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13. August 2013

Kommentar: Doping im Fußball: Verdrängung

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Im Fußball wird nicht nur viel Geld verdient, sondern auch besonders beim Thema Doping verdrängt und vertuscht. Ein Kommentar.

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Es ist schon erstaunlich, was die Öffentlichkeit hierzulande alles über Pep Guardiola erfährt, den neuen Taktiker im Dienste des Triple-Gewinners. Wie es sich für die Erbsenzähler in Deutschland gehört, wird neuerdings die Zeit gestoppt, die der Wundermann aus Spanien fuchtelnd und gestikulierend an der Linie verbringt. Dabei wäre es eigentlich viel spannender, einige oft unterschlagene Details aus der Vita des 42-Jährigen näher zu beleuchten. In den Würdigungen auf den Super-Super-Super-Trainer aus Santpedor werden allzu gerne jene unrühmlichen Episoden ausgeklammert, die den Bayern-Trainer einst als Spieler mit Doping in Berührung brachten.

Es ist mehr als zehn Jahre her, der Spieler Guardiola hatte gerade einen Abstecher in die Serie A zu Brescia Calcio gemacht, als er nach Spielen gegen Piacenza und Lazio Rom positiv auf Nandrolon getestet und gesperrt wurde. Sogar die Staatsanwaltschaft schaltete sich ein. Guardiola brachte ein Gutachten vor, dass sein Körper Nandrolon über dem zulässigen Grenzwert produziere. Aber es dauerte Jahre, bis er freigesprochen und die Anklage für haltlos erklärt wurde. Deshalb kann der Gentleman heute sagen, seine Weste sei weiß.
Sein Vergehen fiel in eine Zeit, in der offenbar speziell der italienische Fußball seine Grenzen nicht allein auf dem Platz, sondern auch in der Pharmakologie austestete. Die Aktenberge sind enorm, die im Zusammenhang mit dem systematischen Doping bei Juventus Turin Mitte der 90er Jahre erstellt wurden. Der damalige Juve-Teamarzt Riccardo Agricola musste wegen Sportbetrugs mit Epo-Doping sogar hinter Gitter. Im damaligen Turiner Team standen Stars wie Alessandro del Piero, Didier Deschamps und Gianluca Vialli. Trainer war kein Geringerer als Marcello Lippi.
Was in Italien nur recht, war offenbar auch in Spanien billig. In dem Dopingskandal um den Blutpanscher Eufemiano Fuentes tauchen zahlreiche Hinweise auf, dass darin auch der FC Barcelona und Real Madrid verstrickt sein sollen. Betörend Tiki-Taka zu spielen ist gut, dabei besonders ausdauernd zu sein, aber offenbar noch besser?
Dass in der Causa der globalen PR-Maschinen von Barca und Real auf Druck von obersten Regierungsstellen sogar Beweismaterial vernichtet wurde, gilt für viele Experten längst als erwiesen. Vielleicht ist das noch das einzige Alleinstellungsmerkmal, dass der Fußball im Vergleich zu anderen Sportarten besitzt: Hier wird nicht nur am meisten und am leichtesten Geld verdient, sondern hier wird beim Thema Doping am offensichtlichsten verdrängt und vertuscht.

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