker Kersting Früchte trägt. „Es ist ja schön und gut, mit der A-Jugend mal Meister zu werden oder einen besonders guten B-Jugend-Jahrgang zu haben“, sagt Tuchel, „aber das vordringliche Ziel ist es natürlich, Spieler ganz nach oben zu bringen.“ Shawn Parker hat es geschafft. Vorerst. Am Morgen nach seinem Triumphzug durch die Eintracht-Abwehr antwortete er auf Anfrage brav, er müsse „jetzt dafür arbeiten, dass ich diese Leistung bestätige“. Thomas Tuchel wird darüber wachen.

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