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30. November 2015

Kommentar zum Olympia-Aus: Ein Desaster

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Hamburgs Flagge trägt Trauerflor: Der olympische Traum ist in der Hansestadt ausgeträumt.  Foto: dpa

Hamburg hat eine Chance vertan. Die Mehrheit der Hamburger will Olympia nicht. Bei der überraschenden Ablehnung der Münchner Bewerbung ist gerne von einer Watschn für die Sportfunktionäre gesprochen worden, das Votum der Hamburger ist im Vergleich dazu ein schwerer Niederschlag. Ein Kommentar.

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Skeptiker unter den Befürwortern hatten schon befürchtet, dass es in Hamburg nur ein knappes Ja für die Bewerbung um Olympische Spiele geben könnte und sich anschließend eine heftige Diskussion darüber entwickeln würde, ob „Sport-Deutschland“ mit mageren 50,9 Prozent mit Hurra in das 2024er-Rennen gehen könnte. Diese Sorge sind die Skeptiker los. Die Mehrheit der Hamburger will Olympia nicht. Bei der überraschenden Ablehnung der Münchner Bewerbung ist gerne von einer Watschn für die Sportfunktionäre gesprochen worden, das Votum der Hamburger ist im Vergleich dazu ein schwerer Niederschlag. Ein Trauma, von dem sich der deutsche Sport, der sich nicht nur nach der Analyse von Bundesinnenminister Thomas de Maizière in einem Dornröschen -Halbschlaf befindet, so schnell nicht erholen wird. Es wird wahrscheinlich keine 50 Jahre, aber doch eine recht lange Zeit brauchen, bis es zwischen Flensburg und Oberstdorf mal wieder Sportfunktionäre und Politiker wagen, den Finger für eine Olympiabewerbung zu heben.

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Die Lust der Hamburger auf einen Weckruf für den deutschen Sport und auf eine durchaus sinnvolle städtebauliche Modernisierung ihrer Stadt ist durch die aktuellen Ereignisse stark getrübt worden. In Zeiten des Terrors und der Flüchtlingskrise ist es den Bürgern schwergefallen, an ein heiteres, unbeschwertes Treffen der Jugend der Welt in neun Jahren zu glauben. Natürlich liegt der Gedanke nahe, dass es in einer aus den Fugen geratenen Welt Wichtigeres geben könnte, als Olympische Spiele 2024 in Deutschland. Interessant bei allen Umfragen zum Thema Olympia war immer, dass sich zwei Drittel aller Bürger für Spiele in Deutschland ausgesprochen haben, die gleichen Bürger aber deutlich mutloser wurden, je näher das Thema an ihre Stadt heranrückte.

Betroffenheit bei Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz, Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Katharina Fegebank.  Foto: dpa

Die Befürworter der Spiele sind außerdem von der Bundesregierung schmählich im Stich gelassen worden. Aus Berlin kam kein aufmunterndes „Wir schaffen das“. Im Gegenteil die große Politik hat sich weggeduckt, als es darum ging auch nur ein kleines finanzielles Signal in den Norden zu senden. Der Bund hat die Hansestadt mit seiner Weigerung, sich vor dem Referendum zu Finanzfragen zu äußern, feige im Stich gelassen. Gerade in Zeiten, in denen sich reale und auch diffuse Ängste unter der Bevölkerung ausbreiten, wäre es nicht schlecht gewesen, sich auf ein Projekt zu konzentrieren, das grundsätzlich sehr viele positive Emotionen freisetzen kann.

Bei allem Respekt, die Hamburger haben eine Chance für ganz Deutschland vertan.

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