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26. Januar 2013

Fußball-Bundesliga: Sieg für Mainz - kaum Hoffnung für Fürth

Der Mainzer Nikolce Noveski setzt sich gegen Milorad Pekovic (Fürth) durch. Foto: dpa

Der FSV Mainz 05 und Borussia Mönchengladbach halten in der Fußball-Bundesliga den Anschluss an die Spitzengruppe der Tabelle. Die abstiegsbedrohten Augsburger holen einen wichtigen Punkt. Kaum noch Hoffnung besteht für die SpVgg Greuther Fürth.

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Der FSV Mainz 05 und Borussia Mönchengladbach halten in der Fußball-Bundesliga den Anschluss an die Spitzengruppe der Tabelle. Die abstiegsbedrohten Augsburger holen einen wichtigen Punkt. Kaum noch Hoffnung besteht für die SpVgg Greuther Fürth.

Borussia Mönchengladbach hat mit einem Sieg im „S-Bahn-Derby“ gegen Fortuna Düsseldorf wieder Fahrt im Rennen um die Europapokal-Plätze aufgenommen. Die Fohlen bezwangen den alten Rivalen von der rechten Rheinseite dank einer starken ersten Halbzeit mit 2:1 (2:0) und feierten vor gut 50.000 Zuschauern den 400. Heimsieg ihrer Bundesliga-Geschichte. Während für Gladbach das internationale Geschäft in greifbare Nähe rückt, bleibt der Aufsteiger aus Düsseldorf im neuen Jahr ohne Punkt und steckt weiter im Abstiegskampf. Ein Eigentor von Juanan (5.) und der vierte Saisontreffer von Patrick Herrmann (14.) sorgten für den Heimsieg der Borussia, die nun schon seit neun Pflichtspielen ungeschlagen ist. Die Fortuna kam durch einen Handelfmeter (50.) von Dani Schahin nur noch zum Anschluss.

Mit dem Sieg nahm der fünfmalige deutsche Meister aus Mönchengladbach Revanche für die verpatzten Derbys im Vorjahr, als in 210 Minuten weder in der Liga (0:0) noch im DFB-Pokal (0:1 n. Ver.) ein Tor gelungen war. Die erst nach der Pause ebenbürtige Fortuna präsentierte sich insgesamt wie so häufig auf fremden Plätzen als zu harmlos: In den vergangenen sechs Auswärtsspielen gab es nur einen Punkt für die Mannschaft von Trainer Norbert Meier.

Augsburg springt auf Relegationsplatz

Der FC Augsburg hat im Bundesliga-Abstiegskampf einen Achtungserfolg erzielt und sich auf den Relegationsplatz geschoben. Ein torloses Remis gegen den Schalke 04 brachte den Schwaben den 13. Saisonzähler ein, womit der FCA nach Punkten zu Mitbewerber 1899 Hoffenheim aufschloss. Weil die Kraichgauer zur selben Zeit in Frankfurt verloren, macht die leicht bessere Tordifferenz Augsburg jetzt zum neuen Tabellen-16.

Für Schalke langte es erneut nicht zu einem Auswärtssieg, der bisher letzte Erfolg auf einem fremden Platz ist schon mehr als drei Monate her. Vor allem spielerisch enttäuschten die Schalker, während beim FCA die beiden Südkoreaner Ja-Cheol Koo und Dong-Won Ji mit vielen kreativen Momenten die Hoffnung auf den Klassenverbleib am Leben erhielten. Die mangelhafte Chancenverwertung bleibt aber Augsburgs großes Dilemma.
Weiter ohne den heiß als Neuzugang gehandelten Brasilianer Michel Bastos ließen sich die Königsblauen schon früh vom Augsburger Angriffsschwung beeindrucken. Wie so oft vor eigener Kulisse legte das Team von Trainer Markus Weinzierl wuchtig los - nach nur fünf Minuten hätte Winter-Neuerwerbung Ji für die Führung sorgen müssen, zielte aber aus kurzer Distanz etwas zu ungenau. Dasselbe galt kurz darauf für Ragnar Klavan (17.) und gleich zweimal für Koo (21./29.).

Ganze 24 Minuten dauerte es, bis die Schalker vor 28.553 Fans erstmals halbwegs gefährlich aufs Tor schossen - und das nicht mal aus dem Spiel heraus. Ein Freistoß von Jefferson Farfan musste für die erste Chance herhalten, Augsburgs Keeper Alexander Manninger klärte aber mit einer Flugeinlage. Acht Minuten vor der Pause war der Österreicher auch gegen Klaas-Jan Huntelaar zur Stelle, der nach seiner abgesessenen Gelb-Rot-Sperre ins Team zurückgekehrt war.

Mit Wiederanpfiff wurde die Partie ein wenig offener. Schalke ließ seine anfängliche Passivität in der Kabine und versuchte mehr nach vorn. Julian Draxler (56.), Lewis Holtby (58.) und Farfan (59.) verpassten, noch mehr los war aber auf der Gegenseite. Torwart Timo Hildebrand rettete gegen Ji (54.), der Pfosten gegen Sascha Mölders (69.). Glück hatten die Gäste auch bei einem knallharten Freistoß von Jan-Ingwer Callsen-Bracker (71.) und erneut gegen Koo (72.).

