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17. November 2008

Kommentar: Wahrheiten

 Von WOLFGANG HETTFLEISCH
Wolfgang Hettfleisch ist Sportredakteur der Frankfurter Rundschau.  Foto: FR

Die DFB-Pressemitteilung 180 ist ein Beispiel für die Dehnbarkeit der Wahrheit. Ein unbedarfter Leser mag denken, der Verband und Präsident Theo Zwanziger

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Die DFB-Pressemitteilung 180 ist ein Beispiel für die Dehnbarkeit der Wahrheit. Ein unbedarfter Leser mag denken, der Verband und Präsident Theo Zwanziger hätten einen Journalisten, der Kritik mit persönlicher Beleidigung verwechselte, in die Schranken gewiesen und verzichteten, da dieser Abbitte geleistet hat, großzügig auf den Rechtsweg.

Mit der Realität hat das nichts zu tun. Weinreich hielt in dieser bemerkenswerten Auseinandersetzung von Anfang an stringent an seiner Position fest, den DFB-Präsidenten mit der Bezeichnung "unglaublicher Demagoge" nicht diffamiert zu haben - zwei Gerichte bestätigen das. Dass der DFB Letzteres unterschlägt, ist, höflich formuliert, erstaunlich. Zwanziger fühlte sich in die Nähe des Tatbestands der Volksverhetzung gerückt. Mag ja sein. Nur sind die Gefühle eines DFB-Präsidenten, sei er auch Jurist, kein Kriterium für eine rechtliche Würdigung. Die nahmen zwei Gerichte vor. Sie erkannten keine Diffamierung; erst recht nicht, dass Weinreich den Fußball-Fürsten in die Nähe der Nationalsozialisten gerückt hätte, wie Zwanziger selbst und sein Anwalt andeuten.

Die Frage, die sich nun aufdrängt, ist, wer hier eigentlich eine Kampagne gegen wen betreibt. Zwanziger will ein Exempel statuieren. Die Größe, auch harte Kritik wie die von Weinreich auszuhalten, hat er nicht. Dass der Journalist - gerichtlich verbrieft - nur sein Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnahm, juckt ihn nicht. Dreist versucht der DFB nun, die Öffentlichkeit über die Zusammenhänge zu täuschen.


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Kritische Geister wie Weinreich gibt es im Sportjournalismus eine Handvoll. Sie sind unter Funktionären nicht wohlgelitten, klar. Neu ist der Versuch, sie als Hetzer zu brandmarken und so ihre Geschäftsgrundlage zu zerstören. Die Blogger, deren gewachsene Bedeutung der DFB sträflich unterschätzte, haben das erkannt und üben Solidarität. Sportjournalisten sollten ihrem Beispiel folgen.

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