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27. April 2011

Kommentar zumHertha-Aufstieg: Kleine Schrippen

 Von VonWolfgang Hettfleisch
Wolfgang Hettfleisch

Im Umfeld der Hertha, im dem Grautöne traditionell wenig zählen, durfte man eine ganze Zweitliga-Saison lang lernen, dass der Pragmatismus von Cheftrainer Markus Babbel bei dieser Identitätssuche sehr hilfreich sein kann.

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Braucht eine Hauptstadt einen Fußball-Erstligisten? Ein Londoner könnte antworten: „Einen? Fünf!“ Und in Madrid käme man, die Vorstädter aus Getafe mal eben mitgerechnet, immerhin auf drei. So gesehen bleibt Berlin auch nach der umgehenden Korrektur des Betriebsunfalls Hertha-Abstieg hübsch bescheiden. Ob das auch für den Klub gilt, den der einst allmächtige Dieter Hoeneß mal zum Dauerkandidaten für die Champions League formen wollte, wird sich bald weisen. Die Verantwortlichen sollten ihre Lektion gelernt haben. Zumal das finanzielle Erbe der Ära des auf ganzer Linie gescheiterten Visionärs und Ex-Managers weiterhin schwer auf dem Hertha Berliner Sport-Club lastet.

Der Aufstieg war ein Muss angesichts des mit Abstand größten Etats aller Zweitligisten. Die Aufgabe, die nun vor der Hertha liegt, ist nicht minder schwer. Sie muss in der Bundesliga rasch zu einem Selbstverständnis finden, das vom Augenmaß des Aufsteigers zeugt, ohne die an diesem Standort unvermeidlichen mittelfristigen Ambitionen zu leugnen.

Im Umfeld der Hertha, im dem Grautöne traditionell wenig zählen, durfte man eine ganze Zweitliga-Saison lang lernen, dass der Pragmatismus von Cheftrainer Markus Babbel bei dieser Identitätssuche sehr hilfreich sein kann. Der auffällig uneitle Münchner ist für Visionen à la Dieter Hoeneß eher unempfänglich. Er wird für die nötige Erdung bei seinen Profis sorgen, falls sich halb Berlin, beschwipst von ein paar Siegen, schon wieder auf Augenhöhe mit dem FC Bayern wähnen sollte.

Die Sachlichkeit des Hertha-Trainers – das ist sein größtes Verdienst – übertrug sich auf die Mannschaft. Die begriff Fußball zuvorderst als Ergebnisspiel und legte eine Konstanz an den Tag, die so nicht jeder erwartet hatte. Da erscheint es ratsam, den Kader, der sich einen Vertrauensvorschuss erspielt hat, nur punktuell zu ergänzen. Es wäre ganz Babbel-like, würde die Hertha erst mal kleinere Schrippen backen.

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