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24. Februar 2016

Kommentar: Ehre? Amt?

 Von 
DFB-Schatzmeister Reinhard Grindel (l) und Bundestrainer Joachim Löw.  Foto: dpa

Was bei jedem kleinen Fußballverein zu den Selbstverständlichkeiten der alljährlichen Mitgliederversammlung gehört, nämlich der Vortrag des Schatzmeisters, wird vom DFB schlicht ignoriert. Dort bekommen nur ausgesuchte Menschen Einblick in die geheimnisvollen Pfade der Geldvermehrung. Ein Kommentar.

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Der deutsche Ableger der Antikorruptionsorganisation Transparency International hat sich zu Wort gemeldet und unter anderem dringenden Handlungsbedarf beim Deutschen Fußball-Bund diagnostiziert. „Wir erwarten, dass der DFB als größter Einzelsportverband der Welt beispielhaft für Transparenz und Verantwortlichkeit wird“, betonte Sylvia Schenk. Die Frankfurter Juristin ist als Leiterin der Arbeitsgruppe Sport von Transparency Deutschland eine viel gefragte und meinungsstarke Frau. Sie hat vollkommen recht, wenn sie etwa verlangt, der DFB möge künftig die „bislang unterlassene Veröffentlichung des Finanzberichtes“ vorantreiben.

Was bei jedem kleinen Fußballverein zu den Selbstverständlichkeiten der alljährlichen Mitgliederversammlung gehört, nämlich der Vortrag des Schatzmeisters, wird vom DFB schlicht ignoriert. Dort bekommen nur ausgesuchte Menschen Einblick in die geheimnisvollen Pfade der Geldvermehrung.

Inzwischen hat man im Verbandsklubheim aber erkannt, dass es in der derzeit unangenehmen Situation, in die man sich im Zuge der WM-Affäre manövriert hat, angeraten erscheint, ein wenig Demut zu demonstrieren, ein paar Fenster zu öffnen und frische Luft hineinzulassen. Mitte April wird der neue Präsident Reinhard Grindel übernehmen. Mal sehen, wie viel Reformkraft der Mann mitbringt, der als Schatzmeister die Schattenwirtschaft seiner Vorgänger widerstandslos übernommen hat.

Überfällig ist auch eine Aufklärung darüber, wo ein Ehrenamt noch dem entspricht, was der DFB in seiner millionenteuren Marketingkampagne für den Amateurfußball postuliert hat: „Es ist eine Ehre, kein Amt.“ Hohle Worte. Im 16-köpfigen DFB-Präsidium werden an jeden Ehrenamtlichen monatlich 3600 Euro plus Spesen überwiesen, bei einigen kommen Verdienstausfallzahlungen in noch höherem Umfang dazu. Transparent kommuniziert wurde das Gesamtgebilde noch nie. Warum wohl? Vielleicht weil man sich dann fragen würde: Wo hört da die Ehre auf und wo beginnt das Amt?

Niemand von denen da oben im Fußball sollte sich wundern, wenn der Eindruck entsteht, eine gewisse Selbstbedienungsmentalität habe sich bei ihnen breitgemacht. Was einerseits an den sprunghaft gestiegenen Einnahmen beim DFB und in der Bundesliga liegt, wo Geldmengen unterwegs sind, die mit der Lebenswirklichkeit vieler Menschen so gar nichts mehr gemein haben. Und andererseits damit, dass der Ruf des Funktionärswesens durch Korruptionsskandale im Weltfußball so mies ist wie niemals zuvor.

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