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16. Februar 2011

Kommentar zu Suspendierungen in der Bundesliga: Vor der Phase 10

 Von Reinhard Sogl
Reinhard Sogl

Mit Diego, Amanatidis, Marica, Madlung und Kahlenberg traf mehrere Profis der Bannstrahl. Das Mittel der Suspendierung ist derzeit in der Bundesliga schwer in Mode. Von Führungsqualitäten und psychologischem Geschick zeugt das nicht unbedingt.

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Jede Phase einer Fußballsaison hat ja so ihre Gesetzmäßigkeiten und Riten. Da ist ganz am Anfang die allgemeine Euphorie, die bei 17 Klubs in Schadenfreude übergeht, weil die Münchner Bayern einen Holperstart hinlegen. Es folgt eine Orientierungsphase, in der die einen ihren Anfangserfolgen noch nicht trauen und die anderen ihre Niederlagen als Momentaufnahmen abtun. Wenn dann die Blätter fallen, fliegen die ersten Trainer, deren Nachfolger wiederum in der Winterpause neues Personal rekrutieren. Wenn sich auch die vermeintlichen Verstärkungen als Fehlinvestitionen erweisen, sehen sich die zum Erfolg verdammten Fußballlehrer zu neuen Maßnahmen gezwungen.

Beliebt sind kurzfristige Trainingslager und Straftraining, im Februar 2011 sind nun die von Felix Magath als Standardrepertoire eingeführten Suspendierungen schwer in Mode. Diego, Amanatidis, Marica, Madlung, Kahlenberg hat binnen weniger Tage der Bannstrahl getroffen. Von Trainern, die in prekärer Lage Stärke und Handlungsfähigkeit demonstrieren wollen − gegenüber den Profis, den Vorgesetzten und der Öffentlichkeit.

Druck und Frust aller Beteiligten


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Von psychologischem Geschick und Führungsqualitäten zeugt das nicht unbedingt. Es wäre aber wohlfeil zu behaupten, Littbarski, Skibbe und Labbadia, die die jüngsten Disziplinarmaßnahmen verantworteten, lenkten damit nur von der eigenen Schwäche ab. Wenn auch die Gründe für die (temporäre) Freistellung vom Mannschaftstraining unterschiedlich sein mögen, sie sind letztlich alle dem Druck und dem Frust aller Beteiligten geschuldet.

Dass bei einem Kader von 30 Spielern insbesondere unter den am Spieltag regelmäßig Unberücksichtigten Motivationsdefizite herrschen, ist ganz normal. Wenn die Arbeitsmoral einzelner aber das gerade im Abstiegskampf überlebenswichtige Mannschaftsgefüge zu zerstören bedroht, muss der Trainer einschreiten − ob in Form einer Suspendierung, die immer wie die ultima ratio daherkommt, sei dahingestellt.

Ach ja, im Frühjahr folgt auf die Phase der Durchhalteparolen die Phase 10: die Suspendierung von Trainern, die mit ihrem Latein am Ende sind, von Vorgesetzten, die mit ihrem Latein am Ende sind. Das Murmeltier lässt grüßen.

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