Kaum noch Hoffnung für Fürth

Fast hoffnungslos abgeschlagen ist inzwischen die SpVgg Greuther Fürth. Im Spiel um die vielleicht schon letzte Chance im Bundesliga-Abstiegskampf hat die Mannschaft wiederum eine ernüchternde Schlappe kassiert. Die Mannschaft von Trainer Mike Büskens verlor gegen den FSV Mainz 05 nach schwacher zweiter Halbzeit mit 0:3 (0:0) und bleibt abgeschlagen Tabellenletzter. Fürth ist nun seit 17 Spielen ohne Erfolg und weiter ohne einen Heimsieg, Mainz hält dagegen Anschluss an die Spitzengruppe. Der ungarische Torjäger Adam Szalai sorgte mit seinem Treffer in der 53. Minute für lange Gesichter bei den Franken. Zunächst hatte Torwart Wolfgang Hesl noch gegen Andreas Ivanschitz glänzend pariert, doch Szalai stand für den Abstauber bereit. Nach dem 2:0 von Yunus Malli (65.) waren die Verhältnisse endgültig klar. Szalai (84.) mit seinem elften Saisontor sorgte für den Endstand.

Trotz einer guten Anfangsphase wirkten die Franken in ihren Aktionen doch zu limitiert, um noch von einem Wunder träumen zu können. Selbst der Sprung auf den Relegationsplatz erscheint angesichts der Defizite nicht realistisch. In der Offensive fehlte die Durchschlagskraft. Daran änderte auch der neue Fürther Hoffnungsträger Nikola Djurdjic nichts, der in der zweiten Halbzeit zu seinem Debüt für den Aufsteiger kam. Der Winter-Neuzugang soll mit seinen Toren noch zum Klassenerhalt beitragen. Dass er die 1,3 Millionen Ablöse wert sein könnte, deutete Djurdjic aber höchstens an.

Der FSV Mainz agierte im Spiel zunächst eher abwartend und sah sich prompt mehreren gefährlichen Situationen gegenüber. In der Folge wurde die Elf von Thomas Tuchel etwas stärker und drängte die Franken tiefer in die eigene Hälfte. Die Angriffe der SpVgg wurden dadurch merklich weniger. Oft waren die Fürther zu langsam im Umschaltspiel und gaben einige Bälle schnell wieder preis. Im Mittelfeld machte sich zudem das Fehlen von Edgar Prib (Syndesmose-Anriss) bemerkbar. Nach dem Wechsel erhöhte die Tuchel-Elf die Schlagzahl und wurde konsequenter in der Offensive. Sofort schlichen sich bei Fürth grobe Stellungsfehler ein, die bitter bestraft wurden.

Heckings erfolglose Rückkehr nach Hannover

Dieter Hecking hat bei seiner Rückkehr nach Hannover die erste Niederlage als Coach des VfL Wolfsburg kassiert. Trotz rund einstündiger Überzahl unterlag der ehemalige 96-Trainer in seinem zweiten Spiel als Wolfsburger Trainer mit 1:2 (0:2). Der Rückstand auf Hannover 96 vergrößerte sich in der Tabelle nach dem Niedersachsen-Derby der Fußball-Bundesliga wieder auf vier Punkte. Die Tore für die bereits im Hinspiel mit 4:0 siegreichen Gastgeber, bei denen Debütant Sebastien Pocognoli (34.) die Rote Karte sah, schossen vor 38.800 Zuschauern Mohammed Abdellaoue (3.) und Mame Diouf (38.). Für Wolfsburg traf Alexander Madlung (46.).

Die beiden Nachbarn zeigten eine spannende Partie mit kuriosen Randerscheinungen. Mehr Spielanteile besaßen dabei die Wolfsburger. Effektiver waren dafür die Gastgeber, bei denen Mario Eggimann wegen einer Verletzung schon in der 32. Minute ausschied und Debütant Sebastien Pocognoli kurz danach wegen groben Foulspiels Rot sah.
Damit wurde die umgebaute 96-Defensive mit drei Wintereinkäufen weiter durcheinandergewirbelt. Nur vier Tage nach seinem Transfer von Standard Lüttich nach Deutschland stand Pocognoli auf der linken Abwehrseite für den formschwachen Konstantin Rausch in der Startelf, hinterließ zunächst einen guten Eindruck, doch dann wurde der Belgier nach einem ungeschickten Tritt gegen VfL-Verteidiger Fagner von Schiedsrichter Günter Perl vom Platz gestellt. Auch die Wintereinkäufe Johan Djourou und Andre Hoffmann standen von Beginn an auf dem Platz, agierten allerdings geschickter.

Kurioserweise erzielte Diouf kurz nach diesem Platzverweis das zweite 96-Tor: Im zweiten Anlauf drückte der 96-Angreifer den von VfL-Keeper Diego abgewehrten Ball mit der Schulter ins Tor.
Den Wolfsburgern fehlte dieser Zug zum Tor. Dabei hatten sie das Geschehen von Beginn an bestimmt und mehr Ballbesitz, gewannen mehr Zweikämpfe. Vor allem Diego zeigte eine starke Leistung. Der VfL-Spielmacher ließ sich im Mittelfeld kaum bremsen, begeisterte mit einigen schönen Dribblings und klugen Pässen. Blass blieb hingegen der vor wenigen Wochen verpflichtete Ivan Perisic. Er konnte sich auf der linken Seite kaum in Szenen setzen. (dpa/sid)

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