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02. Dezember 2012

Lewandowski, Tuchel und Streich: Drei unkonventionelle Trainer

 Von Jan Christian Müller
Erfolgreicher Charaktervermittler: Leverkusens Sascha Lewandowski. Foto: imago sportfotodienst

Sascha Lewandowski, Thomas Tuchel und Christian Streich: Drei unterschiedliche Charaktere mit auffälligen Parallelen. Alle drei waren keine herausragenden Fußballer, haben dafür aber studiert und weit über den Tellerrand des Fußballgeschäfts hinausgeschaut.

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Sascha Lewandowski, Thomas Tuchel und Christian Streich: Drei unterschiedliche Charaktere mit auffälligen Parallelen. Alle drei waren keine herausragenden Fußballer, haben dafür aber studiert und weit über den Tellerrand des Fußballgeschäfts hinausgeschaut.

Trainer Sascha Lewandowski ist erst 41 Jahre alt, aber er coacht schon seit 25 Jahren Fußballmannschaften. Als defensiver Mittelfeldspieler schaffte er es nur bis zur Oberliga. Er studierte Pädagogik und schrieb Artikel für die Ruhr Nachrichten.

Thomas Tuchel ist sogar nur 39 Jahre alt und trainiert seit 13 Jahren Fußballmannschaften. Er spielte in die Regionalliga, studierte erst Sportwissenschaften und Anglistik und schloss später sein Betriebswirtschaftsstudium ab.

Christian Streich ist 47 und seit 17 Jahren Fußballtrainer. Er studierte Germanistik, Sport und Geschichte auf Lehramt, nachdem er eine Lehre zum Industriekaufmann erfolgreich beendet und das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg abgelegt hatte. Er spielte 21 Mal in der Zweiten und elf Mal in der Ersten Liga. Mehr nicht. Lewandowski erreichte als Jugendtrainer des VfL Bochum zwei Mal das Finale um die Deutsche Meisterschaft, welches Streich 2008 mit dem SC Freiburg und Tuchel 2009 mit dem FSV Mainz 05 gewann.

Es sind auffällige Parallelen, die diese drei sehr unterschiedlichen Charaktere eint. Sie waren alle drei keine herausragenden Fußballspieler, sie haben alle drei viele, viele Jahre lang Nachwuchsmannschaften trainiert, sie haben studiert und über den Tellerrand des Fußballgeschäfts weit hinausgedacht.

Das ist kein Zufall

Und jetzt sind sie alle drei besonders gute Bundesligatrainer, und zwar: erstens, weil sie sich mit ihrem Job nicht erst nach einer langen Profikarriere intensiv beschäftigt haben; zweitens, weil sie tiefe Einblicke in die Menschenführung und Gruppenbildung von jungen Menschen erlangt haben; drittens, weil sie extrem fleißig sind und ebenso detailbesessen; viertens, weil sie vielen ihrer Kollegen in ihrem taktischen Verständnis des komplexen Miteinanders von elf Fußballspielern weit voraus sind und eine Spielidee vermitteln können; und fünftens, weil sie es sogar gelernt haben, jeder auf seine ganz eigene Weise, ihre Grundlagenarbeit auch einem breiten Publikum zu präsentieren und sich unter dem Brennglas der Öffentlichkeit nicht zu verbiegen.

Es ist also kein Zufall, dass der einer breiten Mehrheit noch weitgehend unbekannte Sascha Lewandowski mit Bayer Leverkusen auf den zweiten Tabellenplatz der Bundesliga geklettert ist und der Mannschaft dabei zu einem Charakter verholfen hat, der in der Komfortzone unter dem Bayerkreuz jahrelang als nicht vermittelbar galt. Es ist außerdem kein Zufall, dass Thomas Tuchel mit dem FSV Mainz 05 wieder ganz in der Nähe jener Spitzenplätze angelangt ist, wo er sich mit seiner Mannschaft schon vor zwei Jahren hartnäckig festgesetzt hatte. Und es ist natürlich auch kein Zufall, dass Christian Streich den SC Freiburg nachhaltig aus dem Tabellenverlies in sichere Gefilde führte.

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