Als der Mannschaftsbus an der Frankfurter Eissporthalle gestern Mittag um halb zwei in Richtung Ratingen aufbrach, blieb der Sitz von Michael Bresagk frei. Unter der Woche hatte der Sportliche Leiter der Löwen Frankfurt seinen Rücktritt erklärt, weil er sein Studium fortsetzen wolle – so die offizielle Verlautbarung. Sie wurde schnell entlarvt.
Der 42-Jährige Manager-Neuling hatte zwar das brachliegende Eishockey am Main mit neu aufgebaut, neues Vertrauen geschaffen und als Integrator gedient, aber ihm waren auch Fehler unterlaufen. Deshalb stand er in der Kritik. Vielleicht fühlte er sich neben dem starken Trainer Frank Gentges und Geschäftsführer Stefan Krämer ein wenig isoliert, weil er zuletzt bei Personalentscheidungen überstimmt wurde. Bestätigen mochte Bresagk das nicht.
Immerhin zeigte sich die Mannschaft von der Unruhe rund um den Eishockey-Oberligisten unbeeindruckt und besiegte die Ratinger Ice Aliens mit 17:1 (5:1, 6:0, 6:0). Auch Bresagk wird das freuen, schließlich bleibt er einer von drei Gesellschaftern. Auf die Partie beim Tabellenvorletzten hatte der Trainer sein Team etwas ungewöhnlich eingestimmt.
„Wir müssen uns die Gegner stärker denken, als sie in Wirklichkeit sind“, forderte Gentges und wies abermals auf das ungeheuer große Leistungsgefälle innerhalb der Liga hin. „Mit diesen Up and Downs muss man erst einmal umgehen können.“
In der fünften Minute brachte Marc Höveler Ratingen völlig überraschend in Führung. Erstmals in dieser Saison lagen die Löwen hinten, aber sie erholten sich schnell: Christoph Koziol, Patrick Schmid, Sven Breiter und zweimal Christoph Ziolkowski rückten mit dem 5:1 die Verhältnisse noch vor der Pause wieder gerade. Auch danach wurde es ein Scheibenschießen: Neumann, Schoofs (2), Koziol, Rumpel, Domogalla, Krämmer, Pohanka, Bär, Ziolkowski, Albrecht und Schmerda erzielten die weiteren Tore.
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