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22. Januar 2016

Interview Klaus Allofs: „Da ärgere ich mich schon“

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In diesen Tagen fast immer auf Empfang: Klaus Allofs, der Macher beim VfL Wolfsburg.  Foto: imago/Christian Schroedter

Wolfsburgs Macher Klaus Allofs über Sticheleien aus Frankfurt und den Fall Sebastian Jung.

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Klaus Allofs lenkt seit November 2012 die Geschickte beim VfL Wolfsburg. Natürlich war der Geschäftsführer auch beim DFL-Neujahrsempfang zu Gast. Dort nahm der 59-Jährige im FR-Interview Stellung zum Rückrundenauftakt bei Eintracht Frankfurt.

Haben Sie eine persönliche Bande zur Stadt Frankfurt?
Nein, da gibt es keine tiefer liegende Bindung.

Und was verbinden Sie mit Frankfurt?
Für mich ist das nicht so sehr eine Bankenstadt, sondern eher eine Fußballstadt, weil ich bekanntlich dem Fußball vielfältig verbunden bin und damit auch häufiger mit DFB und DFL zu tun habe. Und natürlich denkt man bei Frankfurt automatisch an die Eintracht. Die meisten Besuche finden – wie jetzt zum Bundesligaspiel – deswegen statt. Aber mir fällt ein: Ich war auch schon das eine oder andere Mal auf der Galopprennbahn (lacht).

Ist Frankfurt für Sie die Fußball-Hauptstadt Deutschlands?
Das ist für mich noch ein bisschen hoch gegriffen. Aber es kann sich dahin entwickeln, wenn die DFB-Akademie entstanden ist und sich die Eintracht noch weiter entwickelt.

Hat der Klub mittel- und langfristig das Potenzial diesen Sprung zu machen?
Ich kann das schwer beurteilen. Aber von der Wirtschaftskraft, dem Einzugsgebiet und der Begeisterung der Menschen für den Fußball bietet Frankfurt erst einmal beste Voraussetzungen, nur reicht das allein nicht aus. Wenn man diese Trümpfe bündelt und ausspielt, kann die Eintracht ein Kandidat sein. Aber man muss so ehrlich sein: Es gibt auch noch andere Vereine, die ähnliche Voraussetzungen vorfinden. Insofern hat Heribert Bruchhagen schon recht: Man spielt dann vielleicht ein Jahr im Europapokal, hat aber keine Garantie für eine dauerhafte Teilnahme.

Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen ist derjenige, der immer sehr gerne gegen Werksvereine stichelt, dabei speziell auch gegen den VfL Wolfsburg. Oft garniert er seine Ausführung noch mit der Anmerkung, wie wenig Zuschauer Ihr Verein mit in die Arena bringt. Ärgert Sie das?
Das hängt ein bisschen von der Tagesform ab. Ich will das gar nicht an Heribert Bruchhagen festmachen. Wir sind nun einmal Konkurrenten, aber ich finde, dass alle Funktionäre, die schon lange in der Verantwortung sind, nicht in solchen Schubladen denken sollten. Teilweise stecken darin nämlich Vorurteile, die sich verfestigt haben. Da ärgere ich mich schon, weil sie es eigentlich besser wissen...

Greifen Sie dann mal direkt zum Telefonhörer?
Wenn wir uns treffen, reden wir schon darüber. Es ist doch in der Branche so: Wenn etwas gesagt ist, ist es gesagt und öffentlich.

In diesem Winter hätten Sie allen bei der Eintracht einen großen Gefallen getan, wenn Sie die Rückkehr von Sebastian Jung ermöglicht hätten.
Dazu muss ich klarstellen: Es gab keine ganz konkrete Anfrage der Eintracht in dem Tenor: ‚Wir möchten ihn haben‘. Dass dies ein Thema ist, seit er bei uns spielt, verstehe ich ja. Unsere Antwort wäre unabhängig davon unmissverständlich klar gewesen: Wir brauchen Sebi. Wir setzen auf ihn, auch wenn er sich in den ersten Spielzeiten doch schwerer getan hat, als wir das vermutet haben. Wir haben weiterhin eine hohe Meinung von ihm, er ist ein ganz wichtiger Spieler.

Hätten Sie nicht aber mehr von ihm erwartet: Er stand ja immerhin im erweiterten Kreis der Nationalmannschaft. Jetzt ist er nicht mal mehr Stammspieler in der Bundesliga.
Es gibt das Phänomen, dass Spieler, die sehr lange bei einem Verein gespielt haben, sich woanders dann schwer tun. Da ist Sebastian Jung kein Einzelfall. Es gab bei ihm eine sehr enge Bindung an die Eintracht. Ich bin aber nach wie vor fest überzeugt, dass er bei uns den Durchbruch schaffen wird. Er hat bei uns schon eine Menge dazugelernt.

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