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03. September 2013

Kommentar Borussia Dortmund: Klopps Welt

 Von 
Aufregung in und um die Coachingzone: Jürgen Klopp.  Foto: Stefan Krieger

Wie der Borussen-Coach Jürgen Klopp während eines Spiels seiner Mannschaft den vierten Offiziellen unterhält und sich dabei gleichzeitig das Spiel anschaut, macht ihm so schnell keiner nach. Ein Kommentar.

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Jürgen Klopp hat einen brillanten Fußball-Verstand. Und Multitasking kann er wie keiner sonst. Obwohl Deutschlands beliebtester Trainer während eines jeden Spiels mindestens 60 Minuten damit zubringt, den vierten Offiziellen zuzutexten, ist er später in der Analyse stark und sicher. Offensichtlich kann er praktisch ununterbrochen reden und schimpfen und dennoch aufmerksam das Spiel verfolgen. Nun, sagen viele Fans schulterzuckend, dieser sonst so sympathische Sportsmann hat halt eine einzige Schwäche, und die dauert genau die 90 Minuten, die eine Partie dauert. Leider aber ist es schlimmer. Jürgen Klopp demonstriert während jeder Partie, dass es Regeln gibt, die für andere gelten, aber nicht für ihn. Niemand nimmt es einem Trainer übel, wenn er nach einer wirklichen oder vermeintlichen Fehlentscheidung die Coachingzone verlässt und/oder sich fürchterlich aufregt (obwohl: die Herren Streich oder Neururer oder Tuchel finden sich dann ruckzuck auf der Tribüne wieder). Jürgen Klopp ignoriert die Coachingzone konsequent, sie ist eine Regel, die für ihn nicht gilt. Ganz egal ob es um nicht gegebene Elfer, einen Freistoß oder Einwurf, ein Foul oder die ganz kleinen Dinge geht, die keiner versteht oder mitbekommt, weil sie nur diesem Trainer ins Auge springen.

Nach eigenen Regeln

Klopp benimmt sich wie ein Spieler, der sagt, ich persönlich darf den Ball mit der Hand spielen. Und der dafür nicht bestraft wird. Weil er so ein netter Kerl ist oder so prominent oder weil die Schiedsrichter Angst vor der Reaktion Klopps oder des Publikums haben – wer will das wissen.
Sicher ist aber, dass er dem Sport schadet, weil er so selbstverständlich auslebt, was eigentlich verboten ist. Er ist, auch dank seiner Prominenz, ein schlechtes Vorbild für alle Sportler und Zuschauer, von denen verlangt wird, die Regeln einzuhalten.
Schlimmer noch wird es, wenn die Regelverstöße nicht bestraft werden, also offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird. Das ist zwar Klopps Schuld nicht, sondern die der Schiedsrichter. Gleichwohl nutzt der Trainer bewusst oder unbewusst jeden Bonus, den er hat, von seinem normalerweise einnehmenden Wesen bis hin zu seiner immensen Popularität. Emotionalität ist da vielleicht eine Ausrede, aber keine Entschuldigung, denn gerade die Emotionen sollen auf und neben dem Platz durch die Regeln in allgemeinverträgliche Bahnen gelenkt werden.
Fair ist Jürgen Klopp – vor dem Spiel und nach dem Spiel. Aber währenddessen, in diesen 90 Minuten benimmt er sich über weite Strecken so, wie es sich niemand anders erlauben kann.


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