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17. Juni 2010

Leichtathletik: DLV will EM-Titel verteidigen

Stabhochspringerin Silke Spiegelburg will in Bergen hoch hinaus. Foto: Foto: dpa

Optimistisch: Ohne den geschassten Sergej Litvinov, aber mit einer gehörigen Portion Siegeswillen fahren die Asse des Deutschen Leichtathletik-Verbandes zur Team-EM ins norwegische Bergen.

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Bergen. Ohne den geschassten Sergej Litvinov, aber mit einer gehörigen Portion Siegeswillen fahren die Asse des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) zur Team-EM ins norwegische Bergen.

"So, wie es aussieht, wird die Mannschaft ziemlich stark sein", prophezeite Stabhochspringerin Silke Spiegelburg. Deshalb ist die WM- Vierte aus Leverkusen sehr zuversichtlich: "Wir können den Titel verteidigen." Bei der Premiere der Team-EM 2009 im portugiesischen Leiria gewann Deutschland unerwartet gegen Russland, Großbritannien und Frankreich.

"Wir sind sehr optimistisch. Nach dem Sieg bei der historischen ersten Auflage der Team-EM haben wir aber auch die Bürde, unter besonderer Beobachtung zu stehen", weiß Herbert Czingon, DLV-Cheftrainer für die technischen Disziplinen und rechnet vor allem mit den Russen: "Die Russen kommen mit dem Auftrag, die Scharte vom letzten Jahr auszuwetzen." Der Team-Titelkampf der besten zwölf Länder ist gut zwei Monate vor der "großen" EM vom 27. Juli bis 1. August in Barcelona eine erste umfassende Standortbestimmung.

Nicht zupasskamen dem DLV nun die Turbulenzen um seinen aktuell besten Hammerwerfer Litvinov. Der WM-Fünfte hatte sich geweigert, in Bergen für Deutschland in den Ring zu gehen. Offenbar will er künftig für Russland werfen. Kurzerhand strich der Verband den 24-jährigen Frankfurter aus allen Förderlisten und warf ihn aus dem Kader. "Sportlich gesehen ist es ein Verlust, doch Reisende soll man aufhalten", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop. Nun soll der Leverkusener Markus Esser, in der Jahresbestenliste nur elf Zentimeter schlechter als Litvinov, einen Spitzenrang erkämpfen.

Der Optimismus im deutschen Lager nährt sich von einer guten Frühform einer Reihe von Stars. "Im Vergleich mit den zwölf führenden europäischen Ländern ist in 19 Einzeldisziplinen jeweils ein deutscher Athlet unter den besten Vier", erklärte Kurschilgen. DLV- Chef Prokop freut der couragierte Diamond-League-Auftritt der Deutschen: "Die deutschen Athleten schlagen sich da sehr gut."

Als einzige DLV-Athletin führt Diskuswerferin Nadine Müller die Weltrangliste an. Zum EM-Aufgebot gehören neben der Hallenserin auch Diskus-Weltmeister Robert Harting sowie die WM-Medaillengewinner Ariane Friedrich, Raúl Spank (beide Hochsprung), Betty Heidler (Hammerwurf) und Ralf Bartels (Kugelstoßen). Insgesamt schickt der DLV 47 Athleten in die Wettkämpfe.

Ein Handicap könnten jedoch die besonderen Wettbewerbsregeln der Team-EM sein, die 2009 für viel Verdruss sorgten. Im Hoch- und Stabhochsprung scheidet ein Athlet nach dem vierten Fehlversuch aus. "Ich würde mich freuen, wenn es wieder die alten Regeln geben würde", meinte Spiegelburg. Im Drei- und Weitsprung sowie in den Wurfdisziplinen erhält jeder Starter nur drei Versuche, die danach vier Bestplatzierten dürfen ein weiteres Mal ran. (dpa)

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