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23. Januar 2013

Hoffenheim: Marvin Compper, nichts wie weg

 Von Jan Christian Müller
Marvin Compper war in der Hinrunde 2012 noch in der Hoffenheimer Abwehr gesetzt.  Foto: dpa

Wie kaum ein anderer Spieler stand Marvin Compper 2008 für den sensationellen Aufstieg des Hoffenheimer Dorfvereins. Heute ist er die Symbolfigur des Verfalls – der Leistung und der Werte gleichermaßen.

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Wie kaum ein anderer Spieler stand Marvin Compper 2008 für den sensationellen Aufstieg des Hoffenheimer Dorfvereins. Heute ist er die Symbolfigur des Verfalls – der Leistung und der Werte gleichermaßen.

Es war einmal eine Fußballmannschaft, die viel zu schnell viel zu groß geworden ist. So groß, dass sie im Dezember 2008 eines der besten Spiele der Bundesliga-Historie zwar 1:2 bei Bayern München verlor, hinterher aber dennoch deutscher Wintermeister war. Ein Dorf zwischen Heidelberg und Heilbronn, in dem es zwar noch nicht mal eine Kneipe gab, dafür aber eine Blitzanlage, eine Tankstelle und ein kleines Stadion am Berg, das den Namen eines reichen Onkels trug, wurde damals von der Weltpresse für seinen Überfallfußball gefeiert. Auch der Bundestrainer ließ sich mitreißen. Marvin Compper durfte als erster Profi der Hoffenheimer Klubhistorie für Deutschlands Nationalmannschaft spielen: im Berliner Olympiastadion beim 1:2 gegen England. Der Verteidiger wurde zur Symbolfigur für den unfassbaren Aufstieg des Niemands aus dem Kraichgau.

Jetzt ist er die Symbolfigur des Verfalls – der Leistung und der Werte gleichermaßen. Statt mit Hingabe seine Form zu suchen, bat er seinen Arbeitgeber in der Zeit der größten Not um Freigabe aus jenem Vertrag, mit dem der Klub 2009 zu erheblich erhöhten Bezügen bis zum Juni 2013 in Vorleistung getreten war. Er könne sich nicht mehr richtig motivieren und konzentrieren, bekundete sein Berater, sein Mandant sei „kein Typ, der das Handtuch wirft“. Doch da war es schon zu spät: 1899 verschob Compper prompt ins Regionalligateam.

Man darf getrost davon ausgehen, dass es sich bei Comppers Rückversetzung nur um eine Zwischenlösung handelt, ehe er vor Schließung der Transferliste womöglich zum mutmaßlich interessierten AC Florenz transferiert wird. Denn die veröffentlichte Rhetorik des Beraters dürfte zielführend sein: Comppers Marktwert ist inzwischen so gefallen, dass Hoffenheim froh sei kann, ihn ablösefrei loszuwerden und immerhin das Gehalt zu sparen.


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Wenn er geht, geht Compper durch die Hintertür. Kleiner kann sich einer nicht mehr machen.

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