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19. August 2014

Kommentar Bastian Schweinsteiger: Raubbau

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Alles gegeben: Bastian Schweinsteiger im WM-Finale.  Foto: AFP

Der Profifußball fordert von Bastian Schweinsteiger seinen Tribut. Der Münchner fällt auf unbestimmte Zeit aus. Sollte er jetzt aus der Nationalmannschaft zurücktreten? Ein Kommentar.

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Es gab im WM-Finale eine Szene, die unvergessen bleiben wird. Bastian Schweinsteiger war in der Verlängerung von frustrierten Argentiniern zum wiederholten Mal heftig gecheckt worden. Er wand sich vor Schmerzen und musste an der Außenlinie behandelt werden. Niemand konnte ernsthaft daran zweifeln, dass der völlig erschöpfte Mittelfeldspieler ausgewechselt werden müsste. Auch Joachim Löw, der Bundestrainer, sah das so. Kevin Großkreutz stand bereit, um Schweinsteiger zu ersetzen. Doch der sprang plötzlich auf wie ein Untoter und rannte zurück aufs Feld. So wurde Bastian Schweinsteiger zur Symbolfigur des deutschen WM-Erfolgs.
Nun ist bekanntgeworden, dass der 30-Jährige den Titel mit erheblichem Raubbau an seiner Gesundheit bezahlt hat. Schweinsteigers Patellasehne am linken Knie, die ihn schon erhebliche Teile der Vorbereitung gekostet hatte, bereitet ihm wieder Schmerzen und Sorgen. Auf den Bundesligaauftakt und einen Einsatz in den nächsten beiden Länderspielen Anfang September muss der 108-fache Nationalspieler verzichten. Mal wieder, denn beim Bundestrainer hatte er schon dutzendfach wegen diverser Unpässlichkeiten absagen müssen. Neben dem linken Knie macht der rechte Knöchel Schweinsteiger ständig zu schaffen. In der vergangenen Saison musste er sich dort gleich zwei Operationen unterziehen.

Zeitpunkt für den Rücktritt könnte gekommen sein

Der Profifußball fordert seinen Tribut von einem Mann, der im elften Jahr zusätzlich zu der Hochdruckbelastung beim FC Bayern im Schnitt zehn Länderspiele pro Saison absolviert. Neben dem 36-jährigen Miroslav Klose haben schon Philipp Lahm mit 30 und Per Mertesacker mit 29 Konsequenzen aus den Anstrengungen gezogen und sich durch ihre Rücktritte auf dem Höhepunkt ihrer Laufbahn davon befreit, jedes Jahr zwischen acht und zwölf Wochen lang mit der Nationalmannschaft unterwegs zu sein. Tatsächlich könnte nun auch für Schweinsteiger der Zeitpunkt gekommen sein, sehr genau darüber nachzudenken, welche Strapazen er seinem Körper in dieser Taktung noch zumuten kann und will, ohne sich im Herbst seiner Laufbahn ständig zu überfordern und nach seiner Karriere mit schmerzhaften Spätfolgen befassen zu müssen.
Für Joachim Löw würde ein Rücktritt von Schweinsteiger den Umbruch vollenden. Dann wäre aus der Generation Klinsmann keine der großen Führungspersönlichkeiten mehr da und nur noch Lukas Podolski übrig, der aber seinen Platz in der ersten Elf ohnehin schon verloren hat. Es wäre ein tiefer Schnitt, aber auch ein sauberer.

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