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25. Februar 2016

Kommentar: Skiunfall

 Von 
Nicht gemogelt: Vanessa-Mae Vanakorn.  Foto: REUTERS

Der Weltverband FIS warf Mae vor, bei der Olympia-Qualifikation betrogen zu haben. Offenbar sind die strengen Funktionäre dabei auf bloße Gerüchte hereingefallen, was mehr als peinlich ist, weil auch die drittklassigen FIS-Rennen von einem technischen Delegierten überwacht werden. Ein Kommentar.

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Olympische Spiele sollen ein universelles Sportfest sein. Nach dem Verständnis des Internationalen Olympischen Komitees soll das größte Sportfest der Welt nicht nur eine Bühne für die besten Athleten sein, das Theater soll auch Platz bieten für halbwegs sportliche Menschen, die umgangssprachlich gerne als Exoten bezeichnet werden. Eine höchst zwiespältige Sache, wenn man zum Beispiel an Eddie, den Adler, denkt, dem mitfühlende Zuschauer bei jedem seiner Skisprünge ein Gebet mit dem Wunsch, er möge sich bitte nicht das Genick brechen, hinterherschickten. Wer denkt nicht mit Schaudern an den Schwimmer zurück, der „der Aal“ genannt wurde und der nach endlos langen 100 Metern kurz vor dem Anschlag noch zu ertrinken drohte.

Immerhin bringen manche dieser Amateure es für gewisse Zeit zu Berühmtheit und bescheidenem Wohlstand.

Berühmt und reich war Vanessa Mae schon, als sie vor etwas mehr als zwei Jahren daran ging, sich ihren Traum von Olympia zu erfüllen. „Star-Geigerin stürzt sich in Sotschi den Steilhang hinunter“ – eine grandiose Schlagzeile für eine wahrlich exotische Symbiose. Die weltberühmte Musikerin, die es versteht, sich (auch erotisch) gekonnt in Szene zu setzen, als Olympionikin für das Heimatland ihres thailändischen Vaters. Eine großartige Geschichte.

Die Hürden, die nötigen Punkte für die sehr tolerante Rangliste des internationalen Skiverbandes zu holen, sind nicht allzu hoch. Nationale Skiverbände können solche FIS-Rennen selbst organisieren. Vanessa Mae absolvierte ihre Quali in Slowenien und leistete auch brav einen finanziellen Organisationsobolus. In Sotschi wurde die zarte Virtuosin mit Wohnsitz in Zermatt Letzte im Riesenslalom, 50 Sekunden hinter der Olympiasiegerin Tina Maze.

Kaum im Ziel kam es zum Frontalzusammenstoß zwischen der Hobbyläuferin und der FIS. Der Weltverband warf Mae vor, bei der Qualifikation betrogen zu haben. Offenbar sind die strengen Funktionäre dabei auf bloße Gerüchte hereingefallen, was mehr als peinlich ist, weil auch die drittklassigen FIS-Rennen von einem technischen Delegierten überwacht werden.

Der Ski-Weltverband hat sich, nachdem zuvor schon der Internationale Sportgerichtshof die prominente Athletin freigesprochen hatte, nun offiziell bei Vanessa Mae entschuldigt und ihr eine Entschädigung gezahlt. Die wedelnde Geigerin spendet die Summe für wohltätige Zwecke. Das zeugt doch von großer olympischer Reife.

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