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19. Januar 2012

Fußball-WM in Brasilien: Fifa: "Keine WM ohne Bier"

 Von Nadja Erb
Laut Fifa gehört Bier zum Fußball dazu. Foto: imago

"Alkohol gehört zum Fußball!" - sagt nicht etwa irgendein Fanclub, sondern der Weltfußballverband Fifa. Dessen Funktionäre liegen im Clinch mit der brasilianischen Regierung. Denn die will das Alkoholverbot in Brasiliens Stadien auch zur WM 2014 nicht aufheben.

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Die Fifa besteht auf Bierverkauf bei der Fußball-WM - und legt sich dafür auch mit der brasilanischen Regierung an. „Der Alkohol ist Teil der FIFA-WM. Darüber verhandeln wir nicht. Das (WM-)Gesetz muss eine Bestimmung enthalten, wonach wir das Recht haben, Bier zu verkaufen, keine „Caipirinha“, sondern nur Bier“, sagte der Generalsekretär des Weltfußballverbands, Jérôme Valcke am Mittwoch bei seinem Besuch in Rio de Janeiro. Das Recht auf Bierverkauf sei nicht verhandelbar.

Valckes Kritik ist Teil eines seit längerem währenden Streits zwischen der Fifa und der brasilianischen Regierung über das Rahmengesetz zur Fußball-WM 2014 in Brasilien. In dem südamerikanischen Land gilt seit 2003 ein vollständiges Alkoholverbot in Fußballstadien. Es wurde eingeführt, um gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fangruppen einzudämmen. Der brasilianische Gesundheitsminister Alexandre Padilha und andere Politiker hatten sich dafür eingesetzt, dieses rigorose Verbot auch während der WM beizubehalten - aus Sicherheitsgründen.

Budweiser ist seit Jahren Hauptsponsor der Fußballweltmeisterschaft.
Budweiser ist seit Jahren Hauptsponsor der Fußballweltmeisterschaft.
Foto: imago stock&people

Budweiser ist Hauptsponsor

Der Fifa geht es jedoch primär um ihre Sponsoren - und unter denen ist die US-amerikanische Marke Budweiser des Braukonzerns Anheuser-Busch einer der wichtigsten ist. Schon bei der WM 2006 in Deutschland gab es Ärger, weil viele Fans im Bierland Nr.1 gezwungen waren, das geschmacklich nicht sonderlich geschätzte US-Bier zu trinken. Budweiser hatte sich das Alleinverkaufsrecht bei der Fifa gesichert, das nur durch wenige Ausnahmen aufgelockert wurde. Auch die Stadt Frankfurt scheiterte damals mit ihrer Bitte, Apfelwein als Getränk zuzulassen.

Dass die Fifa keinen Spaß versteht, wenn es um Sponsorengeld geht, bewies nicht zuletzt die Anekdote von den Hunderten niederländischen Fans, die auf Anordnung der Fifa im Stadion blankziehen mussten. Sie hatten orangefarbene Lederhosen getragen, auf denen der Schriftzug der niederländischen Bavaria-Brauerei zu lesen war. Bavaria gehörte nicht zu den Sponsoren - und die Ordner zwangen deshalb Hunderte Fans, das Spiel ihrer Mannschaft in Unterhosen zu anzuschauen.

Budweiser war auch Hauptsponsor der WM 2010 in Südafrika.

Fifa macht Druck

Fifa-Generalsekretät Jérôme Valcke geht es nicht um Cocktails, sondern um Bier.
Fifa-Generalsekretät Jérôme Valcke geht es nicht um Cocktails, sondern um Bier.
Foto: REUTERS

Zwei Jahre vor Anpfiff ist es für die Fifa nun offenbar höchste Eisenbahn, das Rahmengesetz in trockene Tücher zu bekommen. „Wir verhandeln seit 2007, haben jetzt das Jahr 2012 und es wird Zeit, dass wir das Thema beenden. Die WM ist schon morgen, und wir diskutieren noch immer etwas, was vor fünf Jahren vereinbart und unterschrieben wurde“, sagte Valcke in Rio. Auch die verschiedenen Preiskategorien bei den Tickets sind noch strittig.

Selbst wenn es bald zu einer Einigung käme, müsste das Gesetz erst den kompletten legislativen Prozess durchlaufen: sowohl das Abgeordnetenhaus, als auch der Senat müssten mehrheitlich zustimmen, bevor Präsidenten Dilma Rousseff mit ihrer Unterschrift das Gesetz besiegelt. (mit dpa)

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