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22. März 2013

Länderspiel Deutschland Kasachstan: Leichter Gegner in Astana

Zwei gegen einen: Selten mussten die Deutschen so viel Druck beim Spiel ausüben. Foto: dpa

3:0 nach Mitternacht: Auch ohne echten Stürmer hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihre Nachtschicht in Astana bravourös erledigt und in der Geisterstunde einen Pflichtsieg gegen Kasachstan eingefahren.

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Zumindest, was die erste Halbzeit anging: Da gewährte das auch um Mitternacht noch hellwache deutsche Team dem heillos unterlegenen Gegner nur 25 Prozent Ballbesitz, schoss binnen weniger als zwei Minuten zwei schön anzusehende Tore durch einen noch von Thomas Müller abgefälschten Schuss von Strumpfhosenträger Bastian Schweinsteiger und den verkappten Mittelstürmer Mario Götze (21. und 22. Minute) − und führte seine Arbeit mit erstaunlicher Konzentration durch.

Aber davon blieb nach dem Wechsel nicht mehr viel übrig. Möglicherweise ist das nach ein Uhr nachts sogar eine nachvollziehbare Reaktion: Man nickt halt hin und wieder ein, der Gegner darf plötzlich mit Ball am Fuß in Strafraumnähe auftauchen und sogar schießen. Einmal durch den gerade eingewechselten Konysbajew gegen die Latte (69.) und einmal (71.) durch den bei Greuther Fürth angestellten Heinrich Schmidtgal so präzise in Richtung Winkel, dass Torwart Manuel Neuer auf der Hut sein musste. Fast im Gegenzug erzielte dann Thomas Müller das 3:0.

Feine Kombinationen

Alle deutschen Tore fielen nach feinem Kombinationsspiel durch die Mitte, eine einzige hohe Flanke gab es lediglich während der gesamten Spielzeit. In Abwesenheit des leicht am Oberschenkel verletzten Mario Gomez war schnell sichtbar, dass hohe Bälle bei Strafe des Bundestrainers unerlaubt waren. Mario Götze spielte nämlich Mittelstürmer, und der ist nur knapp über 1,70 Meter klein. Es sei „sehr, sehr schwierig“ gewesen, schnaufte Götze hinterher, „weil Kasachstan sehr, sehr tief“ stand. „Fast wie im Handball“, ergänzte Löw, der auf Lukas Podolski verzichtet hatte.

Statt des Wahl-Londoners und angesichts der Formschwäche von André Schürrle gehörte der 19-jährige Julian Draxler erstmals zur Startelf. „Lukas hat drei Wochen nicht gespielt, Julian war im Training sehr gut“, begründete Löw seine Personalentscheidung, die allerdings nach einer Viertelstunde schon Makulatur war.

Denn da diagnostizierte Dr. Tim Meyer eine leichte Gehirnerschütterung beim Schalker, die dieser sich bei einem Luftkampf eingehandelt hatte. Draxler musste raus, Podolski kam rein − und hinterließ danach keine sichtbare Spur. So wird es schwer für den Mann, der mit seinem 108. Einsatz Jürgen Klinsmann einholte, sich seinen einstigen Stammplatz zurückzuholen.

Besser sah das Mittelfeldspiel von Mesut Özil und Schweinsteiger aus, der allerdings am Dienstag beim Rückspiel in Nürnberg wegen seiner zweiten Gelben Karte fehlen wird und so Michael Ballack mit dessen 98 Länderspielen noch nicht überholen kann. Er wird das leicht verschmerzen. Dass Witzbold Müller seinem Kumpel lediglich „20 Prozent“ am Führungstreffer zubilligen wollte und die restlichen 80 Prozent für sich reklamierte, sorgte indes bei Schweinsteiger nicht für Heiterkeit. Sein 24. Länderspieltor hätte er ganz gern behalten, zumal es technisch sehr anspruchsvoll inszeniert worden war.

Ob Killer Gomez bis Dienstag wieder fit sein wird, war beim Abflug um vier Uhr nachts noch ungewiss. Möglich, dass Löw dann mit dem diesmal gelbgesperrt auf der Tribüne zuschauenden Marco Reus eine neue Variante der Übung „Tore schießen mit falschem Neuner“ präsentieren wird.

„Die Diskussion um einen falschen Neuner schwappt mir etwas über“, sagte der Trainer hinterher leicht genervt, „wir wollen ja den Neuner nicht abschaffen.“ Es sei lediglich eine „zusätzliche Option“, hin und wieder mal so ohne Mario Gomez oder Miroslav Klose zu spielen. Eine Option, für die die Partie in Kasachstan aber kein seriöser Testfall war. (BLZ)

Podolski zieht mit Klinsmann gleich

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