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29. Februar 2016

Leichtathletik: Sprungbrett Tartanbahn

 Von Isabell Kircher
Hofft auf eine Landung in neuen Sphären: Alexandra Wester.  Foto: dpa

Alexandra Wester „fliegt“ auch bei der deutschen Hallenmeisterschaft allen anderen davon.

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Noch vor ein paar Wochen hätte diese Sensation niemand für möglich gehalten: Die 21-jährige Alexandra Wester vom ASV Köln springt erst Weltjahresbestleistung und wird wenig später auch erstmals deutsche Meisterin im Weitsprung. Mit einer Weltklasse-Weite von 6,75 Metern überzeugte sie bei der Deutschen Hallenmeisterschaft am Wochenende.

Am Sonntagnachmittag staunten knapp 3500 Zuschauer in der Leipziger Arena über die neue Überfliegerin. Bei den Titelkämpfen in Sachsen unterstrich Wester ihre Topform mit einem sehr lässigen Wettkampf. Im Weitsprung-Finale der Frauen, bei dem nur fünf Teilnehmerinnen an den Start gegangen waren, bestach sie durch eine konstante Leistung. „Ich bin total glücklich“, freute sie sich: „Ich habe diesen Winter verdammt hart gearbeitet und endlich das durchgesetzt, was ich wollte.“

Vor zwei Wochen hatte Wester mit einer Leistungsexplosion beim Istaf-Hallen-Meeting in Berlin überrascht. Die in Gambia geborene Leichtathletin stellte mit 6,95 Meter eine neue Weltjahresbestleistung auf. Für sie bedeutete das nicht nur die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im US-amerikanischen Portland Ende März, sondern auch einen Eintrag in die ewige deutsche Bestenliste. Nur Heike Drechsler und Helga Radtke sprangen jemals weiter. Nach Westers Supersatz folgte ein Medien-Marathon. „Ich sehe das als positiven Stress und fühle mich super dabei“, sagt sie über die zahlreichen Pressetermine.


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Neuer Verein, neuer Trainer

Der große Erfolg kam aber erst mit dem Vereinswechsel. Vom USC Mainz wagte die Tochter eines Deutschen und einer Ghanaerin im letzten Jahr den Schritt in die Domstadt. Es sei schon immer ihr Traum gewesen, in Köln zu leben. Nach dem Umzug setzte Wester ihre Ziele hoch, liebäugelte schon insgeheim mit der Norm für die Hallen-WM.

Auch der neue Trainer, Zweifach-Weltmeister im Dreisprung Charles Friedek, trug einen großen Teil zum Erfolg bei. Mit Hilfe von Technikveränderungen und viel Feinarbeit verbesserte sich Wester weiter. Obwohl ihrer Meinung nach „noch nicht der perfekte Sprung dabei war“ lässt sie mit ihrer Ausstrahlung den in vielen Bereichen in die Mittelmäßigkeit abgerutschten deutschen Sport etwas aufblühen. Der neue Shooting-Star der Leichtathletik kann eines der Gesichter im Olympia-Jahr werden. Die Athletin hat als Model gearbeitet und bewiesen, dass sie vor der Kamera eine gute Figur macht. Jetzt ist die Tartanbahn ihr Laufsteg.

Für die Weitspringerin war es allerdings kein leichter Weg. Als Wester schon mit 15 Jahren Deutsche Meisterin im Siebenkampf wurde und einen neuen deutschen Rekord aufstellte, schien eine erfolgreiche Karriere vorprogrammiert. Zwei Jahre später machte ihr ein folgenschwerer Sturz beim Hürdentraining einen Strich durch die Rechnung. Wegen des Totalschadens im Knie schien die Karriere bereits früh beendet. Wester konzentrierte sich fortan auf ihre Lieblingsdisziplin, den Weitsprung.

Für die WM ist Wester durch ihre Mega-Sprünge plötzlich zur Titelfavoritin geworden. Der Auftritt dort ist auch eine Premiere. Denn zum ersten Mal startet sie bei einem internationalen Wettkampf im deutschen Trikot. „Für das was man liebt, lohnt es sich immer zu kämpfen“, schreibt Wester auf ihrer Facebook-Seite. Und wofür könnte sich die harte Arbeit mehr lohnen als für einen krönenden Abschluss der Hallensaison in Schwarz-Rot-Gold.

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