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20. Januar 2014

Hamburger SV: Die AG als Rettungsmodell

Ein historischer Tag: Der Vorstandsvorsitzende des HSV, Carl-Edgar Jarchow.  Foto: dpa

Der HSV folgt Vorbild Bayern. Die neue Struktur soll kommen. Idol Seeler will mehr als nur eine AG. Milliardär Kühne steht in den Startlöchern, und Magath überrascht.

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Es klang wie in der Nordkurve der HSV-Arena am Samstagnachmittag. Siegestrunken grölten die Traditionalisten des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV ihre Gesänge durch die größte Halle des Congress Centers, wo der Verein am Sonntag seine elfstündige Mitgliederversammlung abhielt. Soeben hatten die Sänger die Fernwahl verhindert. 26,3 Prozent der Stimmen reichten ihnen für einen Moment der Glückseligkeit. Denn die eigentlich siegreichen 73,7 Prozent hätten eine Dreiviertelmehrheit (75 Prozent) benötigt, damit 72 000 HSV-Mitglieder in Deutschland und der Welt per Brief oder via Internet hätten mitwählen dürfen.
Es blieb bei dem bescheidenen Erfolg für die Minderheit der 7165 Mitglieder im Saal. Denn den eigentlichen Sieg hatten sich die Umwälzer im HSV organisiert. Sie stimmten mit 79,4 Prozent dafür, eine Ausgliederung des Fußball-Bundesligisten aus dem gemeinnützigen Universalsportverein und die Bildung einer Aktiengesellschaft anzustreben. Die Fans träumen schon. Wenn der HSV eine AG ist, holt er sich dann die Meisterschale? Wird der Verein mit Geld zugeschmissen? Zumindest in der Rechtsform zieht der HSV, der in den vergangenen drei Jahren ein Minus von 21 Millionen Euro geschrieben hat, mit Champions-League-Gewinner Bayern München gleich.

Ochsentour zahlt sich aus

«Das ist überwältigend», sagte Ernst-Otto Rieckhoff, Vater des AG-Modells «HSV Plus», über den deutlichen Zuspruch. Seine Ochsentour durch die Fanclubs mit einer professionellen Werbeagentur im Rücken hat sich ausgezahlt. «Das ist ein historischer Tag für den HSV», sagte Vorsitzender Carl Jarchow staatsmännisch und blickte an die Decke des Saales. Idol Uwe Seeler, der den Kraftakt aus der Ferne verfolgte, meinte nüchtern: «Ich glaube sicherlich, dass es Veränderung geben muss. Aber das, was nun beschlossen wurde, ist nicht allein die Veränderung. Es muss sehr viele Veränderungen geben.» Seeler spricht von «Leuten mit Fachkenntnis», die er künftig an den Schaltstellen sehen will. Die wird es geben, denn Vorstand und Aufsichtsrat der AG werden nichts mit den heutigen Gremien gemein haben. Dem aktuellen Aufsichtsrat war gar die Entlastung verweigert worden.


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Magath ist's egal

Der mit Verbindlichkeiten von 100 Millionen Euro belastete HSV muss sich aber gedulden. Und bangen. Zunächst soll der Vorstand das AG-Konzept vertiefen und es zur Abstimmung bis spätestens Ende Juni der Mitgliedschaft vorlegen. Durchfallen würde es, wenn nicht mindestens 75 Prozent dafür stimmen. Die Fernwahl jener Fans, die weit weg von den Befürwortern von Mitbestimmung und Traditionen leben, hätte «HSV Plus» weiter pushen können. Aber die müssen schweigen. Ex-Präsident Jürgen Hunke deutete schon kampfeslustig an: «Wer 1:0 führt, der oftmals noch verliert.»
Ein möglicher Anteilseigner am HSV meldete sich zu Wort. Karl Gernandt, Verwaltungsratspräsident von der Spedition Kühne und Nagel, überbrachte die Grüße von seinem Chef Klaus-Michel Kühne. Der Milliardär wolle beim HSV einsteigen, beteuerte sein Stellvertreter. Die Summe ist nicht klar. Vielleicht zerschlägt Kühne in den nächsten Monaten wieder Porzellan wie unlängst, als er HSV-Sportchef Oliver Kreuzer Drittklassigkeit vorwarf und neue Köpfe forderte, damit er das Portemonnaie öffnet. Kühnes Favorit heißt Felix Magath. Der meinte überraschend zum eingeschlagenen AG-Weg: «Das ist mir egal.» (dpa)

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